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Kolumne von Lathan Suntharalingam

02.10.2011

Stopp der bürgerlichen Abbau-Politik

Die bürgerlichen Spar-Exzesse erlebe ich aus mehreren Perspektiven und Realitäten.


Behinderte sind oft und stark Opfer der bürgerlichen Sparwut.<br><br>Bild: Herbert Fischer

Behinderte sind oft und stark Opfer der bürgerlichen Sparwut.

Bild: Herbert Fischer

Als Pflegefachmann im Gesundheitswesen unter anderem durch den enormen Leistungsdruck auf dem Personal. Als ausgebildeter Sozialarbeiter, weil ich die Kehrseiten des Wohlstandes anhand der Schicksale vieler Benachteiligter und Schwacher hautnah und persönlich kenne. Als Vater dreier Töchter, der die Lebenskosten einer Familie tagtäglich erlebt. Als Flüchtling, der diesem Land Schutz und Integration verdankt.

Unverkennbar ist: Egal, was die wirklichen mittel- und langfristig Kosten sind, werden überall Leistungen abgebaut, wird der Service public ausgehölt. So wird auch der soziale Ausgleich gefährdet. Denn es gibt nun mal Leistungen des Staates, die allen Menschen zugänglich sein müssen, unabhängig von ihrem Einkommen. 

Dem Volk werden Steuersenkungen schmackhaft gemacht, die schlichtweg nicht zu verantworten sind. Eben erst hat der Kanton Luzern dieses Spiel mitgemacht und schon wird bekannt, dass er bereits im nächsten Jahr 80 Millionen Franken sparen muss. Und auch die Stadt muss ihre Steuern wieder erhöhen. 

Das wird weitere schmerzhafte Einschränkungen zur Folge haben, denn die gegenwärtigen politischen Machtverhältnisse lassen Schlimmes erahnen. Wir SozialdemokratInnen und GewerkschafterInnen wehren uns genau dagegen. So haben unsere VertreterInnen – leider  vergeblich - bekämpft, dass der Nationalrat die Armeeausgaben erhöht und neue Kampfflugzeuge beschliesst ohne zu wissen, woher das Geld dafür kommen wird.

Sicher ist bisher nur eines: Auch die zusätzlichen Mittel für den Armeeausbau werden durch Einsparungen in genau jenen Bereichen gespart wie bisher, eben im Gesundheitswesen, in der Bildung, bei Öffentlichen Verkehr, undsoweiter. Das ist verantwortungslos. Steuersenkungspakete sind Mogelpackungen.

Wer SP wählt, setzt dagegen ein deutliches Zeichen.

Kantonsrat Lathan Suntharalingam (SP/Luzern), Nationalratskandidat


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Über Lathan Suntharalingam:

Lathan Suntharalingam (SP/Luzern) war von 2004 bis 2007 SP-Grossstadtrat und ist seither Kantonsrat, jetzt kandidiert er als Nationalrat. 1974 in Sri Lanka geboren, flüchtete er mit seiner Familie 1988 in die Schweiz. Hier lernte er Pflegefachmann und bildete sich nachher zum Intensivpfleger weiter. In diesem Beruf arbeitet er als Teamleiter im Kantonsspital Luzern. Ab 2003 studierte er berufsbegleitend an der Hochschule für Soziale Arbeit in Luzern (Abschluss: 2007). Zusammen mit seiner Gattin und drei Töchtern (*2006, 2008 und 2011) lebt er im Luzerner Maihofquartier.

Lathan Suntharalingam ist Mitbegründer mehrerer sozial- und integrationspolitischer Projekte. Er ist Mitglied der Gewerkschaft vpod und vertritt das Spitalpersonal in der Personalkommission.

www.lathan.ch