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Kolumne der Redaktion

18.07.2012

Car-Chaos am Schwanenplatz: Da werden Ursachen und Wirkungen verwechselt

Die «Neue LZ» hat die vom Car-Chaos am Schwanenplatz verursachten Probleme thematisiert. Ich gehöre zu jenen Leuten, die sich darüber seit Jahren ärgern.


Treffender als auf dem zum Beitrag gehörenden Bild kann man die dort herrschenden Zustände nicht dokumentieren; da stehen nämlich auf dem übervollen Platz ein Car auf dem seeseitigen Trottoir und daneben eine offensichtlich hilflose «Ordnerin». Als ich kürzlich bei einer ähnlichen Situation einen Securitasmann auf den Zustand ansprach beschied er mir, das gehe mich nichts an und überdies werde er «vom Gwärb bezahlt»!

Korrekterweise konnten sich in dem «NLZ»-Beitrag auch die Sprecher zweier Uhrenfirmen zur Situation äussern. Wer nun aber erwartet hätte, dass diese die Zustände einigermassen objektiv beurteilen, wird enttäuscht. Da wird schöngeredet, die direkte Zufahrt zur Altstadt als «lebenswichtig» (!) bezeichnet, von geordneten Verhältnissen gesprochen und wenn es in Stosszeiten gleichwohl zur Problemen komme, entstehen diese – so die Sprecher – durch den starken Privatverkehr und den dichten Busfahrplan. 

Da werden ganz offensichtlich Ursache und Wirkung verwechselt. Tatsächlich ist die Situation jeweils zu Stoßzeiten unerträglich. 

Die Nutzer des öffentlichen und des privaten Verkehrs sind auch Wirtschaftsteilnehmer und nicht ausschliesslich zum Vergnügen unterwegs. Kommt dazu, dass das heutige Carkonzept pro Ankunft und Wegfahrt je eine Leerfahrt produziert.  

Immer und immer wieder wird die leiseste Kritik am Schwanenplatz-Carparkplatz mit der Wertschöpfung, den Arbeitsplätzen und den Steuern der dort ansässigen Firmen und ihrer Mitarbeiter gekontert. Erkundigt man sich allerdings nach genauen Zahlen, herrscht beredetes Schweigen. Das ist nachvollziehbar, kennt doch der Kanton Luzern die tiefsten Unternehmensgewinnsteuern der Schweiz, wohnen und steuern die meisten der dort Beschäftigten nicht in der Stadt Luzern und zahlen die ausländischen Kunden der Geschäfte auf den gekauften Waren keine Mehrwertsteuer, da die Produkte ausgeführt werden. «Tax free» heisst dies dann neudeutsch. Ich warte immer noch auf eine längst überfällige Publikation aussagekräftiger Zahlen der dort ansässigen Firmen. 

Auch wenn ich mich frage, ob ein solch einseitiger Branchenmix wie am Grendel sinnvoll ist und wie er sich in allfälligen Krisenzeiten auswirken würde, mag ich den dort ansässigen Geschäften und ihren Angestellten den geschäftlichen Erfolg herzlich gönnen. Nur sollte dieser Erfolg eben nicht so extrem zulasten des innerstädtischen Verkehrssystems erzielt werden. 

In kaum einer vergleichbaren Tourismusdestination Europas werden die Car-Touristen zum Shopping direkt vor die Geschäfte gekarrt. 

Es wird Zeit, dass sich etwas ändert am Schwanenplatz! Dazu sind eben Anpassungswille und auch Phantasie erforderlich; andere Altstadtgeschäfte mussten sich ebenfalls anpassen. Wer weiss: Vielleicht werden die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt schliesslich mittels des Initiativrechts aktiv...

Der Krug geht bekanntlich zum Brunnen bis er bricht!

René Wigger, Luzern


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Über Herbert Fischer:

Herbert Fischer (1951) arbeitet seit 1969 als Journalist und Pressefotograf. Er war unter anderem Redaktor der «LNN», der «Berner Zeitung» und Chefredaktor der «Zuger Presse». Seine Kernthemen sind Medien (Medienwirkung, Medienethik, Medienpolitik), direkte Demokratie, Sicherheitspolitik, soziale Fragen und gesellschaftliche Entwicklungen. Heute berät und unterstützt er Firmen, Organisationen und Persönlichkeiten in der Öffentlichkeitsarbeit. Fischer war von 1971 bis 1981 Mitglied der SP der Stadt Luzern, seither ist er parteilos. Er ist in Sursee geboren und Bürger von Triengen und Luzern, wo er seit 1953 lebt. Herbert Fischer ist Gründer und Redaktor von lu-wahlen.ch

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Interview von Radio 3fach am 27. August 2012 mit Herbert Fischer:

www.3fach.ch/main-story/lu-wahlen/