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Kolumne der Redaktion

13.05.2014

Luzern ehrt Verkehrshaus-Gründer Alfred Waldis mit einem Platz vor dem Filmtheater

Was lu-wahlen.ch letzten Sommer vorgeschlagen hat, hat die Stadt heute umgesetzt. Sie weihte vor dem Filmtheater des Verkehrshauses den Alfred Waldis-Platz ein. Dabei hielt Stadtpräsident Stefan Roth eine kurze Ansprache, in der er den Gründer und Erbauer des Verkehrshauses, den international renommierten Museums- und Verkehrsfachmann und den grossen Sohn der Stadt gebürend würdigte. Hier folgt der Redetext des Stadtpräsidenten.


Die Frau an seiner Seite: Witwe Lily Waldis (im Rollstuhl) hat massgeblichen Anteil an den herausragenden Leistungen von Alfred Waldis.

Altregierungsrat Heini Zemp (links) präsi-diert die Stiftung zur Förderung des Ver-kehrshauses; rechts Verkehrshaus-Direktor Martin Bütikofer.

Altstadtpräsident Urs W. Studer (links) ist Vizepräsident, der Urner Altnationalrat Franz Steinegger Präsident des Verkehrs-hauses der Schweiz.

Bilder: Herbert Fischer

Sehr geehrte Frau Waldis
Sehr geehrte Angehörige und Freunde von Alfred Waldis
Geschätzte Freundinnen und Freunde vom Verkehrshaus
Sehr geehrte Luzernerinnen und Luzerner

Herzlichen Dank, dass Sie heute alle hierher gekommen sind. Wir geben diesem Platz, der bisher keinen Namen hatte, heute einen Namen. Bisher habe ich, wenn jemand diesen Ort hier als Treffpunkt gemeint hat, schon gehört sagen: Vor dem Verkehrshaus, «am Egge zur neuen S-Bahn-Station» oder «bei der Sissi», gemeint ist der Bohrkopf hier. Ab Morgen können wir alle sagen: Wir sehen uns vor dem Verkehrshaus, auf dem Alfred Waldis-Platz.

Wie es sich zu einer Taufe gehört, beziehungsweise zur Taufe dieses Platzer hier, genau genommen für die Enthüllung der Tafel, treffen wir uns zu einer kleinen Feier. 

Musikalisch begleitet werden wir von einem Posaunen-Ensemble der Musikschule Stadt Luzern. Acht Schülerinnen und Schüler von Wolfgang Schmid haben einige kurze Stücke einstudiert, viele davon kennen Sie ganz bestimmt. Ich danke euch, liebe Musikschülerinnen und Musikschüler, dass Ihr den Anlass hier verschönert. 

Dr. h.c. Alfred Waldis, der Gründungsdirektor des Verkehrshaus, der 1977 den Doktortitel honoris causa bekommen hat, ist für Luzern ein Glücksfall. Er ist von meinem Amtsvor-, vor-, vor-, vor-, -vorgänger Paul Kopp als erster Museumsdirektor vorgeschlagen worden. Alfred Waldis hat ab 1957 das Schweizerische Verkehrsmuseum in Luzern aufgebaut. 1959 ist das Museum unter dem Namen Verkehrshaus der Schweiz eröffnet worden. Vom Gründungstag bis 1979 hat Alfred Waldis das Verkehrshaus als Direktor geleitet. Nachher hat er sich auf den Verein konzentriert, dem er von 1981 bis 1990 als Präsident vorgestanden ist. 

Alfred Waldis hat das Schicksal des Verkehrshauses massgeblich geprägt. Das Verkehrshaus, wie wir es heute kennen, trägt noch heute zu weiten Teilen seine Handschrift. Das Verkehrshaus ist seit Jahrzehnten das meistbesuchte Museum der Schweiz. Es gibt kaum eine Schweizerin oder einen Schweizer, der oder die noch nie hier war.

Und somit sind denn auch alle schon mal in der Stadt Luzern Luzern gewesen. Was wir in Luzern mit vollem Namen „Verkehrshaus der Schweiz“ nennen, wird andernorts als „Verkehrshaus Luzern“ bezeichnet. Das Verkehrshaus gehört einfach zu Luzern. Dass dem so ist, verdanken wird Alfred Waldis. 

