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Kolumne der Redaktion

18.12.2012

onlinereports.ch zeigt, wie Hofberichterstattung funktioniert

Das Magazin Persönlich berichtet - eigentlich - über die Medienbranche. Sein Herausgeber und Chefredaktor ist Matthias Ackeret, der auch im Sold Christoph Blochers steht. Das ebenso bemerkenswerte wie empfehlenswerte Basler Online-Portal onlinereports.ch hat interessante Feststellungen gemacht. Siehe dazu ganz unten unter «Dateien».


«Persönlich» ist eine Fachzeitschrift für die Medienbranche. Ihr Herausgeber und Chefredaktor ist Matthias Ackeret, weiland ein durchaus respektierter Medienschaffender, der inzwischen zugleich allerdings wöchentlich auf teleblocher.ch dem SVP-Politiker Stichworte gibt, auf die dieser dann seine sattsam bekannten heftigen und deftigen Antworten liefert. Mitunter sind sie von so aufgebauschter «Brisanz», dass hinterher fast alle Medien landauf landab die vom SVP-Führer in die Welt gesetzten Verschwörungstheorien und Schuldzuweisungen nachplappern und sie zu einer innenpolitischen Krise emporschreiben. 

Das ist Blochers gutes Recht, denn wer Geld hat, kann sich in diesem Land auch Medien leisten, die ihm den Hof machen und vor ihm zu Kreuze kriechen.

Nicht Blocher also ist in vorstehender Causa das Problem, sondern das System, das derlei Stiefelleckereien nicht nur ermöglicht, sondern geradezu befördert. Geld stinkt bekanntlich nicht, erst recht dann nicht, wenn man «die Liesel am Geläut kennt», wie Friedrich Schiller hier wohl beisteuern würde, weil dies in solchen Szenarien oft der Fall ist; weil also eh klar ist, wer in wessen Sold steht.

Zu diesem System gehören allerdings Journalisten, die sich für solch unappetitliche Spiele hergeben; in einer anderen «Branche» wäre wohl das Wort Strichgang angezeigt, für Medienschaffende also, die sich auch nicht zu schade sind, als Diener mehrerer Herren zu wirken, um es etwas vornehmer auszudrücken. 

Einen exemplarischen Sündenfall belegte unlängst der «Tagesanzeiger» anhand der «Neuen Urner Zeitung». In diesem Imprimat, einem Ableger des Monopolkonzerns von der Luzerner Maihofstrasse, mehrheitlich im Besitz übrigens der ansonsten hochwohllöblichen «NZZ», berichtet ein Redaktor regelmässig über das Projekt von Sami Sawiris in Andermatt im urnerischen Hospental. Zugleich jedoch – und hier klemmts – steht er im Sold selbigen ägyptischen Milliardärs, indem er für dessen PR-Abteilung arbeitet (siehe dazu weiter unten auf dieser Seite unter «In Verbindung stehende Artikel»). Die LeserInnen der «Neuen Urner Zeitung» freilich, kraft ihrer historischen Weisheiten fremden Vögten eigentlich zutiefst und höchst erfolgreich abgeneigt, wissen davon nichts...

Zurück zum geschmeidigen Herrn Dr. Matthias Ackeret. Herr Dr. Christoph Blocher kann von sich geben, was er will: hartnäckige Rückfragen durch Ackeret? Vergiss es.

«Nachfassen» auf ausweichende oder unpräzise Antworten, wie das im Fachjargon heisst? Von wegen.

Genau nach diesem System funktioniert ein Interview, das Matthias Ackeret in besagtem «Persönlich» mit dem CEO der «Basler Zeitung» geführt hat, dem wendigen Rolf Bollmann (siehe unter «Dateien»). Die «BaZ» steht bekanntlich längst unter dem Einfluss Blochers. Man suche in diesem Fragenkatalog vor allem nach Indizien für die eigentlichen und wirklichen Ziele der Finanzierer der «BaZ». Wird schwierig werden. 

Hingegen ertrage man – ja, auch das muss hier sein – was dieser Herr Bollmann über RedaktorInnen der «BaZ» – teils nach jahrzehntelanger Treue zu ihrem Arbeitgeber – von sich gibt: Er nennt sie unter anderem «Charakterlumpen» (siehe dazu weiter unten unter «Dateien»).

Um dies wirklich zu glauben, lese man dieses Gesellenstück berufsethischer Verwerflichkeit, so weh es tut, zweimal.

Man lese aber auch, was onlinereports.ch dazu geschrieben hat, eben: die herausragende Online-Plattform des Basler Journalisten Peter Knechtli (siehe dazu ebenfalls unter «Dateien»).

Vor allem aber, falls hier noch 17 Sekunden Medienpädagogik erlaubt sind: Kommt ein «Interview» etwas gar devot daher, frage man sich doch einfach, wer es geführt hat und in welchem Verhältnis der Befrager zum Befragten steht. So einfach ist das.

Herbert Fischer, Gründer und Redaktor von lu-wahlen.ch, Luzern

 


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Über Herbert Fischer:

Herbert Fischer (1951) arbeitet seit 1969 als Journalist und Pressefotograf. Er war unter anderem Redaktor der «LNN», der «Berner Zeitung» und Chefredaktor der «Zuger Presse». Seine Kernthemen sind Medien (Medienwirkung, Medienethik, Medienpolitik), direkte Demokratie, Sicherheitspolitik, soziale Fragen und gesellschaftliche Entwicklungen. Heute berät und unterstützt er Firmen, Organisationen und Persönlichkeiten in der Öffentlichkeitsarbeit. Fischer war von 1971 bis 1981 Mitglied der SP der Stadt Luzern, seither ist er parteilos. Er ist in Sursee geboren und Bürger von Triengen und Luzern, wo er seit 1953 lebt. Herbert Fischer ist Gründer und Redaktor von lu-wahlen.ch

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Interview von Radio 3fach am 27. August 2012 mit Herbert Fischer:

www.3fach.ch/main-story/lu-wahlen/