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Kolumne der Redaktion

17.04.2017

«Regionaljournal»-Pionier Kurt Zurfluh gestorben

Der bekannte und populäre Radio- und Fernsehmoderator Kurt Zurfluh ist tot. Er starb überraschend im Alter von 67 Jahren während einer Reise in Kuba. Dies berichten blick.ch und weitere Medien.


Siehe unter «Links».

Zusammen mit Tino Arnold hatte Kurt Zurfluh in den Siebziger Jahren das «Regionaljournal» gestaltet, das während vieler Jahre einmal in der Woche und zwar am Sonntagabend gesendet worden war. 1976 erfolgten die Umstellung auf eine Ausgabe pro Tag und damit der personelle Ausbau.

Während Jahrzehnten war Kurt Zurfluh so etwas wie ein Aushängeschild des «Regi». Er war ein Naturtalent, hatte eine Radiostimme wie kaum jemand sonst, er wirkte nie aufgesetzt oder gekünstelt. Das war damals noch von Bedeutung, denn jeder der Ausbauschritte in der lokalen Berichterstattung des Radios wurde genauestens mitverfolgt, um auch ja irgendeinen Fehler zu finden, um die erstarkende radiophone Konkurrenz der vordem alleinherrschenden Printmedien zu kritisieren und vorzuführen.

Prompt patzte Kurt Zurfluh und zwar in historischer Stunde, nämlich am Tag, als das erste «Regionaljournal» ausgestrahlt werden sollte und die Trennung vom ersten Programm zwecks Umschaltung eben auf das erstmals täglich gesendete «Regi» glorios misslang. Nicht das aber brachte ihm Hohn und Häme, sondern es missfiel reihum, dass er anderntags den für das Missgeschick verantwortlichen Techniker der damaligen PTT in der Sendung mit Schimpf und Schande begoss.

Das war sehr untypisch für Kurt, den stets korrekten, freundlichen und gutgelaunten, allseits geschätzten Radiomann und Kollegen, dessen Ausstrahlung und handwerkliche Kompetenz Entscheidendes zur stetig wachsenden Akzeptanz des «Regionaljournals» beitrugen.

Zudem hatte er eine rasche Auffassungsgabe, die es ihm erlaubte, jedwelche Themen unkompliziert zu vermitteln; eine höchst heikle Aufgabe wenn man bedenkt, dass das «Regi» nicht irgend ein klar definiertes Zielpublikum, sondern schlichtweg alle Hörerinnen und Hörer in seinem Sendegebiet zu bedienen hatte und noch immer hat. Und das reichte und reicht bekanntlich von Altishofen bis Andermatt, vom Bisisthal bis ins Entlebuch und von Freienbach bis Finsterwald.

Naturtalent, Meister seines Handwerks, gewinnende Persönlichkeit: Kurt war ein Vollprofi, der seine aussergewöhnlichen Qualitäten und Kompetenzen immer mehr auch im Fernsehen einsetzte, wo er ebenfalls in kurzer Zeit zum Publikumsliebling aufrückte.

Nach seiner Pensionierung schrieb er Kolumnen für die «Zentralschweiz am Sonntag», deren letzte am gestrigen Ostersonntag erschienen ist (siehe unter «Dateien»).

Mit dem Tod von Kurt Zurfluh verlieren die SRG und das «Regi» einen ihrer besten und sympathischsten Botschafter und ein riesiger Kollegen- und Freundeskreis einen hochgeschätzten, lieben Mitmenschen.

Seiner Partnerin, mit der er in Weggis lebte, sowie seinen Liebsten und Nächsten gilt unsere herzliche Anteilnahme.

Herbert Fischer, Redaktor lu-wahlen.ch, Luzern

Ein öffentlicher Gedenkanlass findet statt am Donnerstag, 18. Mai um 18h im Pavillon am See in Weggis. So bald wie möglich folgt dazu hier mehr.


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Über Herbert Fischer:

Herbert Fischer (1951) arbeitet seit 1969 als Journalist und Pressefotograf. Er war unter anderem Redaktor der «LNN», der «Berner Zeitung» und Chefredaktor der «Zuger Presse». Seine Kernthemen sind Medien (Medienwirkung, Medienethik, Medienpolitik), direkte Demokratie, Sicherheitspolitik, soziale Fragen und gesellschaftliche Entwicklungen. Heute berät und unterstützt er Firmen, Organisationen und Persönlichkeiten in der Öffentlichkeitsarbeit. Fischer war von 1971 bis 1981 Mitglied der SP der Stadt Luzern, seither ist er parteilos. Er ist in Sursee geboren und Bürger von Triengen und Luzern, wo er seit 1953 lebt. Herbert Fischer ist Gründer und Redaktor von lu-wahlen.ch

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Interview von Radio 3fach am 27. August 2012 mit Herbert Fischer:

www.3fach.ch/main-story/lu-wahlen/