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Leserbrief von Hugo Fessler

16.11.2012

Das Agglomerationsprogramm ist eine Fehlgeburt, der Südzubringer deshalb keine Lösung

Von allen Seiten unbestritten ist: Nur 20 Prozent des motorisierten Individual-Verkehrs in der Stadt ist Transit, der ganze Rest hat Ziel und/oder Quelle in der Stadt. Das Agglomerationsprogramm sieht ein Spangensystem mit Bypass und Südzubringer vor, um das Zentrum zu entlasten. Das ist Unsinn!


Doch das würde zu ökologisch und ökonomisch falschen, weil langen Umwegfahrten führen, beispielsweise vom Würzenbach via Luzernerhof(!), respektive St. Anna - Schlossberg – Lochhof/Fluhmühle – Kriens - Langensandbrücke ins Hirschmattquartier.Flankierende Massnahmen im Zentrum, besonders Beschränkungen für den MIV (den motorisierten Individualverkehr) würden aus genau diesen Gründen bekämpft. Es sind denn auch konkret keine Massnahmen vorgesehen. 

Doch selbst, wenn sie beschlossen sind harzt es, siehe Ebikon. Das Aggloprogramm ist eine jahrealte Fehlgeburt der Strassenplaner, um den Bypass zu alimentieren. Der Bund hat denn auch den Kanton verknurrt, mit dem Bypass auch die Nordzufahrt zu projektieren um dessen «Rentabilität» zu erhöhen. Dies, ohne die Stadt zu fragen. 

Der Südzubringer bringt keine Entlastung, sondern Mehrverkehr. Der Verkehr ergiesst sich auch mit dem Spangensystem unbeschränkt ins Zentrum, mit dem Südzubringer soll dies nebst dem Kasernenplatz zusätzlich auch von der Langensandbrücke her der Fall sein. 

Notabene: Ein Parkhaus im Bereich Bundesplatz wäre nach kurzer Zeit voll - oder es müsste für tausende von Autos dimensioniert werden.

Notwendig und nachhaltig sind die Umlagerung des Autoverkehrs auf den ÖV und den Rad- und Fussverkehr. Dies hat das Volk der Stadt Luzern mit dem Reglement so beschlossen. Über das Aggloprogramm wurde nie abgestimmt. Wenn in der Region Luzern der ÖV attraktiv wäre und nur noch die wirtschaftlich notwendigen Fahrten mit dem Auto ausgeführt würden, hätten wir keine Probleme.

Am 3. November 2012 wurde feierlich der Allmend-Tunnel der Zentralbahn eröffnet. Dieser ermöglicht ein attraktiveres Bahnangebot von und nach Süden. Es ist doch völlig widersinnig und widerspricht Reglement und behördenverbindlichem Richtplan, eine direkte Schnellstrassen-Konkurrenz hinzustellen.

Der Südzubringer wird gemäss Massnahmenblatt des Aggloprogramms mit Kosten von 250 Mio Franken (+/-) 50 Prozent (!) veranschlagt. Die Projektierung allein kostet Millionen. Die Stadt muss daran bezahlen, dies wird auch im Abstimmungsbüchlein in Aussicht gestellt.

Um die Leistungen der Stadt einigermassen aufrecht zu erhalten, müssen die Steuern erhöht werden. Aber nicht für ein solch unsinniges Projekt – dies sei hier vor allem an die Adresse der CVP gesagt.

Aus den dargelegten Gründen ist die städtische Initiative, welche den Südzubringer verhindern will, anzunehmen.

Hugo Fessler (Luzern), dipl. Verkehrsing. ETH/SVI, alt Grossstadtratspräsident und alt Grossrat (SP), Präsident VCS-Sektion Luzern


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