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Kolumne der Redaktion

08.05.2016

Nein, nein und nochmals nein zum Standort Inseli der Salle modulable

Hände weg vom Inseli, das ultimative No-Go der Luzerner Politik im Allgemeinen – oder weshalb die Politik in ihrer Entrückung scheitern wird. Eine parteiische Einschätzung.


Warum nur verlieren die alten Politkader jedwelcher Couleur den Bezug zur Gegenwart, zur Realität und vor allem zu den Gefühlen und Empfindungen ihrer Wählerinnen und Wähler? Ist es die Abnützung oder ist es das Fein- und Abschleifen über all die Jahre und Jahrzehnte? Ist politische Arbeit nur möglich mit einem meterdicken Panzer? War da mal was von Empathie? Alles Schnee von vor- oder vor-vor-gestern oder halt doch nur eine pathologische Angelegenheit in der geschützten Werkstätte Politik? 

Nein und nochmals Nein: Das Inseli ist definitiv kein Salle Modulable-Standort! 

Ein zu emotional besetztes Gebiet kann, darf und soll nicht einer rein spekulativen Schein-Option geopfert werden. Das Inseli ist eine der ersten gartenähnlichen Anlagen, um zu verweilen, auf den See und Richtung Lido zu blicken, auszuruhen, zu Picknicken, et cetera. Das Inseli wird relativ stark frequentiert und ist schlicht und einfach einer der letzten öffentlichen Räume. Geschätzt und beliebt bei Jungen und Alten und auch bei den ach so wertschöpfenden Touristen. 

Darum: Politik – Hände weg vom Inseli oder habt ihr, die ihr mit minimen Prozentsätzen auf maximal vier Jahre Gewählten, nichts aus der jahrzehntelangen Zwängerei um das «Vögeligärtli», beziehungsweise der Zentral- und Hochschul-Bibliothek gelernt?  

Um es gleich am Anfang klar und deutlich zu benennen: Die Luzerner Exekutiv-Politik ist nicht mit besonders intelligentem Personal bestückt. Wie sonst kämen die Herr-, oh pardon, Frau-Schaften auch nur auf die Idee, die mehr als weltfremde und bar jeder – ich betone –  bar jeder Vision pompös-monströsen Projektstudien einer Salle Modulable auf dem Inseli-Terrain zu propagieren?

Die hinlänglich bekannten Prädikate «abgehoben», «arrogant», «überheblich», «ohne Bodenhaftung», beziehungsweise «dumm-dreist», et cetera sind bekannt und müssen nicht weiter ausgeführt werden. Wie aber lässt es sich erklären, weshalb die Exponenten in chronisch-pathologischer Regelmässigkeit am Stimm- und Wahlvolk vorbei palavern? Oha, nicht dass mir jetzt ein sensibel-mimosenhaftes Politpflänzchen vorzeitig eingeht. Aber mit Verlaub: Ob seitens des derzeitigen Politik-Spektrums, der grosskapitalen Anwaltschafts- und Stiftungsratshonoratoren – ihr kennt weder die Stimmungslage der Stadtluzerner Bevölkerung, noch diejenigen der um- und anliegenden Kantone. 

Und: Es interessiert euch auch keinen Deut – das Ding muss auf Teufel komm raus durchgezogen werden, alternativlos und ohne Mitwirkungs- und Gestaltungsrecht der Öffentlichkeit – fertig Schluss. 

Wir, und das sind die Stadtluzernerinnen und Stadtluzerner, wollen keine Salle Modulable auf dem Inseli! Punkt! 

SM hat auch noch eine andere Bedeutung – dies als kleiner Hinweis an die Politik! 

Und um es nochmals klar und deutlich so sagen: Das Inseli ist ein hochemotionales Gebiet, das mit keinen noch so schlauen Tricks und «Bubenstückli» zu ergattern ist.  

Nein und nochmals Nein, das Inseli-Terrain ist absolutes No-Go-Gebiet. Oh, ihr Bedenken- und Krawattenträger – Frauschaften sind selbstredend mitgemeint – wedelt mit den restlichen 80 Millionen, einer vormals auf 120 Millionen mündlich versprochenen und ohne eine einzige schriftliche Zusage «versprochene» Summe auf weit entferntem und hochkorruptem Gebiet der Bermudas parkiertem Offshore-Vermögens(Delikt-)Summen. Die ganz legal an dem an Steuern interessierten Staat (Deutschland, oder ähnlich), vorbei geschmuggeltem und steueroptimiertem Geld und in Trusts und Ähnlichem deponiert wurden. 

Hat je jemand je etwas davon gesehen – ob Stadtpräsidenten – oder ähnliches Personal?  

Also: Nein und nochmals Nein zum Standort Inseli!

Wer meint, dass die Argumente von «wir-haben-keine-andere-Wahl» oder «es-gibt-keine-andere-Alternative» und «wir-positionieren-uns-weltweit-an-der-Spitze» nach wie vor ziehen und überzeugt ist – mit Verlaub – abartig und so was von Vor-Vor-Gestern! Nicht nur die Luzernerinnen und Luzerner wollen keine Salle Modulable auf dem Inseli – auch Ausser-Kantonale – wollen das nicht.  

Keine Exekutive und keine Legislative – wie diejenigen von Stadt und Kanton Luzern – kann wahnwitzigerweise an Bildung, Kultur und Sozialem sparen und gleichzeitig und ohne Scham von einer über 200 Millionen-Investitionen an einem nicht akzeptablen Standort schwadronieren. 

Oder soll das Ganze – wie bereits das eine oder andere – auch aus dem Swisslos-Topf beglichen werden? 

