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Kolumne von Lathan Suntharalingam

04.10.2011

Götterdämmerung

Jetzt dämmerts bei den Bürgerlichen doch noch: Sie beginnen einzusehen, wie falsch die Senkung der Unternehmenssteuern war. Und dass die Folgen dieses Fehlers rascher und härter spürbar werden, als selbst die Linke vorausgesagt hatte.


Es ist schon bemerkenswert, was in diesen Tagen im Kanton Luzern geschieht. Zuerst in der «NZZ am Sonntag» (vom 2. Oktober) und tags darauf auch in der «Neuen LZ» machte Ruedy Scheidegger (alt FDP-Kantonsrat und Präsident des Gewerbeverbandes) öffentlich, was er von der Unternehmenssteuerreform inzwischen hält (siehe Zeitungsberichte unten unter «Dateien»). Und heute (4. Oktober) macht sich auch Martin Schwegler als Kantonalpräsident der CVP Luft (Bericht ebenfalls unter «Dateien»).

Das ist vielleicht Musik für uns Linke und Grüne als seinerzeitige Gegner der Unternehmenssteuerreform! Alle unsere Hinweise auf die Folgen dieser abenteuerlichen Vorlage wurden durch die Bürgerlichen in den Wind geschlagen und nun sind sie gezwungen, dem Volk doch noch reinen Wein einzuschenken und klarzumachen, wohin das führt. 

Mit Blick auf den Atomausstieg und auf ökologische Anliegen überhaupt fallen diese Offenbarungen besonders verheerend aus. Der Atomausstieg erfordert nämlich ohne Wenn und Aber die Förderung der Energieeffizienz in den Häusern und damit im Einflussbereich des Kantons. Wird er auch hier den Rotstift ansetzen und Fördermittel streichen oder hinausschieben, so sind Projekte im Bereich Geothermie, Biogas und Solardächer gefährdet oder rücken in weite Ferne. Jetzt dämmerts bei den Bürgerlichen doch noch: Sie beginnen einzusehen, wie falsch die Senkung der Unternehmenssteuern war. Und dass die Folgen dieses Fehlers rascher spürbar werden, als selbst die Linke vorausgesagt hatte.

Erst recht gilt es, dies alles mit Blick auf den 23. Oktober 2011 zu sehen. Nur wer Leute wählt, die den Atomausstieg ernst nehmen und ehrlich wollen - die unter anderem also «die Erneuerbaren» konsequent zu fördern und zu finanzieren bereit sind - hilft mit, die Ausstiegsszenarien zielführend voranzutreiben. 

Natürlich kann man Martin Schwegler und Ruedy Scheidegger zu ihren Ein- und Aussichten nur gratulieren. Erst recht auch zu ihrem Mut, kurz vor den Wahlen den längst überfälligen Klartext zu reden. Hätten sie und ihre Parteien allerdings schon länger und vor allem besser auf SP, Gewerkschaften und Grüne gehört, wäre ihnen diese Schmach nun erspart geblieben.

Kantonsrat Lathan Suntharalingam (SP/Luzern), Nationalratskandidat 


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Über Lathan Suntharalingam:

Lathan Suntharalingam (SP/Luzern) war von 2004 bis 2007 SP-Grossstadtrat und ist seither Kantonsrat, jetzt kandidiert er als Nationalrat. 1974 in Sri Lanka geboren, flüchtete er mit seiner Familie 1988 in die Schweiz. Hier lernte er Pflegefachmann und bildete sich nachher zum Intensivpfleger weiter. In diesem Beruf arbeitet er als Teamleiter im Kantonsspital Luzern. Ab 2003 studierte er berufsbegleitend an der Hochschule für Soziale Arbeit in Luzern (Abschluss: 2007). Zusammen mit seiner Gattin und drei Töchtern (*2006, 2008 und 2011) lebt er im Luzerner Maihofquartier.

Lathan Suntharalingam ist Mitbegründer mehrerer sozial- und integrationspolitischer Projekte. Er ist Mitglied der Gewerkschaft vpod und vertritt das Spitalpersonal in der Personalkommission.

www.lathan.ch