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Kolumne der Redaktion

21.04.2011

Zwischenruf (1): Wahlkämpfe ohne Inhalte sind nichts Neues

Wer sich in den letzten Wochen beklagt hat, eigentlich wisse er nicht, worüber im Vorfeld der Wahlen vom 10. April genau diskutiert werde, ist gewiss nicht allein. Der Blick zurück auf den Wahlsonntag macht erst recht die Verlierer stutzig, denn sie beklagen nun reihum, keine oder zuwenig Botschaften vermittelt, sondern bloss Köpfe und platte Parolen - das allerdings auf Hochglanz - präsentiert zu haben.


Ob solch bitterer Befunde bedarf es dringend eines Blickes ins Archivs. Und siehe da: Bereits die Luzerner Grossratswahlen 1999, die Nationalratswahlen 1999 und ebenso jene von 2003 boten betreffs wirklicher Auseinandersetzungen gähnende Leere. Drei Zeitungsberichte (siehe unter «Dateien» unten auf dieser Seite) erinnern, wie damals Kenner der Parteienlandschaft die jeweiligen Ausgangslagen unter thematischen Aspekten bewerteten, nämlich unisono vernichtend.

Derlei Erkenntnisse sind hier darum der Rede wert, weil nichts darauf hindeutet, dass sich im Eidgenössischen Wahlherbst 2011 diesbezüglich etwas ändert und ganz offensichtlich keine Lehren gezogen worden sind.

Handkehrum könnte es sich aber lohnen, in Diskussionen genau auf die eigentlichen Anliegen der KandidatInnen und ihrer Parteien zu pochen und sich nicht mit «Schweizer Qualität» (SVP), «Gemeinsam vorwärts» (SP), «grün und liberal» (GLP) oder anderlei Luftblasen beschleimen zu lassen.

Vor allem CVP und FDP stehen jetzt unter enormem Druck. Es reicht nicht, sich auf die Rolle als Mehrheitsbeschaffer zu berufen und für sich das Zustandekommen irgendwelcher «tragfähiger Lösungen» zu reklamieren. Das allein ist genausowenig eine politische Botschaft wie jene, «die Mitte» zu sein. Kommt dazu, dass sich CVP und FDP - national ohnehin seit Monaten in einem Abwärtsstrudel - in der Wahrnehmung sehr vieler BürgerInnen nicht mehr unterscheiden. 

Warten wir also ab? Nein, eben nicht: erfragen wir fortan beharrlich Positionen und halten wir dagegen, wenn Schall und Rauch abgehen. Erkennen wir jene, die «es» allen recht machen wollen und die allen «ein bisschen recht geben»; die halt «alle so nett sind». Debattieren wir lieber mit den Kantigen und Eckigen, die sich auch dann der Diskussion stellen, wenn sie so vielleicht (noch) keine Stimme holen können. Das macht sie glaubwürdig und gradlinig.

Da weiss man, was man hat. Graue Mäuse gibts nämlich weiss Gott längst genug.

Herbert Fischer, Redaktor lu-wahlen.ch, Luzern

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Die ganze Übersicht zu allen lu-wahlen.ch-Beiträgen zum Wahlausgang sowie den Hinweisen, Dateien und Links finden sich im Gastbeitrag von Hanns Fuchs:

http://www.lu-wahlen.ch/gastbeitraege/hanns-fuchs/news/2011/04/10/419-erdrutsch-mit-ueberschaubarem-flurschaden/


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Über Herbert Fischer:

Herbert Fischer (1951) arbeitet seit 1969 als Journalist und Pressefotograf. Er war unter anderem Redaktor der «LNN», der «Berner Zeitung» und Chefredaktor der «Zuger Presse». Seine Kernthemen sind Medien (Medienwirkung, Medienethik, Medienpolitik), direkte Demokratie, Sicherheitspolitik, soziale Fragen und gesellschaftliche Entwicklungen. Heute berät und unterstützt er Firmen, Organisationen und Persönlichkeiten in der Öffentlichkeitsarbeit. Fischer war von 1971 bis 1981 Mitglied der SP der Stadt Luzern, seither ist er parteilos. Er ist in Sursee geboren und Bürger von Triengen und Luzern, wo er seit 1953 lebt. Herbert Fischer ist Gründer und Redaktor von lu-wahlen.ch

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Interview von Radio 3fach am 27. August 2012 mit Herbert Fischer:

www.3fach.ch/main-story/lu-wahlen/