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Kolumne der Redaktion

13.06.2017

Zwei Initiativen sollen Luzerner Kulturlandschaft besser schützen

Ein breit und überparteilich abgestütztes Initiativkomitee hat zwei Initiativen lanciert, die einer Ausdehnung von Siedlungsflächen und dem Verlust von Kulturland entgegenwirken sollen. Kanton und Gemeinden sollen demnach auch ausserhalb der Bauzonen für die Einschränkung der Zersiedelung und für die Erhaltung und Aufwertung des Landschaftsraumes sorgen.


In Sursee stellte heute Dienstag (13. Juni) das Initiativkomitee seine Anliegen den Medien vor. Von links nach rechts: Franz Xaver Kaufmann, Pius Stadelmann, Andreas Meier, Wendy Peter (gelbe Bluse), Marcel Sonderegger (mit Brille, hinter ihr), Hanspeter Hunkeler, Hans Widmer und Josef Blum.

Marcel Sonderegger (Oberkirch): «Die Bevölkerung will einen sparsamen Umgang mit dem Boden und den landwirtschaftlich nutzbaren Flächen. Dem Laisser-Faire in der Raumplanung soll der Riegel geschoben werden.»

Josef Blum (Sempach): «Wir stellen eine zunehmende Zersiedelung und Verschandelung unserer schönen Luzerner Landschaft fest.»

Hanspeter Hunkeler (Schötz): «Wir müssen der Kulturlandschaft genügend Raum und Vielfalt lassen, damit sie eine möglichst hohe Selbstregulierungskraft behält, damit sie auch in Zukunft ein vielfältiges Leben zulässt und ernährt.»

Franz Xaver Kaufmann (Egolzwil): «Besonders gravierend ist die zunehmende Zerstückelung der Landschaft für die Biodiversität.»

Bilder: Herbert Fischer

Wer im Kanton Luzern mit offenen Augen unterwegs ist stellt fest, dass die Zersiedelung voranschreitet, trotz neuen raumplanerischen Gesetzen. Wir verlieren fortlaufend reich strukturierte Landschaften und landwirtschaftliche Nutz- und Fruchtfolgeflächen. Auch ausserhalb der Bauzonen – im ländlichen Raum – wird das Zersiedeln leicht gemacht und die Anzahl der Bauten erhöht sich dauernd. Im Zeitraum von 1995 bis 2015 hat die besiedelte Fläche einer Gemeinde am Sempachersee um 76 Prozent zugenommen. Dies auf Kosten des Kulturlandes. «Mittelland verschwindet immer mehr unter Beton», titelt der «Schweizer Bauer» am 3. Juni 2017. Denn im Mittelland sei die Siedlungsfläche doppelt so schnell gewachsen wie in andern Gebieten. Dies zeigen neue Zahlen des Bundes.

Zwei Initiativen sollen einerseits die Ausdehnung der Siedlungsflächen wirksam verlangsamen und anderseits der Kulturlandschaft qualitativ und quantitativ mehr Gewicht geben. 

Die Verfassung des Kantons Luzern soll mit § 11a «Schutz der Kulturlandschaft» ergänzt werden. «Dies ist aus unserer Sicht notwendig, da wir eine zunehmende Zersiedelung und Verschandelung unserer schönen Luzerner Landschaft feststellen», sagte heute Dienstag 13. Juni) vorden Medien in Sursee Agronom Josef Blum. Es sei «unabdingbar, Gegensteuer zu geben».

Besonders gravierend sieht der Agronom Franz-Xaver Kaufmann die zunehmende Zerstückelung der Landschaft für die Biodiversität. Laut einer aktuellen Studie weise die Schweiz den höchsten Biodiversitätsverlust aller Länder Europas aus, sagte Kaufmann. 

Mit § 42 der Gesetzesinitiative soll der unheilvollen Entwicklung der Riegel geschoben werden. Die Behörden aller Stufen sollen bei ihren Planungen und Projektierungen die Ansprüche von Natur, Landschaft und nutzbarem Kulturland höher gewichten. Konkrete Entwicklungsziele für die Landschaftsräume sind verbindlich mit klaren Verantwortlichkeiten im kantonalen Richtplan festzulegen.

Einen besonderen Schutz sollen die Fruchtfolgeflächen geniessen, die für die Nahrungsmittelproduktion am wertvollsten sind. Sie sind grundsätzlich in ihrem Bestand zu erhalten und sollen künftig in den Zonenplänen der Gemeinden aufgeführt werden.

Mit dem heutigen Dienstag lädt das Initiativkomitee alle Luzernerinnen und Luzerner ein, sich in den nächsten Wochen und Monaten aktiv an der Unterschriftensammlung für einen besseren Schutz des Kulturlandes zu beteiligen. «Wir müssen der Kulturlandschaft genügend Raum und Vielfalt lassen», sagte an der heutigen Medienkonferenz Bauer Hanspeter Hunkeler. Es sei höchste Zeit für ein klares Bekenntnis zum Erhalt unserer landschaftlichen Vielfalt. 

Das Initiativkomitee ist breit und überparteilich abgestützt. 18 Personen sind im Komitee vertreten. Das Patronat besteht aus 16 unterstützenden Verbänden, Organisationen und Parteien sowie aus Privatpersonen. «Wir versuchen die Unterschriften-Kampagne möglichst schlank und zielgerichtet zu führen», sagte Andreas Meier, Geschäftsführer von Kulturland Luzern. Im Fokus steht ab sofort die Unterschriftensammlung mit diversen Standaktionen in Luzern, Sursee, Willisau, Hitzkirch und weiteren Orten.

Auf der Homepage  www.kulturland-luzern.ch wird über den Sand der Sammlung aktuell informiert. Unterschriftenbögen, Flyer, Broschüre und ein Argumentarium stehen zum Herunterladen bereit.

(Dies ist eine Medienmitteilung des Initiativkomitees)

Siehe auch unter «Dateien» und «Links»).

Weitere Auskünfte erteilt:
Marcel Sonderegger, Vertreter Initiativkomitee (079 340 16 39):
marcel.sonderegger(a)bluewin(p)ch


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Über Herbert Fischer:

Herbert Fischer (1951) arbeitet seit 1969 als Journalist und Pressefotograf. Er war unter anderem Redaktor der «LNN», der «Berner Zeitung» und Chefredaktor der «Zuger Presse». Seine Kernthemen sind Medien (Medienwirkung, Medienethik, Medienpolitik), direkte Demokratie, Sicherheitspolitik, soziale Fragen und gesellschaftliche Entwicklungen. Heute berät und unterstützt er Firmen, Organisationen und Persönlichkeiten in der Öffentlichkeitsarbeit. Fischer war von 1971 bis 1981 Mitglied der SP der Stadt Luzern, seither ist er parteilos. Er ist in Sursee geboren und Bürger von Triengen und Luzern, wo er seit 1953 lebt. Herbert Fischer ist Gründer und Redaktor von lu-wahlen.ch

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Interview von Radio 3fach am 27. August 2012 mit Herbert Fischer:

www.3fach.ch/main-story/lu-wahlen/