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Kolumne der Redaktion

03.01.2014

«MaiHof» - wie die Architekten eine anspruchsvolle Aufgabe meisterten (3)

Beim Umbauprojekt «MaiHof» setzte das Luzerner Architekturbüro gzp architekten auf einen behutsamen Umgang mit dem bauhistorischen Erbe. Es galt, die Balance zu finden zwischen den neuen Nutzungsanforderungen und der Wahrung der architektonischen Qualitäten des von Architekt Otto Dreyer entworfenen Ensembles. Dazu hier, was Architekt Marco Rosso heute vor den Medien sagte.


Architekt Marco Rosso von gzp architekten.

Bilder: Herbert Fischer

Zu diesen historischen Aufnahmen aus dem Pfarreiarchiv folgen Legenden.

Das ehemalige Pfarreiheim erfuhr mit dem Einbau eines Aufzugs und einer neuen Treppenanlage die umfangreichsten baulichen Eingriffe. Im Erdgeschoss wurden mit dem Bistro anstelle der ehemaligen Eingangshalle und dem kleinen Saal die Begegnungsräume des Zentrums neu gestaltet. Durch die geschosshohen Fensterfronten öffnen sie sich einladend zum stufenlosen Kirchenplatz. Mit der vergrösserten und neu eingerichteten Küche können Anlässe im kleinen Saal und in der Kirche optimal bewirtet werden.

Im 1. Obergeschoss stehen wie bis anhin vier unterschiedlich grosse, renovierte Gruppenräume und zusätzlich ein Raum für das Quartierbüro zur Verfügung. Die Hauswartwohnung und die Abstellräume im 2. Obergeschoss wurden zu Büroräumen für die Pfarrei umfunktioniert. Eine fast vollständige Erneuerung der veralteten Hausinstallationen (Heizung, Sanitär, Elektro) war unumgänglich und die ganze Gebäudehülle des Pfarreiheims wurde wärmedämmtechnisch auf einen zeitgemässen Stand gebracht.

Das Pfarreiheim ist neu durch einen Windfang unter dem bestehenden Vordach mit dem Kirchensaal räumlich verbunden. Die Kirche wurde restauriert und technisch an die neuen Anforderungen als multifunktionaler Saal angepasst.

Der ehemalige Pfarreisaal unter der Kirche wurde zu Räumlichkeiten für Kindergarten und Spielgruppe umgebaut. Beim Umbau achteten die Architekten darauf, dass der Saal mit den charakteristischen Pilzstützen optisch als Einheit erhalten blieb.

Die originale Umgebungsgestaltung aus den 1940-er-Jahren wurde teilweise bereits mehrmals verändert. Ziel der aktuellen Umgestaltung der Umgebung war eine Bereinigung früherer Eingriffe. Neue Anforderungen an die Umgebung wurden in der Sprache der originalen Gestaltung umgesetzt.

Bei diesem Umbau stellte die Nutzungsänderung der unter kantonalem Denkmalschutz stehenden Kirche die grösste Herausforderung für die Architekten dar. Die heutigen Anforderungen an multifunktionale Säle sind nicht vergleichbar mit den Einrichtungen in den 1940-er-Jahren.

Die während des Zweiten Weltkrieges gebaute Kirche wurde zudem äusserst sparsam erstellt, denn Baumaterialien waren damals eine Mangelware. Durch den Einbau von schweren Lüftungsaggregaten und Lastenaufzügen musste der Dachstuhl verstärkt werden. Installationen im engen Dachstuhl waren zeitweise nur im Kriechgang möglich. Der 20cm dünne Betonboden der Kirche bot keinen Raum für das Einlegen von Elektroleitungen für die Bodendosen in der Kirche. Diese mussten an der darunter liegenden Kindergartendecke geführt und einzeln nach oben gebohrt werden.

Der mit Kunststeinplatten verkleidete Kirchensaal wird zukünftig auch für Orchesterproben genutzt. Der hallige Raum wurde deshalb mit Textil-Absorbern ausgestattet. Diese Massnahmen helfen die Raumakustik zu verbessern, reduzieren jedoch nicht den Schall nach aussen. Da das Gebäude heute mitten in einem Wohnquartier steht, mussten zusätzliche Massnahmen an der Gebäudehülle ergriffen werden, um den Betrieb auch nach 22 Uhr zu ermöglichen.

Es zeigte sich bald, dass die reduzierte Architektur des einzigartigen Kirchensaals durch den Umbau mit Standarddetails nicht erhalten werden kann. Aus diesem Grund wurden in Zusammenarbeit mit verschiedenen Spezialisten neue Konstruktionen entworfen, welche den individuellen Anforderungen des anspruchsvollen Raumes entsprachen.

Marco Rosso, dipl. Architekt ETH SIA, gzp architekten, Luzern

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Siehe dazu weiter unten auch unter «In Verbindung stehende Artikel».


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Über Herbert Fischer:

Herbert Fischer (1951) arbeitet seit 1969 als Journalist und Pressefotograf. Er war unter anderem Redaktor der «LNN», der «Berner Zeitung» und Chefredaktor der «Zuger Presse». Seine Kernthemen sind Medien (Medienwirkung, Medienethik, Medienpolitik), direkte Demokratie, Sicherheitspolitik, soziale Fragen und gesellschaftliche Entwicklungen. Heute berät und unterstützt er Firmen, Organisationen und Persönlichkeiten in der Öffentlichkeitsarbeit. Fischer war von 1971 bis 1981 Mitglied der SP der Stadt Luzern, seither ist er parteilos. Er ist in Sursee geboren und Bürger von Triengen und Luzern, wo er seit 1953 lebt. Herbert Fischer ist Gründer und Redaktor von lu-wahlen.ch

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Interview von Radio 3fach am 27. August 2012 mit Herbert Fischer:

www.3fach.ch/main-story/lu-wahlen/