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Kolumne der Redaktion

26.11.2012

100 Jahre SP Kriens (1): Die Rede von Präsident Ernst Schäfer

Die Sozialdemokratische Partei Kriens hat am Sonntag ihr hundertjähriges Bestehen gefeiert. lu-wahlen stellt die Manukripte der drei Reden online, die gehalten worden sind. Für erste jene von Präsident Ernst Schäfer, jene von Kantonsrätin Felictas Zopfi und Nationalrätin Prisca Birrer-Heimo folgen sobald wie möglich. Auch werden Bilder aufgeschaltet.


Es ist mir ein ausserordentliches Vergnügen, sie im Namen des Vorstandes der SP Kriens zu unserer 100-Jahr-Feier willkommen zu heissen. Ganz speziell begrüssen möchte ich unsere Kantonalpräsidentin Felicitas Zopfi und unsere Luzerner SP-Nationalrätin Prisca Birrer Heimo, welche im Anschluss ein paar Worte an uns richten. Ebenso freut es mich, dass auch Vertreterinnen anderer Parteien unserer Einladung gefolgt sind. 

Es erwartet uns ein reiches Programm, musikalisch werden wir durch den Anlass begleitet durch die Kirks’s Patrol. Das Improvisationstheater Ohnewiederholung wird uns auf seine Art und Weise einen Spiegel hinhalten, Polittheater mal anders. Ab 19.00h gibt’s Risotto – es lohnt sich also, auszuharren.

So vieles was unser heutiges tägliches Leben ausmacht, erscheint uns so selbstverständlich, weil wir gar nichts anderes kennen, wir sind damit aufgewachsen.

Im Rahmen dieser 100-Jahr-Feier möchten wir kurz zurückschauen - ich möchte nicht einzelnen Männern (und natürlich auch Frauen) danken - nein, vielmehr gilt es solidarisch ALLEN zu danken, die unermüdlich in unzähligen Abstimmungskämpfen und Volksbegehren auf eidgenössischer, kantonaler und kommunaler Ebene uneigennützig enorme Arbeit leisteten. Die Errungenschaften die wir heute geniessen und die es zu erhalten gilt wurzeln in der politischen Auseinandersetzung und Tatkraft dieser Vorgänger.

Ich habe in einer Chronik von Josef Köchli einige interessante Details gefunden:

. Die Geschichte der SP Kriens ist die Geschichte der Krienser Arbeiterbewegung. Im Rahmen der Industrialisierung eröffnete August Bell im Jahre 1845 eine Pferdehaarflechterei und 1860 gründete er die Seidenindustrie. Im Zuge der Zeit kam eine Giesserei, eine mechanische Werkstätte dazu und bildetet eine blühende Maschinenfabrik. Im Kupferhammer entstand ein Hammer und Walzwerk, in der Fenkern eine Kittfabrik. Zudem kamen etliche Kleinbetriebe dazu. In all diesen Betrieben waren eine stattliche Anzahl von Arbeiterinnen und Arbeitern beschäftigt.

. 1863 erfolgte die Gründung des Krienser Arbeitervereins mit dem Ziel die berufliche Weiterbildung zu fördern, damit verbunden war die Verpflichtung, dem vereinsinternen Gesangsverein beizutreten.

. Zunehmend wurden Fragen des Lohns und der Arbeitszeit diskutiert und mit dem linksorientierten Grütliverein in Luzern wurden freundschaftliche Beziehungen geknüpft.

. Die Bell-Leitung hatte darob keine Freude und versuchte, die Bestrebungen zu zerstreuen.

. 1872 Neugründung des Grütlivereins in Kriens.

. Themen waren Gewerkschaftsfragen und die Gründung kultureller Vereine.

. Interessanter Vorstoss von Kriens: «Es ist für den Grütliverein Kriens eine durchaus würdige Aufgabe, einleitende Schritte für die Erstellung eines Kantonsspitals zu tun.»

. Anschliessend Gründung der Demokratischen und Arbeiterpartei Kriens.

Schon 1896 stellte die Arbeitnehmerschaft den Antrag auf eine öffentliche Badeanstalt. Man höre und staune – sie hätten heute vermutlich die helle Freude an «unserer Badi».

Am 4. April 1912 entschied die Mitgliedschaft der Arbeiterpartei, den Namen in Sozialdemokratischer Verein Kriens abzuändern. Alle Aktionen wurden fortan unter dem Namen Sozialdemokratische Partei Kriens durchgeführt und unterzeichnet.

Soziale Anliegen auf Gemeindeebene waren zentral. Nicht alles wurde auf Anhieb verwirklicht, doch vieles wurde mit der Zeit auch von der bürgerlichen Mehrheit als richtig erkannt - wie heute:

. Einführung der Gratis-Lehrmittelabgabe an den Primar und Sekundarschulen.

. Enorm viele Vorstösse für die unentgeltliche Bestattung.

. Viele Kämpfe für den sozialen Wohnungsbau.

. Aus den Reihen der Sozialdemokreten kam 1942 die Anregung zur Gründung eines freiwilligen Haus und Krankenpflegevereins welcher durch unseren SP Armenpfleger viele Jahre umsichtig geleitet und zu einer segensreichen Institution gemacht wurde.

Eine Eingabe der SP Kriens verlangte die Errichtung eines Alters- und Pflegeheims.

Bei den Wahlen und 1971 nimmt mit der Krienserin Klara Vögtli erstmals eine Frau in der SP-Grossratsfraktion. 

Auch im Gemeinderat war die SP mit engagierten Persönlichkeiten vertreten und ist es heute noch.

Kürzlich feierte der Einwohnerrat Kriens sein 50 jähriges Bestehen. Im Laufe dieser Zeit haben auch die Vertreter der SP im Einwohnerrat für eine lebenswerte Gemeinde gekämpft und die politische Auseinandersetzung gesucht.

Und das tun wir auch heute noch. Es braucht dazu Mut, Entschlossenheit und Engagement und eine Portion inneres politisches Feuer.

Es freut mich, nun das Wort unserer Kantonalpräsidentin Felicitas Zopfi zu geben.

Ernst Schäfer, Präsident SP Kriens 


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Über Herbert Fischer:

Herbert Fischer (1951) arbeitet seit 1969 als Journalist und Pressefotograf. Er war unter anderem Redaktor der «LNN», der «Berner Zeitung» und Chefredaktor der «Zuger Presse». Seine Kernthemen sind Medien (Medienwirkung, Medienethik, Medienpolitik), direkte Demokratie, Sicherheitspolitik, soziale Fragen und gesellschaftliche Entwicklungen. Heute berät und unterstützt er Firmen, Organisationen und Persönlichkeiten in der Öffentlichkeitsarbeit. Fischer war von 1971 bis 1981 Mitglied der SP der Stadt Luzern, seither ist er parteilos. Er ist in Sursee geboren und Bürger von Triengen und Luzern, wo er seit 1953 lebt. Herbert Fischer ist Gründer und Redaktor von lu-wahlen.ch

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Interview von Radio 3fach am 27. August 2012 mit Herbert Fischer:

www.3fach.ch/main-story/lu-wahlen/