das gesamte meinungsspektrum lu-wahlen.ch - Die Internet-Plattform für Wahlen und Abstimmungen im Kanton Luzern

Spenden für Verein lu-wahlen.ch

Diese Website gefällt mir! Um weitere Beiträge darauf zu ermöglichen, unterstütze ich lu-wahlen.ch gerne mit einem Betrag ab CHF 10.-

Kolumne von Herbert Widmer

26.02.2011

Man(n) schiesst auf den Mann

Vieles an der Politik ist interessant, manchmal sogar schön – ist dieses Wort etwa übertrieben? Effizient und glaubwürdig ist sie, wenn Sachpolitik mit möglichst viel Wissen und mit möglichst wenig Eigeninteresse betrieben wird.


Aus Erfahrung weiss man, dass dies nach den Wahlen wieder sein kann und hoffentlich auch sein wird. Etwas zu befürchten ist, dass dieser «Idealzustand» erst nach den Wahlen ins Bundesparlament im Herbst 2011 eintreten wird. Bis dahin .....!

Jetzt, vor den Wahlen, schiesst man(n) auf den Mann. Nehmen Sie als Beispiel den deutschen Verteidigungsminister von Guttenberg. Ein Mann, welcher gemäss Meinung unabhängiger Experten sehr gute Arbeit geleistet hat, ein Mann, welcher im Volk (vergleiche Umfragen in der ARD) sehr beliebt ist. 

Hier gekaufter Titel wäre wohl weniger problematisch

Nun hat sich Guttenberg effektiv mit seiner Doktorarbeit einen recht grossen Fehler geleistet. Neben 1400 Fussnoten hat er einige wesentliche Quellenhinweise nicht gesetzt. Falsch, die Doktorarbeit entspricht nicht den universitären Voraussetzungen und der Titel muss aberkannt werden.

Was wir nun aber in Deutschland beobachten können, wie die Opposition vor sechs wichtigen Wahlen in den Bundesländern auf den Mann schiesst, eben auf von Guttenberg, ist bedenklich. Nein, alle seine Leistungen sind nichts mehr wert. Der Sturm ist grösser, als wenn er den Titel gegen bares Geld in der Schweiz gekauft hätte. Fehler dürfen aufgezeigt werden, es bräuchte aber grössere Fehler, um die Leistungen eines Mannes vergessen zu dürfen.

Merz hat viele Milliarden Schulden abbauen können

Könnten Sie sich vorstellen, dass es Parallelen zur Schweizer Politik gibt? Ist es nicht ähnlich, wenn man alt Bundesrat Hansruedi Merz vorwirft, er hätte sich bei der Verrechnungssteuer effektiv verrechnet und wenn man gleichzeitig vergisst, dass er mithalf, in seinen Amtsjahren viele Milliarden Franken Schulden abzubauen? Erleben wir dies nicht auch in unserem gegenwärtigen Wahlkampf, wo man – zugegeben auch hier gab es Fehler – die Sache und die Leistungen vergisst und nur noch auf den Mann schiesst! 

Ob unsere Politik ab Herbst wieder sachbezogener wird? Es ist zu hoffen, ja, es ist zu hoffen!


Teilen & empfehlen:
Share    
Kommentare:

Keine Einträge

Kommentar verfassen:

Ins Gästebuch eintragen
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz  

Über Herbert Widmer:

Dr. med. Herbert Widmer (*1946) führt in Luzern eine Praxis für Innere Medizin und ist FDP-Kantonsrat.

http://www.herbert-widmer.ch