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Kolumne der Redaktion

20.06.2017

Velofest kostete 200 000 Franken - die FDP hat Fragen

Die beiden Grossstadträte Fabian Reinhard und Peter Krummenacher sind erstaunt über die Kosten des Velofestes vom 13. Mai, mit dem die Eröffnung des «Freigleis» gefeiert wurde, der Langsamverkehrsachse vom Steghof nach Kriens und Horw auf dem früheren Trassee der Zentralbahn. Deshalb haben sie im Stadtparlament eine Interpellation eingereicht.


13. Mai 2017 am Steghof in Luzern. Stadtrat und Verkehrsminister Adrian Borgula resümiert die Erfindung und Entstehung des Veloweges. Hinter ihm die Tafel, ...

... die der Krienser Gemeindepräsident Cyrill Wiget enthüllt. Im Unterschied zur steinreichen (und entsprechend steuergünstigen) Gemeinde Horw, die ebenfalls davon profitiert, hat sich Kriens kräftig an den Kosten des Projekts Freigleis beteiligt.

Das Fest lockte während des ganzen Tages auf seiner ganzen Länge von zwei Kilometern mehrere tausend Leute an. Hier quert die Moosmattstrasse das «Freigleis».

Bilder: Herbert Fischer

Mit der Tieflegung der Zentralbahn zwischen Mattenhof und Steghof ist auf dem ehemaligen Trassee eine Velo- und Fussgängerverbindung entstanden. Die Investitionskosten für die knapp 2 Kilometer waren mit 4,8 Mio. Franken veranschlagt, zu denen Bund und Kanton einen Teil beisteuerten. Vom Rest – so war es ursprünglich vorgesehen – sollten die Stadt Luzern sowie die Gemeinden Kriens und Horw je einen Drittel übernehmen.

Horw lehnte vollständig ab und beteiligte sich nicht an den Kosten; Kriens steuerte 500 000 Franken bei. Für Honorare und übrige Kosten wurden 505 000 budgetiert, welche neben den bereits aufgelaufenen Planungskosten von 125 000 Franken die Öffentlichkeitsarbeit beinhalteten. Von den Gesamt 4,8 Mio. Franken veranschlagten Kosten übernahm die Stadt Luzern 1,02 Mio. Franken.

Die Realisierung verzögerte sich, doch im Dezember des vergangenen Jahres war das Projekt schliesslich beendet, dank dem schönen Sommer 2016 sogar etwas früher als ursprünglich vorgesehen. Am 13. Mai lud die Stadt Luzern zu einem grossen Eröffnungsfest ein. Kosten: 200 000 Franken. Die Kritik von verschiedenen Seiten blieb nicht aus.

Wir bitten deshalb den Stadtrat um Antworten auf folgende Fragen:

1. Wie lässt sich ein Betrag von 200 000 für ein Einweihungsfest rechtfertigen?

2. Bis zu welchem Betrag ist der Beitrag an eine Veranstaltung dieser Art nach Auffassung des Stadtrats angemessen?

3. Aus welchen Mitteln wurde dieses Einweihungsfest finanziert?

4. Wie hoch war die Kostenbeteiligung des Bundes, des Kantons und der Gemeinde Kriens?

5. Wurde die Gemeinde Horw, die ebenfalls vom Veloweg profitiert, für einen Beitrag angefragt?

6. Weshalb konnten sich die über 100 kommerziellen Aussteller kostenlos am Fest präsentieren?

7. Wurden für die Einweihung anderer Verkehrsverbindungen zuvor auch Feste veranstaltet, die restlos von der öffentlichen Hand bezahlt wurden und an denen kommerzielle Unternehmen gratis präsent sein durften?

(Dies ist eine Interpellation der Grossstadträte Fabian Reinhard und Peter Krummenacher namens der FDP-Fraktion) 


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Über Herbert Fischer:

Herbert Fischer (1951) arbeitet seit 1969 als Journalist und Pressefotograf. Er war unter anderem Redaktor der «LNN», der «Berner Zeitung» und Chefredaktor der «Zuger Presse». Seine Kernthemen sind Medien (Medienwirkung, Medienethik, Medienpolitik), direkte Demokratie, Sicherheitspolitik, soziale Fragen und gesellschaftliche Entwicklungen. Heute berät und unterstützt er Firmen, Organisationen und Persönlichkeiten in der Öffentlichkeitsarbeit. Fischer war von 1971 bis 1981 Mitglied der SP der Stadt Luzern, seither ist er parteilos. Er ist in Sursee geboren und Bürger von Triengen und Luzern, wo er seit 1953 lebt. Herbert Fischer ist Gründer und Redaktor von lu-wahlen.ch

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Interview von Radio 3fach am 27. August 2012 mit Herbert Fischer:

www.3fach.ch/main-story/lu-wahlen/