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Kolumne von Jacqueline Theiler

19.03.2019

«In der Umweltpolitik sind liberale Lösungen statt staatliche Zwängereien gefragt»

Die FDP-Positionen kommen in der gegenwärtige Klima-Debatte zu wenig zur Darstellung. Dies sagt Jacqueline Theiler, die in Luzern Kantonsrätin für FDP.Die Liberalen werden will.


Herbert Fischer: Sie sind Politikwissenschafterin und Tochter des früheren FDP-Politikers Georges Theiler. Da erübrigt sich wohl die Frage, wie sie politisiert worden sind. Darum andersrum: Warum findet – einmal mehr – kein wirklicher Wahlkampf statt, warum gibt es keine substanzielle Auseinandersetzungen?

Jacqueline Theiler: Die kantonalen Wahlen verlaufen immer etwas ruhiger ab, als die eidgenössischen Wahlen im Herbst danach, das ist nichts Außergewöhnliches.  Bemerkenswert ist, dass sich noch nie so viele Kandidierende für die Kantonsratswahlen zur Verfügung stellten. Das spricht für unsere gelebte Demokratie. Unsere Regierungsratskandidierenden – allen voran unser FDP-Kandidat Fabian Peter – nehme ich als äusserst engagiert wahr. Ich hoffe, das trägt dazu bei, möglichst viele Wählerinnen und Wähler dazu zu motivieren, an die Urne zu gehen. 

Wie positionieren sie sich innerhalb der FDP.Die Liberalen im Vergleich zu ihrem Vater.  

Jacqueline Theiler: Ich masse mir nicht an mich mit ehemaligen oder aktuellen Mandatsträgern zu vergleichen. Ich bin meinen Eltern aber dankbar, dass sie mir ein liberales Denken und eigenständiges Handeln auf den Weg gegeben haben. Das sorgt für Gemeinsamkeiten ebenso wie für Unterschiede! 

Warum wollen sie in den Kantonsrat?

Jacqueline Theiler: Von 2012 bis 2016 war ich als Geschäftsführerin der FDP.Die Liberalen des Kantons Luzern tätig. Dadurch kenne ich unseren Kanton, die politischen Abläufe,  aber auch unsere Partei bestens. Ich bin deshalb überzeugt, dass ich als Stadtluzernerin tragfähige Brücken zwischen Stadt und Land bauen kann.  Man darf auch nie vergessen, dass Parteien einen wichtigen Beitrag für das Funktionieren unserer Gesellschaft leisten. Das sollten wir nicht als Selbstverständlichkeit hinnehmen, sondern unseren Teil dazu beitragen. 

Brücken überwinden Flüsse, Täler, Gräben: Warum überhaupt braucht es denn im Kanton Luzern überhaupt «tragfähige Brücken zwischen Stadt und Land»?

Jacqueline Theiler: Als ehemalige Geschäftsführerin bin ich viel im  Kanton herumgekommen und kenne somit den Kanton und seine Eigenschaften gut. Das sorgt für ein gewisses Verständnis für die verschiedenen Gebiete. Und glücklicherweise gibt es in Luzern auch keine reissenden Flüsse zu überbrücken

Welches sind ihre Kernthemen?

Jacqueline Theiler: Ein offenes und lebendiges Luzern liegt mir am Herzen. Damit wir diese Lebensqualität und die damit verbundenen Infrastrukturen finanzieren können, brauchen wir Arbeitsplätze und gesunde Finanzen. Deshalb würde ich mich im Kantonsrat für ein Luzern einsetzen, wo wir gerne wohnen und arbeiten. Voraussetzungen dafür sind eine gute Durchmischung von Wohn-, Arbeits- und Freizeitflächen, Wohnraum für alle Einkommensklassen und eine attraktive Steuerpolitik. Mit familienfreundlichen Betreuungsangeboten, einem vielseitigen Bildungssystem und altersgerechten Wohnangeboten stellen wir sicher, dass sich Jung und Alt wohlfühlen. Schlussendlich sorgt auch eine vielseitige Mobilitätspolitik dafür, dass wir in Luzern gerne wohnen und arbeiten. Wir sollten mit allen Verkehrsmitteln vorwärts kommen!

Die FDP ist momentan gut aufgestellt, wie beurteilen sie aus dieser Sicht die Ausgangslage für den 31. März?

Jacqueline Theiler: Wir haben viele motivierte und fähige Kandidierende in allen Wahlkreisen. Das stimmt – nicht nur für mich – zuversichtlich, dass wir unsere Wahlziele erreichen können. 

Das Ziel der FDP ist es, im ganzen Kanton vier Kantonsratssitze zu gewinnen. Wie realistisch ist das?

Jacqueline Theiler: Im Wahlkreis Stadt Luzern wollen wir unsere fünf Sitze halten. Vier von fünf Kandidaten treten wieder an, mit Herbert Widmer allerdings kandidiert eine politische Grösse nicht mehr. Der fünfte Sitz in der Stadt Luzern ist ein Restmandat, zudem haben wir im Wahlkreis Stadt Luzern einen Sitz weniger, nämlich noch 24 Mandate. Wir haben aber eine starke «Liste 6». Ich bin deshalb zuversichtlich, dass wir diese fünf Sitze trotz Herausforderung halten können. 

Warum wird Ihr Regierungsratskandidat Fabian Peter bereits im ersten Wahlgang gewählt?

Jacqueline Theiler: Der FDP-Sitz ist einerseits unbestritten. Zum anderen haben wir mit Fabian Peter eine bodenständige und mit seiner beruflichen Erfahrung fähige Persönlichkeit, die unseren Kanton weiterbringen kann. Fabian ist zudem präsent und mit viel Herzblut bei der Sache. Er bringt also Einiges mit, damit er tatsächlich bereits im ersten Wahlgang gewählt werden wird. 

Wie wird sich die gegenwärtige Klima-Debatte, wie sie innerhalb der FDP stattfindet, auf die Ausgangslage zu den Herbstwahlen auswirken?

Jacqueline Theiler: Die Positionen der FDP im Bereich der Klimapolitik sind vorhanden. Es muss nun besser gelingen, sie in die aktuelle Debatte einzubringen und sie zu schärfen. Ich bin überzeugt, dass auch in der Umweltpolitik liberale Lösungen und nicht staatliche Zwängerei gefragt sind. 

Welche Erfolge sind mit Blick auf die Bemühungen des Komitees frauen-luzern-politik.ch bis jetzt erkennbar?

Jacqueline Theiler: Das kann ich zu wenig beurteilen, da ich nicht stark involviert bin. Unabhängig von diesem Komitee freut es mich jedoch, dass sich mehr Frauen für den Kantonsrat interessieren als in früheren Jahren und Wahlen. Es liegt nun an uns Frauen, etwas daraus zu machen!

Interview: Herbert Fischer, Redaktor lu-wahlen.ch, Luzern


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Über Jacqueline Theiler:

Jacqueline Theiler (1982) kandidiert in Luzern als FDP-Kantonsrätin.