das gesamte meinungsspektrum lu-wahlen.ch - Die Internet-Plattform für Wahlen und Abstimmungen im Kanton Luzern

Spenden für Verein lu-wahlen.ch

Diese Website gefällt mir! Um weitere Beiträge darauf zu ermöglichen, unterstütze ich lu-wahlen.ch gerne mit einem Betrag ab CHF 10.-

Kolumne der Redaktion

14.06.2017

Warum der Schweizer Heimatschutz die beiden Kulturland-Initiativen unterstützt

In der ganzen Schweiz wächst der Druck auf die Gesetze und Instrumente zum Schutz der Baudenkmäler und der Kulturlandschaften. Im Kanton Luzern wird jetzt – unterstützt vom Schweizer Heimatschutz – mit zwei Initiativen Gegensteuer gegeben.


Der Luzerner Adrian Schmid ist Geschäftsführer des Schweizer Heimatschutzes in Zürich. Zuvor war er Politik- und Kommunikationschef beim Verkehrs-Club der Schweiz (VCS). 17 Jahre vertrat er die Grünen im Luzerner Stadtparlament, das er 1998 / 1999 präsidierte, womit er das protokollarisch höchste Amt der Stadt Luzern ausübte.

Bild: Herbert Fischer

Ein Beispiel aus den Freiburger Alpen, das im Kanton Luzern keine Schule machen darf: Aus einem Stall ...

... wird ein perfekt erschlossenes Restaurant mit zahlreichen Parkplätzen – ohne notwendige Bewilligung und trotz Beschwerde von Pro Natura.

1972 vergab der Schweizer Heimatschutz erstmals den Wakkerpreis. Es war die Zeit, als die Schweiz sich dem Ende des Nachkriegsbooms näherte. Die Euphorie gegenüber den hochtrabenden Planungsvisionen war einer breiten und nachhaltigen Ernüchterung gewichen. Es ist kein Zufall, dass das eidgenössische Parlament angesichts der gravierenden Schäden, die Verkehrs- und Bauprojekte angerichtet hatten, im selben Jahr den dringlichen Bundesbeschluss zur Raumplanung ohne Gegenstimme verabschiedete.

45 Jahre später stehen wir vor ähnlichen Herausforderungen. Es wird viel gebaut – oft mit wenig Sorgfalt. Auf allen politischen Ebenen haben sich die Stimmberechtigten mehrfach gegen diese Auswüchse zur Wehr gesetzt – so etwa mit der Zweitwohnungs-Initiative, dem 2013 revidierten Raumplanungsgesetz als Antwort auf die Landschafts-Initiative oder durch die Verweigerung kommunaler Grossprojekte und fragwürdiger Ortsplanungen.

Anders als damals zeigen heute die politischen Wegweiser im National- und Ständerat in eine andere Richtung: Starke Kräfte zielen darauf ab, die Gesetze und Instrumente zum Schutz der Baudenkmäler und der Kulturlandschaften zu schwächen. 

Bauen ausserhalb der Bauzone

Das Raumplanungsgesetz bestimmt die klare Trennung von Baugebiet und Nichtbaugebiet. Das schützt unsere wertvollen Kulturlandschaften. Doch aufgepasst: Die Kantone Graubünden und Wallis haben Standesinitiativen eingereicht, mit denen sie zahlreiche Ausnahmen ermöglichen wollen: Alte Ställe und «Maiensässe» ausserhalb der Bauzone sollen umgenutzt werden. Alleine in Graubünden wären 20 000 Gebäude von der Gesetzesänderung betroffen.

Luzerner Kulturland-Initiativen

Der Schutz der Kulturlandschaften ist auch im Kanton Luzern eine zentrale Herausforderung. Ein breit abgestütztes Komitee will mit einer Verfassungsinitiative «die Bewahrung der Luzerner Landschaft in ihrer Schönheit und ihren Schutz vor Zersiedelung und Verunstaltung» erreichen. Mit einer detailliert ausformulierten Gesetzesinitiative wird nachgedoppelt: Neu sind im Zonenplan «Bauzonen so festzulegen, dass für die Landwirtschaft genügend als Kulturland geeignete Flächen erhalten bleiben».

Adrian Schmid, Geschäftsleiter Schweizer Heimatschutz, Luzern / Zürich

Argumentarium, Unterschriftenkarten und weitere Materialien können bei der Geschäftsstelle Kulturlandschafts-Initiative bezogen werden: siehe unter «Links».

Siehe auch unter «In Verbindung stehende Artikel».


Teilen & empfehlen:
Share    
Kommentare:

Keine Einträge

Kommentar verfassen:

Ins Gästebuch eintragen
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz  

Über Herbert Fischer:

Herbert Fischer (1951) arbeitet seit 1969 als Journalist und Pressefotograf. Er war unter anderem Redaktor der «LNN», der «Berner Zeitung» und Chefredaktor der «Zuger Presse». Seine Kernthemen sind Medien (Medienwirkung, Medienethik, Medienpolitik), direkte Demokratie, Sicherheitspolitik, soziale Fragen und gesellschaftliche Entwicklungen. Heute berät und unterstützt er Firmen, Organisationen und Persönlichkeiten in der Öffentlichkeitsarbeit. Fischer war von 1971 bis 1981 Mitglied der SP der Stadt Luzern, seither ist er parteilos. Er ist in Sursee geboren und Bürger von Triengen und Luzern, wo er seit 1953 lebt. Herbert Fischer ist Gründer und Redaktor von lu-wahlen.ch

treten Sie mit lu-wahlen.ch in Kontakt

Interview von Radio 3fach am 27. August 2012 mit Herbert Fischer:

www.3fach.ch/main-story/lu-wahlen/