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Kolumne der Redaktion

31.10.2014

Kein öffentliches Geld für die Gütschbahn

Die finanzielle Lage in der Stadt Luzern ist angespannt und der Stadtrat schnürt gerade das nächste Sparpaket. In dieser Situation kann sich die Stadt keine neuen Luxusprojekte leisten. Die Gütschbahn dient in allererster Linie dem Hotel und dem Restaurant selber.


Roger Sonderegger (*1977) ist in Littau aufgewachsen. Er hat Geographie, Englisch und Raumplanung studiert und über «Zweitwohnungsbau im Alpenraum» doktoriert. Sonderegger arbeitet als Projektleiter und Dozent an der Hochschule Luzern. Er ist verheiratet und Vater eines Sohnes. Seit 2012 vertritt die CVP im Grossen Stadtrat.

Das zeigen auch die Fahrgastzahlen, die in der Vergangenheit jeweils zusammengebrochen sind, wenn Hotel und Restaurant geschlossen blieben. Deshalb ist die Finanzierung – wie bei allen anderen Hotelbahnen in der Geschichte der Zentralschweiz – weiterhin Privatsache. 

Die Gütschbahn wird nie ein wichtiger Bestandteil des öffentlichen Verkehrs in der Stadt Luzern sein. Auf der Linie 1 sind fast 10 000 Personen täglich unterwegs, und auf diversen anderen Bus- und Bahnlinien sind es ebenfalls mehrere tausend Personen. Auf der Gütschbahn hingegen rechnet der Stadtrat mit 60 Personen werktags, mit rund 100 samstags und rund 150 an Sonntagen. Sogar an einem Sonntag hätten damit alle Fahrgäste in einem einzigen Trolleybus der Linie 1 Platz! 

Diese sehr tiefe Auslastung (die bei einer Integration in den Tarifverbund allenfalls etwas steigen könnte) steht deshalb in keinem Verhältnis zur Investition von 2,6 Millionen Franken.

Es wäre billiger, das ganze Jahr über allen Fahrgästen ein Taxi auf den Gütsch zu bezahlen als alle Kosten für Betrieb und Investitionen zu tragen – jeweils 4 Personen pro Taxi einmal vorausgesetzt. Auch die Ausflüge in den Gütschwald ergeben keine genügende Nachfrage angesichts der enormen notwendigen Investitionen. Sie sind ja in diesen Zahlen bereits enthalten.

Auch mir liegen die Gütschbahn und das wunderbare Hotel am Herzen, beide gehören zu Luzern. Doch das ist für mich kein Grund, dass die Stadt den Betrieb bezahlen soll. Vielmehr ärgere ich mich darüber, dass eine einzige private Person für so viel Unmut in Luzern sorgen kann, wohl ohne es überhaupt selber festzustellen. Eine Hotelbahn ist keine öffentliche, sondern eine private Aufgabe. Das gilt auch für russische Milliardäre. Sonst müsste die Stadt Luzern fairerweise auch die Bahn zum Hotel Montana und andere Bahnen unterstützen. 

Roger Sonderegger, CVP-Grossstadtrat, Luzern 


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Über Herbert Fischer:

Herbert Fischer (1951) arbeitet seit 1969 als Journalist und Pressefotograf. Er war unter anderem Redaktor der «LNN», der «Berner Zeitung» und Chefredaktor der «Zuger Presse». Seine Kernthemen sind Medien (Medienwirkung, Medienethik, Medienpolitik), direkte Demokratie, Sicherheitspolitik, soziale Fragen und gesellschaftliche Entwicklungen. Heute berät und unterstützt er Firmen, Organisationen und Persönlichkeiten in der Öffentlichkeitsarbeit. Fischer war von 1971 bis 1981 Mitglied der SP der Stadt Luzern, seither ist er parteilos. Er ist in Sursee geboren und Bürger von Triengen und Luzern, wo er seit 1953 lebt. Herbert Fischer ist Gründer und Redaktor von lu-wahlen.ch

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Interview von Radio 3fach am 27. August 2012 mit Herbert Fischer:

www.3fach.ch/main-story/lu-wahlen/