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Kolumne der Redaktion

26.07.2018

So argumentieren die Befürworter des Energie- und Klimareglements

Am 23. September entscheidet die Stimmbevölkerung der Stadt Luzern über die Teilrevision des Energie- und Klimareglements. Bereits wenden sich die Gegner der Vorlage mit einem erstaunlichen Argumentarium an die Öffentlichkeit. Zeit also, ein paar Dinge klarzustellen und auf die Vorteile des Reglements zu fokussieren.


Sie engagieren sich für die Änderung der zwei Artikel im Energie- und Klimareglement der Stadt Luzern (von links): SP-Grossstadtrat Mario Stübi, Mirjam Landwehr vom Initiativkomitee, Grossstadträtin Noelle Bucher (Grüne) sowie Parterre-Wirt Mike Walker, in dessen Küche das Bild entstand.

Bild: Herbert Fischer

Dies heisst es in einer Mitteilung der Befürworter dieses Reglements, die heute Donnerstag (26. Juli) im Restaurant Parterre Medien vor die Medien traten. Und weiter:

Was bisher geschah

Die städtische Volksinitiative «Nachhaltige und faire Ernährung» des Vereins Sentience Politics wollte mit einem zusätzlichen Artikel im Energie- und Klimareglement der Stadt Luzern unter anderem dafür sorgen, dass die Behörden (und mit ihnen EWL, VBL, undsoweiter) in ihren Gastrobetrieben täglich mindestens ein veganes Menü anbieten müssten.

Stadtrat und Parlament ging dies zu weit, sie ebneten aber einem Gegenvorschlag den Weg, der den Fokus weg von der Ernährung im Speziellen hin zu «grauer Energie» im Allgemeinen legt. In der Folge hat das Initiativkomitee seine Initiative zugunsten dieses Vorschlags zurückgezogen. Gegen den Gegenvorschlag wurde wiederum erfolgreich das Referendum ergriffen, weshalb es am 23. September zu einer Volksabstimmung kommt.

Was ist «graue Energie»?

«Graue Energie» bezeichnet diejenige Energiemenge, welche beispielsweise für Herstellung, Transport, Lagerung, Verkauf und Entsorgung eines Produkts oder für das Erbringen einer Dienstleistung aufgewendet wird und in unserer Wahrnehmung oft vergessen geht. Nicht nur bei unserem Konsumverhalten liesse sich graue Energie reduzieren, sondern auch in der Bauwirtschaft oder beim Beschaffungswesen. Diese Bereiche werden darum im Gegenvorschlag explizit erwähnt.

Was will der Gegenvorschlag?

Mit dem Gegenvorschlag sollen uns die Behörden mittels Informationsaufbereitung und Aufklärungskampagnen über graue Energie und nachhaltige Ernährung in Kenntnis setzen dürfen (beispielsweise Plakate, Broschüren im «öko-forum», Artikel im «Stadtmagazin» undsoweiter). Das ist alles, was der Gegenvorschlag beinhaltet. Der geplante Reglementszusatz im Wortlaut:

Art. 5b Nachhaltige Ernährung
Die Stadt setzt sich im Rahmen ihrer Zuständigkeit für die Förderung der nachhaltigen Ernährung und die Information über den Einfluss der Ernährung auf das globale Klima und die Umwelt ein.

Art. 5c Graue Energie
Die Stadt Luzern leistet im Rahmen ihrer Zuständigkeiten einen Beitrag zur Reduktion des mit der Ernährung sowie mit dem Konsum von weiteren Gütern und Dienstleistungen verbundenen Energie- und Ressourcenverbrauchs (graue Energie), insbesondere über die Bautätigkeit, das Beschaffungswesen und durch Information und Kommunikation.

Welche Gründe sprechen für die Änderung des Reglements?

«Think global, act local»: Unser Konsumverhalten hier in Luzern hat einen Einfluss auf die Welt, ob uns das passt oder nicht. Insbesondere beim Essen: 33 Prozent der durch Menschen verursachten Umweltbelastung in der Schweiz ist auf unsere Ernährung zurückzuführen. Wir als Gesellschaft sind darum in der Pflicht, Verantwortung zu übernehmen.

Dieser Gegenvorschlag ist gleichzeitig aktive (Gast-) Wirtschaftsförderung für unsere Region. Was hilft der Landwirtschaft und dem Gewerbe des Kantons mehr, als wenn wir, die hier wohnen, ihre Produkte kaufen und konsumieren? So bleibt die Wertschöpfung in der Region und die Umwelt freut's. Gastronomen, Bauern, Handwerker – alle würden bei einem «Ja» profitieren.

Wer besser informiert ist, trifft bessere Entscheidungen. Der Gegenvorschlag möchte deshalb, dass die Stadt Luzern die Bevölkerung für nachhaltige Ernährung sensibilisiert und sie sachlich über den Einfluss der Ernährung auf das globale Klima und die Umwelt informiert.

Eine nachhaltige Ernährung ist oftmals frischer und gesünder. Es braucht aber keine Moralpredigten, sondern eine aufgeklärte Informationspolitik von unabhängiger, demokratisch legitimierter Seite. So können Bevölkerung und Gastronomie besser für sich entscheiden, wie und was sie konsumieren bzw. anbieten möchten.

Was will der Gegenvorschlag nicht?

Die beiden Artikel in der ergänzten Version des Energie- und Klimareglements können niemandem vorschreiben, was sie oder er zu essen hat – weil davon nichts in diesen Artikeln steht. Trotzdem sprechen die Gegner des Regelements von Bevormundung und Essvorschriften, was in der Sache nicht korrekt ist.

Mehr dazu auf unserer Website (siehe unter «Links»).

(Dies ist eine Medienmitteilung)

Siehe auch unter «Links» und «Dateien».


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Über Herbert Fischer:

Herbert Fischer (1951) arbeitet seit 1969 als Journalist und Pressefotograf. Er war unter anderem Redaktor der «LNN», der «Berner Zeitung» und Chefredaktor der «Zuger Presse». Seine Kernthemen sind Medien (Medienwirkung, Medienethik, Medienpolitik), direkte Demokratie, Sicherheitspolitik, soziale Fragen und gesellschaftliche Entwicklungen. Heute berät und unterstützt er Firmen, Organisationen und Persönlichkeiten in der Öffentlichkeitsarbeit. Fischer war von 1971 bis 1981 Mitglied der SP der Stadt Luzern, seither ist er parteilos. Er ist in Sursee geboren und Bürger von Triengen und Luzern, wo er seit 1953 lebt. Herbert Fischer ist Gründer und Redaktor von lu-wahlen.ch

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Interview von Radio 3fach am 27. August 2012 mit Herbert Fischer:

www.3fach.ch/main-story/lu-wahlen/