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Kolumne der Redaktion

13.01.2017

Abschied von Walter Zimmermann: was Beat Fischer sagte - mit Bildern (1)

In der Hofkirche haben heute Freitag (13. Januar) etwa 400 Personen von Divisionär Walter Zimmermann Abschied genommen, der am 4. Januar im 85. Altersjahr gestorben war. Korpskommandant Beat Fischer würdigte seinen Weggefährten und skizzierte die wichtigsten Wirkungsfelder seiner steilen Karriere. Beat Fischer hat lu-wahlen.ch das Manuskript seiner Trauerrede zur Verfügung gestellt. Die Bilder rechts sind nach der Trauerfeier vor der Hofkirche entstanden.


Sichtlich bewegt: Bundesrat Johann Schneider-Ammann, der im Stab der Gebirgsdivision 9 als Generalstabsoberst mit Divisionär Walter Zimmermann zusammengearbeitet hat.

Beat Fischer (Sempach) hielt in der Hofkirche soeben eine Rede über Walter Zimmermann.

Beim Verlassen der Hofkirche: Die Fahnendelegationen der Safranzunft, ...

... des Artillerievereins Luzern ...

... und der Luzerner Schützenveteranen.

Der frühere Adligenswiler CVP-Gemeinderat Urs Hess, ein Zunftkollege von Walter Zimmermann. Oben rechts: der frühere CVP-Grossstadtratspräsident Armand Von Werdt (Luzern).

Der frühere CVP-Grossstadtratspräsident Roger Manzardo (Luzern).

Der frühere FDP-Militär- und Polizeidirektor des Kantons Luzern und spätere Ständerat Robert Bühler (Luzern).

CVP-Kantonalsekretär Rico De Bona (Luzern), früherer Gemeinderat in Littau.

Witwe Rosmarie Zimmermann-Urben mit Sohn Christoph Zimmermann. In der Mitte: Zimmermanns Tochter Liliane. Vorne: ihre Enkelkinder Joëlle und Samuel Lötscher (Cham).

Bilder: Herbert Fischer

Liebe Rosemarie, geschätzte Trauerfamilie, hochgeachteter Herr Bundesrat Schneider-Ammann, sehr geehrter Herr Regierungsrat Graf, werte Trauergemeinde

35 Jahre lang hat Divisionär Walter Zimmermann der Armee und unserem Land gedient. 35 Jahre lang hat Walter auf verschiedensten Stufen als Instruktor, als Kommandant, als Stabschef und als Attaché gewirkt. Sein Leben und seine Arbeit waren so vielfältig und so facettenreich, dass ich in meiner kurzen Würdigung nur die wichtigsten Funktionen erwähnen kann. 

Walter Zimmermann als Instruktor und Lehrer

1960, beim Abverdienen des Kompanie-Kommandanten, hat der damalige Waffenchef der Infanterie, Divisionär Max Waibel, Walter als Berufsoffizier gewonnen. Seine Frau Rosemarie hat diesen Entschluss mitgetragen und Walter meinte dazu, ganz im Sinne von General de Gaulle: «Ein Mädchen, das einen Soldaten heiratet, macht keine schlechte Partie. Ein Soldat versteht zu kochen, kann nähen, muss gesund sein. Und das Wichtigste: Er ist gewohnt, zu gehorchen.»

Walter war ein begnadeter Ausbildner in Rekruten- und Offiziersschulen. Er konnte seine Untergebenen motivieren, ja begeistern. Ab und zu waren die Reglemente für ihn Hindernisse. Seine Devise lautete: «Wer wagt gewinnt, wer zu viel herum studiert, hat verloren.» Seine hohe Kompetenz, seine natürliche Autorität und sein Humor erlaubten ihm, eine kameradschaftliche Nähe im Umgang mit seinen Wehrmännern. 

1975 absolvierte Walter Zimmermann, begleitet von seiner ganzen Familie, den Lehrgang zum Infantry Advanced Officer bei der amerikanischen Armee im Fort Benning, Georgia. Ein unvergessliches Erlebnis für alle!

Höhepunkte seiner Instruktoren-Tätigkeit bildeten das Kommando der Rekruten- und Unteroffiziersschule Luzern und das Kommando der Militärschule II an der ETH Zürich. Viele Instruktoren durften auch dort von Walters Wissen und Erfahrungen profitieren. 

Walter Zimmermann als Truppen-Kommandant

Walter Zimmermann führte als Kommandant die Hinterländer Füsilier-Kompanie III/42, das Luzerner Stadt-Bataillon 104 und das Luzerner Infanterie-Regiment 19. Walter war kein Verwalter, Termine waren für ihn ein Greuel. Seine wertvolle Zeit verbrachte er bei und mit der Truppe, bei Besuchen, Übungen und Inspektionen. Seine Besprechungen mit gut begründeten und auch strengen Bewertungen waren immer im Interesse einer guten Ausbildung. Dabei waren sein grundsätzliches Wohlwollen und seine Fürsorge zu spüren. Seine Soldaten erinnern sich an Walters Spazierstock, immer dabei, und als Zeigestab für taktische Anweisungen zu gebrauchen. Und natürlich durfte bei all‘ seinen unzähligen Übungsbesprechungen der berühmte «Füsilier Ämmisegger» nicht fehlen! 