In keinem einzigen Gespräch (in der Stadt und ausserhalb) – mehr als zwei Dutzend – in den letzten zwei Wochen habe ich auch nur eine einzige zustimmende Äusserung zu diesem impertinenten und grössenwahnsinnigen Projekt gehört. 

Keine und Keiner will das.

Standort Inseli: Nein und nochmals Nein! 

Oh, ich habe ja noch gar nichts zu den zwei – hochpreislichen Projektstudien – gesagt. Ja, zeigen die je etwas, das mit Visionen oder Modulablem zu tun hätte? Oder haben sich die beiden, ach so unabhängigen, Büros – ausser an den halbwegs zugesicherten 80 Millionen – bedient, etwa etwas Neuartiges oder gar Visionäres präsentiert? Was da im überdimensionalen Klotz mit Rängen und Balkonen, und ein wenig Parket absenken – in etwas altväterischen Animationen – , vorgestellt wurde, ist so etwas von 19-tem – in Worten neunzehntem – Jahrhundert, dass es einem Angst und Bange wird und das mann/frau an einen April-Scherz erinnert. 

Visionäre und modulable Saal-Konzepte der multifunktionalen Art und Weise können und brauchen keine solche fixen Elemente! Oder? Oder ist da etwas schief gelaufen, beziehungsweise haben da irgendwelche Theoretiker und Technokraten an ihren Schreibtischen kaum etwas von der praktischen und zukunftsweisenden Theater-, Tanz- und Musik-Welt der Akteure mitbekommen? 

Eine Salle Modulable – wie ihn sich Pierre Boulez, oder möglicherweise Curd Glover Engelhorn – je in ihren kühnsten Träumen vorgestellt hatten, haben die neulich hochwohlfeil präsentierten Studien mit Garantie nichts zu tun. Wer solches behauptet, ist leider kaum ernst zu nehmen und präsentiert sich hochnotpeinlich. Alles eine Disqualifikation? Ja, davon ist auszugehen! Deshalb, liebe Luzernerinnen und Luzerner: Was immer seitens der Politischen und ihrer Dunkel- und Hintermänner behauptet wird – es gilt Nein und nochmals Nein zum Standort Inseli! 

Aha, da wäre ja noch der Standort des alten Theaters an der Reuss bei der Jesuiten-Kirche – oha, keine Option, weil in kleinkariertem Initiativengeplänkel verhängt – oder die Standort-Studie der Herren Hitz und Heggli (beide höchst engagierte und visionäre Architekten) beim Motorbootshafen – geht auch nicht, weil zu weit und zu wenig attraktiv und überhaupt pfui. 

Wehe, wenn sich die Politik mit Visionärem, oder gar Kreativem, zu beschäftigen beginnt – stramm unterstützt von der Bürokratie – dann kommt – leider gar nichts raus. 

Oh, Littau oder oh, Seetalplatz oder oh, Viscosistadt – noch nie etwas davon gehört? Ja, Mensch, wo leben und steuern und wählen Sie denn? Das sind die ach so gerne Marketing-, Standort- und PR-Phrasierten Hotspots oder öffentlichen Zukunfts-Räume! Arme «möchte-gerne-Weltstadt Luzern», grossartige Leuchtenstadt Luzern, die nur den See- und Bahnhof-Rayon samt ihren einträglichen Car-Park-Plätzen kennt und sonst gar nichts. Keine Visionen – rein gar nichts. 

Salle Modulable auf dem Inseli: Nein danke, und lassen Sie sich nicht von einem mittlerweilen fiktiven 80 Millionen Pseudo-Geschenk erpressen – Nein danke! 

 

Zum Schluss noch das: Der «Südpol» und die sogenannte «freie Theater- und Tanz-Szene» sei mit an Bord und könne sich dann dereinst in der Salle Modulable präsentieren, ist eine infame Lüge – siehe KKL – wie sich die Miet- und Preisentwicklungen für die Stadtluzerner Hobby- und Freizeit-Aktivisten aus der Kulturszene verändert und somit ausgeschlossen haben. Was waren das doch für grossartige Versprechungen gewesen – förderlich und dienlich für das Abstimmungsverhalten der sogenannten Alternativen – dann jedoch nachträglich Ernüchterung pur! 

Und noch das: 31 Millionen Franken sind für den Betrieb und Unterhalt berechnet. Merke: Diese Summe ist nicht für’s künstlerische – sprich inhaltliche – Schaffen budgetiert – also wird das Geld für Künstlerinnen und Künstler und ihr produktives Schaffen fehlen und der Swisslos-Topf wird sowieso für andere Zwecke missbraucht. 

Fazit: Inseli Nein.

Niklaus Lenherr, Luzern  


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Über Herbert Fischer:

Herbert Fischer (1951) arbeitet seit 1969 als Journalist und Pressefotograf. Er war unter anderem Redaktor der «LNN», der «Berner Zeitung» und Chefredaktor der «Zuger Presse». Seine Kernthemen sind Medien (Medienwirkung, Medienethik, Medienpolitik), direkte Demokratie, Sicherheitspolitik, soziale Fragen und gesellschaftliche Entwicklungen. Heute berät und unterstützt er Firmen, Organisationen und Persönlichkeiten in der Öffentlichkeitsarbeit. Fischer war von 1971 bis 1981 Mitglied der SP der Stadt Luzern, seither ist er parteilos. Er ist in Sursee geboren und Bürger von Triengen und Luzern, wo er seit 1953 lebt. Herbert Fischer ist Gründer und Redaktor von lu-wahlen.ch

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Interview von Radio 3fach am 27. August 2012 mit Herbert Fischer:

www.3fach.ch/main-story/lu-wahlen/