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Kolumne der Redaktion

02.03.2012

Ja zum Buch mit Preisbindung

Die ganze Diskussion um die Buchpreisbindung geht mir als direktbetroffenem Buchhändler sehr nahe. Da gibt es tatsächlich selbsternannte Branchenkenner und neoliberale Wettbewerbshüter, die mir erklären wollen, wie ich das Geschäft führen soll.


Alain Greter (links) führt an der Mariahilfgasse 3 in Luzern die Buchhandlung Alter Ego. Er ist zudem Kantonsrat der Grünen. Rechts: Der Journalist Hans Stutz, ebenfalls Kantonsrat der Grünen.<br><br>Bild: Herbert Fischer

Alain Greter (links) führt an der Mariahilfgasse 3 in Luzern die Buchhandlung Alter Ego. Er ist zudem Kantonsrat der Grünen. Rechts: Der Journalist Hans Stutz, ebenfalls Kantonsrat der Grünen.

Bild: Herbert Fischer

Ich soll innovativ sein und zum Beispiel auch Kaffee anbieten. Ausgezeichneten Kaffee gibt es aber gleich um die Ecke bei Henk oder Icilio: Den kann ich nicht übertreffen und will es auch nicht. Ich verkaufe leidenschaftlich gerne Bücher und nichts anderes. Mit der Buchpreisbindung kann ich dies auch weiterhin tun.

Die Buchpreisbindung schafft für grosse und kleine Player möglichst gleich lange Spiesse und ermöglicht dadurch erst den freien Wettbewerb. Diesem stelle ich mich noch so gerne mit einem ausgewählten Sortiment und einer professionellen Beratung.

Zum Glück gibt es sehr viele Leute, die den Doppelcharakter des Buches erkennen. Das Buch ist eine Ware wie jede andere, aber anders als fast alle anderen Waren ist ein Buch zugleich die Verkörperung von Geist.

Christine Richard hat dies in der «Basler Zeitung» vom 22. Februar 2012 treffend formuliert: «Der Kampf um die Buchpreisbindung ist letztlich ein Stellvertreterstreit; es geht um Geist gegen Geld. [...] Wer für die Buchpreisbindung stimmt, will prioritär den Geist des Buches schützen und schaut auf Vielfalt und Qualität.»

Schützen auch Sie den Geist des Buches und stimmen Sie Ja zum Buch mit Preisbindung.

Alain Greter, Buchhändler/Kantonsrat Grüne, Luzern

P.S. Der Vorzeigebuchhändler, der gegen die Preisbindung ist, hat in der «Neuen Luzerner Zeitung» vom 1. März 2012 ein Kleininserat geschaltet. Darin behauptet er, ohne Buchpreisbindung könne er besser auf seine Kunden eingehen. Was genau er damit meint, weiss ich nicht. Ich beschäftige mich jedenfalls lieber mit Inhalten als mit einer aufwendigen und undurchsichtigen Preisgestaltung.


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Über Herbert Fischer:

Herbert Fischer (1951) arbeitet seit 1969 als Journalist und Pressefotograf. Er war unter anderem Redaktor der «LNN», der «Berner Zeitung» und Chefredaktor der «Zuger Presse». Seine Kernthemen sind Medien (Medienwirkung, Medienethik, Medienpolitik), direkte Demokratie, Sicherheitspolitik, soziale Fragen und gesellschaftliche Entwicklungen. Heute berät und unterstützt er Firmen, Organisationen und Persönlichkeiten in der Öffentlichkeitsarbeit. Fischer war von 1971 bis 1981 Mitglied der SP der Stadt Luzern, seither ist er parteilos. Er ist in Sursee geboren und Bürger von Triengen und Luzern, wo er seit 1953 lebt. Herbert Fischer ist Gründer und Redaktor von lu-wahlen.ch

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Interview von Radio 3fach am 27. August 2012 mit Herbert Fischer:

www.3fach.ch/main-story/lu-wahlen/