Das Museum ist für Luzern (und zwar für Stadt und Region Luzern) von unschätzbarem Wert. Deshalb ist der Gründer Alfred Waldis 1984 mit der Ehrennadel der Stadt Luzern ausgezeichnet und 2005 mit dem Ehrenbürgerrecht geehrt worden. Und jetzt, ab heute trägt ein Platz in Luzern seinen Namen. Wo würde der passender liegen als hier? 

Dank Alfred Waldis seinem Verkehrshaus wird der Name Luzern immer wieder in die Welt hinaus getragen. Das ist sogar „en chli“ untertrieben. Die Weltraumflüge von Claude Nicollier und der legendäre Ausspruch von alt Bundesrat Dölf Ogi „Freude herrscht!“ haben den Namen Luzern sogar über den Globus hinaus getragen. 

Alfred Waldis ist aber nicht bloss genialer Botschafter von Luzern gewesen. Bähnler mit Herz und Blut und Leib und Seele ist er auch gewesen. Vor allem aber auch unwahrscheinlich initiativ, gschaffig und einfallsreich. Er ist eine Person gewesen mit unermüdlicher Arbeitslust und ebenso gewaltigem Gestaltungswillen und Gestaltungskraft.  

Wenn der Stadtrat in den letzten Jahren seine Klausuren im Tertianum durchgeführt hat, hat sich auch für mich immer ein kurzes Gespräch mit Alfred Waldis ergeben. Wenige Worte haben genügt, um zu spüren, dass ein beweglicher Geist in diesem Menschen gewohnt hat. Einer, wo eine Meinung gehabt hat, wo Ideen gehabt hat und Pläne, wie man die Fantasien in Realität umsetzen kann. 

Das Wort „Museum“ hat für Alfred Waldis nicht bloss „Blick in die Vergangenheit“ geheissen, sondern mindestens so sehr „Blick in die Zukunft“. Nur deshalb, hat er dieses riesige Werk vollbracht und es so zuverlässig konzipiert, dass es heute noch immer zieht. Die Leistungen der heutigen Verkehrshauscrew will ich damit überhaupt nicht schmälern. Die Erneuerungen und die Ausstellungen, wie aktuell über die Segelnation Schweiz, sind Spitzenklasse. 

Trotzdem: Das Engagement von Alfred Waldis zu Gunsten der Öffentlichkeit ist einzigartig gewesen. Es braucht solche ausserordentliche Persönlichkeiten, damit Ausserordentliches geschehen kann. Wenn wir – sein Nachnachnachfolger Martin Bütikofer und ich – jetzt dann gleich die Tafel enthüllen, dann manchen wir das voller Bewunderung und voller Demut. Bewunderung für einen Macher der Extraklasse und Demut vor einem, der nicht mehr unter uns ist. 

Luzern hat einen Alfred Waldis-Platz. Das ist ein Grund zum Feiern. Ich habe den Spruch heute schon einmal zitiert und tue es grad nochmals: Freude herrscht!

Ich lade Sie ein, mit Lily Waldis und ihrer Familie, mit den Mitarbeitenden des Verkehrshauses und allen Anwesenden anzustossen. 

Auf unseren Alfred Waldis-Platz!

Stefan Roth, Stadtpräsident (CVP), Luzern


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Über Herbert Fischer:

Herbert Fischer (1951) arbeitet seit 1969 als Journalist und Pressefotograf. Er war unter anderem Redaktor der «LNN», der «Berner Zeitung» und Chefredaktor der «Zuger Presse». Seine Kernthemen sind Medien (Medienwirkung, Medienethik, Medienpolitik), direkte Demokratie, Sicherheitspolitik, soziale Fragen und gesellschaftliche Entwicklungen. Heute berät und unterstützt er Firmen, Organisationen und Persönlichkeiten in der Öffentlichkeitsarbeit. Fischer war von 1971 bis 1981 Mitglied der SP der Stadt Luzern, seither ist er parteilos. Er ist in Sursee geboren und Bürger von Triengen und Luzern, wo er seit 1953 lebt. Herbert Fischer ist Gründer und Redaktor von lu-wahlen.ch

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Interview von Radio 3fach am 27. August 2012 mit Herbert Fischer:

www.3fach.ch/main-story/lu-wahlen/