Walter Zimmermann als Stabschef

Wir junge Generalstabsoffiziere hatten uns beim Stabschef Zimmermann zum Dienst zu melden. Umgehend flatterte nicht etwa eine trockene Eingangsbestätigung ins Haus, sondern ein persönliches, ausführliches und wohlwollendes Begrüssungsschreiben, das aber auch unmissverständlich festhielt, was vom Neuling im Stab der Felddivision 8 erwartet wurde. 

Neben all‘ dem taktischen Können und dem militärischen Wissen waren ihm Kameradschaft, Zusammengehörigkeit und Geselligkeit wichtig. So gründete er im WK 1979 einen ausserdienstlichen, jährlichen Anlass mit Damen, den sogenannten «Pomeriggio Nero», der bis zur Auflösung der Felddivision 8 fester Bestandteil im Jahreskalender der Division war. 

Walter Zimmermann als Divisionskommandant

1984 wurde Walter Zimmermann überraschend zum Kommandanten der Gebirgsdivision 9, der Gotthard-Division, gewählt, über die Korpsgrenzen hinweg! Walter hat sich dank seiner offenen und unkonventionellen Art und dank seinen Sprachkenntnissen im Tessin rasch eingelebt. Während sich Tessiner – Autoritäten gegenüber – oftmals zurückhaltend und eher reserviert zeigen, hat Walter mit seinem Charme und seiner Ausstrahlung die Herzen der Tessiner schnell gewonnen. 

Bei einem Empfang beim Tessiner Bischof Corecco begrüsste der Korpskommandant den Bischof mit Achtungsstellung und küsste den Ring. Als Walter hereinkam, begrüsste er den Bischof mit «Ciao Eugenio» und umarmte ihn. Seine fünfjährige Kommandozeit hat im Tessin und bei seinen Wehrmännern tiefe Spuren hinterlassen. 

Walter Zimmermann als Verteidigungs-Attaché

Walters grosser Wunsch, als Verteidigungs-Attaché der Schweiz im Ausland zu dienen, ging 1988 in Erfüllung. Von 1989 bis 1994 betreute er, mit Sitz in Bonn, die Bundesrepublik Deutschland, Belgien und Luxemburg. Schnell machte sich Divisionär Zimmermann mit den vielen Aufgaben vertraut, nutzte seine militärischen Kenntnisse und Erfahrungen, knüpfte Netze, machte Truppenbesuche. Dank seinen Sprachkenntnissen, seinen Charaktereigenschaften und seinem Humor war er überall willkommen, ein gern gesehener Gast. Zusammen mit Rosemarie war er in seiner reizvollen Residenz in Bonn ein geschätzter Gastgeber. Die sechs Jahre als Militärdiplomat waren für Walter eine arbeitsreiche und anstrengende Zeit, aber auch sehr bereichernd. 

Divisionär Walter Zimmermann hat 35 Jahre seines Lebens in der Armee gewirkt, unserem Land gedient und dabei unzählige Wehrmänner geprägt. Tausende Luzerner und Tessiner Soldaten, Unteroffiziere und Offiziere danken Walter Zimmermann für seine menschliche Art und für seine herausragende Arbeit. 

Zimbo – wir vermissen dich!

Korpskommandant Beat Fischer, Sempach

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Siehe unter «In Verbindung stehende Artikel»: weitere Berichte zum Abschied von Walter Zimmermann.


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Über Herbert Fischer:

Herbert Fischer (1951) arbeitet seit 1969 als Journalist und Pressefotograf. Er war unter anderem Redaktor der «LNN», der «Berner Zeitung» und Chefredaktor der «Zuger Presse». Seine Kernthemen sind Medien (Medienwirkung, Medienethik, Medienpolitik), direkte Demokratie, Sicherheitspolitik, soziale Fragen und gesellschaftliche Entwicklungen. Heute berät und unterstützt er Firmen, Organisationen und Persönlichkeiten in der Öffentlichkeitsarbeit. Fischer war von 1971 bis 1981 Mitglied der SP der Stadt Luzern, seither ist er parteilos. Er ist in Sursee geboren und Bürger von Triengen und Luzern, wo er seit 1953 lebt. Herbert Fischer ist Gründer und Redaktor von lu-wahlen.ch

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Interview von Radio 3fach am 27. August 2012 mit Herbert Fischer:

www.3fach.ch/main-story/lu-wahlen/