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Kolumne der Redaktion

22.09.2011

Zwischenruf (6): Still ruht der See

Der Countdown läuft. Doch von einem wirklichen Wahlkampf kann - einmal mehr so relativ kurz vor dem eigentlichen Termin - bislang keine Rede sein. Was will uns diese Stille sagen?


Waren die Parteien samt und sonders auf den falschen Schienen unterwegs, als sie sich thematisch auf den 23. Oktober einspurten oder wenigstens einzuspuren glaubten?

Warum - zum Beispiel - gelingt es den Grünen und Grünliberalen nicht, «Fukushima» am Köcheln zu halten? Die Halbwertszeit dieser Katastrophe, eigentlich DER Steilpass, scheint zumindest hierzulande erstaunlich kurz zu sein. Jedenfalls kann nicht behauptet werden, die AKW-Debatte beherrsche das, was eigentlich Wahlkampf heissen und längst begonnen haben sollte. Nicht einmal das sich abzeichnende Nein des Ständerates zu dem im Nationalrat beschlossenen Ausstiegsszenario scheint Grüne und Grünliberale flächendeckend und tatsächlich zu empören. 

Warum - zum Beispiel - erstarren die Freisinnigen wie der «Chöngu vor der Schlange», wenn der jüngste UBS-Skandal medial thematisiert und eines ihrer unbestrittenen Aushängeschilder, nämlich der vordem hochangesehene alt Bundesrat Kaspar Villiger so gnadenlos entzaubert wird? Warum zugleich aber gelingt es den anderen Parteien nicht, die ehedem so giftig als «Lakai der Hochfinanz» gegeisselte FDP genau in diesen beiden Punkten medienwirksam vorzuführen?

Warum - zum Beispiel - sind die Sozis so still ob all der Steilpässe, die ihnen reihum serviert werden? Die jüngsten Armeebeschlüsse im Bundeshaus, der jüngste UBS-Skandal, die sich abzeichnende Weigerung des Ständerates in der Atomausstiegsfrage, all die «doppelten Rittberger» der SVP in Sachen Frankenkurs und Nationalbank sollten eigentlich Wasser auf ihre Mühlen sein, doch auch hier: wirklich thematisiert die SP all dies nicht; jedenfalls ist keine Breitenwirkung der nur vereinzelten, erstaunlich leisen, fast verschämten Reaktionen zu erkennen. 

Warum, warum, warum? Ich weiss nur, dass ich es nicht weiss. Und dass ich hoffe, dass die substanziellen Debatten endlich losgehen, damit lebendige und kontrastreiche Diskussionen und Debatten unter profilierten Köpfen für eine hohe Stimmbeteiligung und repräsentative Wahlergebnisse sorgen.

Herbert Fischer, Gründer und Redaktor von lu-wahlen.ch


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Über Herbert Fischer:

Herbert Fischer (1951) arbeitet seit 1969 als Journalist und Pressefotograf. Er war unter anderem Redaktor der «LNN», der «Berner Zeitung» und Chefredaktor der «Zuger Presse». Seine Kernthemen sind Medien (Medienwirkung, Medienethik, Medienpolitik), direkte Demokratie, Sicherheitspolitik, soziale Fragen und gesellschaftliche Entwicklungen. Heute berät und unterstützt er Firmen, Organisationen und Persönlichkeiten in der Öffentlichkeitsarbeit. Fischer war von 1971 bis 1981 Mitglied der SP der Stadt Luzern, seither ist er parteilos. Er ist in Sursee geboren und Bürger von Triengen und Luzern, wo er seit 1953 lebt. Herbert Fischer ist Gründer und Redaktor von lu-wahlen.ch

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Interview von Radio 3fach am 27. August 2012 mit Herbert Fischer:

www.3fach.ch/main-story/lu-wahlen/