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Kolumne von Matthias Senn

18.02.2019

«Ich bin wirtschafts- und zugleich gesellschaftsliberal»

Der Krienser Stadtrat und Bauvorsteher Matthias Senn (1962) will seine 22 Jahre Erfahrung in der Krienser Politik in die kantonale Politik einbringen und als Kantonsrat eine neue Herausforderung packen.


Der Smartspider von Matthias Senn.

Beatrice und Matthias Senn als Krienser Gallipaar 2002.

2016 an einem Länderspiel der Schweizer Fussball-Nationalmannschaft gegen Rumänien (1:1), zusammen mit Sohn Raphael (links), Tochter Jacqueline und Gattin Beatrice.

Herbert Fischer: Wie sind sie politisiert worden?

Matthias Senn: Mein Vater war Grossrat, sogar Grossratspräsident, und unsere Familie war immer politisch interessiert und engagiert. Mit 25 bin ich den Jungliberalen Kriens-Obernau beigetreten, das hatte auch mit meinem damaligen Kollegenkreis zu tun. Dort lernte ich meine heutige Frau Beatrice kennen. Sie ist übrigens gegenwärtig die Präsidentin der FDP-Wahlkreispartei Luzern Land. 

Stichwort Luzern Land: Ist dieser Wahlkreis nicht ein Unding? Er reicht von Malters bis Meggen und von Horw bis Honau, wird «unterbrochen» durch die Stadt Luzern. Was nützt es ihnen, in Kriens bekannt zu sein, wenn sie auch in Vitznau und Greppen Stimmen machen müssen, um gewählt zu werden, dort aber so gut wie unbekannt sind?

Matthias Senn: Dieser Wahlkreis hat sicher eine sehr spezielle geografische Ausdehnung, also «Form», aber das ist nun halt einfach so. Mehr als das gibt uns hier in Kriens aber zu denken, dass wir eigentlich – gemessen an der Bevölkerungsgrösse –neun oder zehn Kantonsräte haben müssten, es sind aber aktuell nur fünf, es waren auch schon bloss vier. In einer kleinen Gemeinde werden die eigenen Kandidaten mehr unterstützt als in einer Gemeinde mit über 10 000 Einwohnern. Das spüren auch Horw und Ebikon.

Aus meiner Sicht wäre eine neue kantonale Einteilung der Wahlkreise mit der Stadt Luzern als erstem Wahlkreis sowie Emmen, Kriens, Horw und Ebikon als zweitem Wahlkreis sehr prüfenswert. So hätten die Kandidierenden der grossen Gemeinden etwa die gleichen Wahlchancen. 

Warum wollen sie Kantonsrat werden?

Matthias Senn: Ich bin nun insgesamt 22 Jahre in Krienser Behörden aktiv. Zuerst zwölf Jahre im Einwohnerrat und nun seit zehn Jahren im Gemeinderat, beziehungsweise seit dem 1. Januar 2019 im Stadtrat. Ich habe also einen reichen Erfahrungsschatz, als Baudirektor vor allem in der Raum- und Verkehrsplanung. Aber als Mitglied einer Gemeindeexekutive wird man automatisch auch Generalist.

Es reizt mich, eine neue Herausforderung zu packen, und diese Erfahrungen auf der strategischen Ebene dem Kanton zur Verfügung zu stellen, der die grossen politischen Linien festlegt und vor allem Gesetze macht. 

Kriens war immer bekannt für sein vielfältiges und intensives Vereinsleben, vor allem auch wegen seiner Fasnacht. Kann man eigentlich in Kriens politisch «etwas werden», ohne «vergifteter Fasnächtler» zu sein?

Matthias Senn: (Lacht) Ja, das kann man. Ich bin zwar selber seit 24 Jahren Mitglied in der Gallizunft und 2002 waren meine Frau und ich das Gallipaar. Aber vom Einwohnerrat sind bei weitem nicht alle in dieser Zunft oder überhaupt Fasnächtler. Kriens hat tatsächlich ein breites und vor allem vielfältiges Vereinsleben. Das ist derart wichtig und stark, dass sich die Leute hier enorm engagieren. Das bringt ihnen grosse Bekanntheit und ist sicher als Sprungbrett in die Politik wichtiger als die Fasnacht oder speziell die Gallizunft. Und nur so nebenbei: Dieses Vereinsleben ist eine der Säulen unseres sozialen Zusammenhalts in Kriens, der wahrscheinlich auch deshalb stärker ist als anderswo.

Wir fördern als Stadt dieses Vereinsleben und seine Angebote aktiv und gezielt; unter anderem durch die Zentrumsplanung, die neue Räumlichkeiten und Infrastrukturen geschaffen hat. Etwa das «Schappe Kuturquadrat» oder den Pilatussaal. 

Ist dieser Zusammenhalt einer der Gründe, dass in Kriens politische Allianzen möglich sind, die es anderswo kaum je gibt. Etwa, dass sämtliche Parteien an einem Strick gezogen und erreicht haben, dass eine Überdachung des Bypass-Südportals kommt, die 240 Meter länger ist, als sie der Bund ursprünglich wollte.

Matthias Senn: Möglicherweise spielt das mit, bei ganz wichtigen Fragen kann dies vorkommen. Diese Allianz und das Engagement des Gemeinderates haben übrigens auch erreicht, dass für das Südportal des Bypass ein Architekturwettbewerb stattgefunden hat. Nun entsteht eine architektonisch sehr ansprechende Lösung. Demgegenüber ist eine komplette Eindeckung des Abschnittes vom Südportal bis in den Schlund noch nicht aufgegleist, weil sie technisch und finanziell sehr schwierig ist 

Zu den Dauerthemen der kantonalen Politik gehört der «Stadt-Land-Konflikt». Gehört Kriens zur Stadt oder zum Land?

Matthias Senn: Kriens ist mit seinen aktuell 27 000 Einwohnerinnen und Einwohnern  die drittgrösste Gemeinde des Kantons und Teil der Agglomeration. Zudem sind wir über die Organisation K5 (das sind die fünf grössten Gemeinden Stadt Luzern, Emmen, Kriens, Horw und Ebikon) verbunden und arbeiten entsprechend eng zusammen. Diese Zusammenarbeit klappt gut, wiewohl es in einzelnen Fragen unterschiedliche Interessen und damit Positionen gibt

Als Ende 2011 über die Frage abgestimmt wurde, ob Kriens mit Luzern, Emmen, Ebikon und Adligenswil «Fusionsgespräche» aufnehmen solle, lehnten dies zweite Drittel der Krienser ab. Wann kommt diese Frage wieder auf den Tisch?

Matthias Senn: In den nächsten zehn Jahren sicher nicht. 

Ihre Partei, die FDP.Die Liberalen versteht sich als Volkspartei. Das zeigt sich in der Stadt Luzern in letzter Zeit nicht mehr so deutlich wie vor – sagen wir – 20 oder 30 Jahren. Die kantonalen Delegiertenversammlungen hingegen bilden die Bevölkerung deutlich breiter ab. Wo positionierten sie sich selber in ihrer Partei?

Matthias Senn: Als Wirtschafts- und zugleich Gesellschaftsliberaler. Das zeigt auch mein Smartspider klar (siehe rechts oben).

Interview: Herbert Fischer


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Über Matthias Senn:

Matthias Senn (1962) ist Stadtrat und Bauvorstand der Stadt Kriens. Er kandidiert für die FDP.Die Liberalen im Wahlkreis Luzern Land für den Kantonsrat.

http://www.fdp-kriens.ch/kantonsratswahlen-2019/matthias-senn-kantonsratskandidat/