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Kolumne der Redaktion

20.10.2015

Auch die Wahlkampfbudgets waren erstaunlicherweise kaum ein Thema

Ich will mich hier nicht über den Zuwachs der rechtsbürgerlichen Parteien um über vier Prozent échauffieren. Was mir vielmehr zu denken gibt: warum die augenfällige Kongruenz von Wahlkampfbudget und Stimmenzuwachs kaum Beachtung findet.


Die Gewinner der Parlamentswahlen 2015 verfügten zusammen über zwei Drittel der gesamten getätigten Wahlkampfausgaben – «Schätzungen zufolge», genauer darf und will man es in diesem Land nicht wissen. 

Kommentatoren werden nicht müde zu betonen, dass Geld keinen oder nur einen marginalen Einfluss auf das Wahlverhalten des Stimmvolkes hat. Falls ein solcher Effekt überhaupt bestehe, beschränke er sich auf die Mobilisierung der eigenen Parteibasis. 

Als ob das Anzweifeln der Wirkung von Werbung (in der Wirtschaft werden dafür jährlich Milliarden aufgewendet) nicht absurd genug wäre, wird die dringlichste Aufgabe eines jeden Wahlkampfes kleingeredet: Nur, wenn es einer Partei gelingt, ihre Sympathisanten zu mobilisieren, besteht überhaupt eine Chance auf Zuwachs.

Das ist denn auch der Schlüssel zum Wahlerfolg namentlich der SVP mit ihrem ebenso intransparenten wie kostspieligen Wahlkampf, für den sie beleibe nicht nur Kommentatoren wie Claude Langchamp offen bewundern. 

NZZ-Chefredaktor Gujer spricht in seinem Kommentar von einer «Rückkehr zur Normalität». «Asyl-Chaos» zählt er zum Vokabular der Angst, das nicht zutreffender werde durch die unablässige Wiederholung, nur um einige Zeilen weiter unten Angela Merkel als «heimliche Wahlhelferin» Blochers zu bezeichnen: «Ihre fatalistische Migrationspolitik» habe Deutschland «an den Rand des partiellen Staatsversagens» gebracht, «in dem die Regierung nicht mehr Herr der Lage zu sein scheint.» Man kann das Vokabular der Angst, das sich für gewöhnlich auf Schlagworte beschränkt, auch auf ganze Sätze ausweiten.

Die offene Bewunderung, das konsequente Ignorieren der Kongruenz von Zuwachs und eingesetzten monetären Mitteln sowie die postwendenden Repliken (getroffene Hunde bellen) legen den Schluss nahe, Bärfuss’ Warnruf gerade in seiner Medienkritik könnte kluger sein, als es sein Furor auf den ersten Blick ersichtlich macht.

Beat Portmann, Emmen


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Über Herbert Fischer:

Herbert Fischer (1951) arbeitet seit 1969 als Journalist und Pressefotograf. Er war unter anderem Redaktor der «LNN», der «Berner Zeitung» und Chefredaktor der «Zuger Presse». Seine Kernthemen sind Medien (Medienwirkung, Medienethik, Medienpolitik), direkte Demokratie, Sicherheitspolitik, soziale Fragen und gesellschaftliche Entwicklungen. Heute berät und unterstützt er Firmen, Organisationen und Persönlichkeiten in der Öffentlichkeitsarbeit. Fischer war von 1971 bis 1981 Mitglied der SP der Stadt Luzern, seither ist er parteilos. Er ist in Sursee geboren und Bürger von Triengen und Luzern, wo er seit 1953 lebt. Herbert Fischer ist Gründer und Redaktor von lu-wahlen.ch

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Interview von Radio 3fach am 27. August 2012 mit Herbert Fischer:

www.3fach.ch/main-story/lu-wahlen/