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Kolumne von Martin Schwegler

16.03.2013

Die «NLZ» hat ihre Relevanz verloren

Am Donnerstag (14. März) berichtete der «Tagesanzeiger» in einem Artikel über die geplante Wirtschaftsfakultät an der Luzerner Uni, wie das Monopolblatt «Neue Luzerner Zeitung» scharf gegen eine neue Wirtschaftsfakultät anschreibe. Angeblich habe Chefredaktor Thomas Bornhauser von seiner Redaktion publizistischen Sukkurs für die Anliegen der Fachhochschule verlangt.


Davon abweichende Artikel würden umgeschrieben oder gar gekippt. Pikant sei zudem, dass Wirtschaftsprofessor Robert Bornhauser, der an der Fachhochschule Luzern Finanz- und Rechnungswesen lehrt, der Bruder von Thomas Bornhauser ist. Aus meiner Sicht amüsant ist, dass der Chefredaktor sich wie folgt zitieren lässt: «Die ‹Neue Luzerner Zeitung› nimmt auf allfällige persönliche Interessen grundsätzlich nicht Rücksicht.» Meine Bemerkung dazu: Natürlich spielen die persönlichen Interessen keine Rolle, Hauptsache die Redaktion schreibt die Meinung des Chefredaktors. Man weiss ja nach jahrelangem Austausch mit einigen Journalisten, wie es in etwa zu und her geht an der Maihofstrasse.

«NLZ» fährt immer wieder Kampagnen

Denn die NLZ-Redaktion fährt immer wieder Kampagnen, nur merkt dies der geneigte Leser leider häufig nicht. Eine Zeitlang konnte man beispielsweise gehäuft kritische Berichte über die Rechtsprechung der kantonalen Gerichte lesen. Unter den Juristen im Kanton wurde dies maliziös damit erklärt, dass der Herr Chefredaktor seit seiner Scheidung von seiner Frau ein gestörtes Verhältnis zur Justiz hat und nun Rache übt.

Eine ganz spitze Feder führt Lukas Nussbaumer. Ob immer ganz freiwillig? Sicher zum Gefallen seines Chefs. Als Ressortleiter Kanton ist er ein wichtiger Mann, wenn es darum geht, kampagnenmässig Einfluss auf die Politik zu nehmen. Seine Artikel und Kommentare lassen auf ein gestörtes Verhältnis zu politisierenden Menschen schliessen. Denn man kriegt den Eindruck, alle Politiker  und Politikerinnen seien in seinen Augen Trickbetrüger. Ihre einzige Motivation sei Eigennutz, nie das Allgemeinwohl. 

Politik wird nicht mehr erklärt

Das Verhältnis ist nicht nur einseitig gestört. Also kriegen Journalisten wie Nussbaumer die Überlegungen und Hintergründe von politischen Vorstössen gar nicht mehr erklärt. Stellungnahmen werden immer öfter per Mail eingeholt oder abgegeben. Der eigentlich wichtige persönliche und vertrauensvolle Austausch findet nicht mehr statt. Politik wird nicht mehr erklärt, sondern nur noch beurteilt.

Das Ergebnis ist, dass die ins Blatt gesetzte Kritik an politischen Entscheidungen die Entscheidungsträger schon lange nicht mehr wirklich berührt. Denn erstens ist sie infolge fehlendem Hintergrundwissen selten fundiert und zweitens nimmt man Redaktoren, die offensichtlich am Gängelband sind, eh nicht mehr so ernst.

Nun, die «NLZ» hat sich unter Bornhauser inzwischen zu einer Zeitung entwickelt, die ihr Gewicht bei den politischen Entscheidungsträgern verloren hat. Setzt sie grosse Lettern ins Blatt oder kommentiert sie scharf, so löst das nur noch Achselzucken aus. 

Die «NLZ» wird zu dem Hund, der bellt, während die Karawane weiterzieht. Sie hat ihre Relevanz verloren.

Martin Schwegler, Menznau


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Über Martin Schwegler:

Martin Schwegler (*1967 / CVP/ Menznau)

kandidierte am 23. Oktober 2011 als Nationalrat und erreichte den zweiten Ersatzplatz. Er arbeitet selbständig als Rechtsanwalt und ist Dozent für Arbeitsrecht an der Schweizerischen Hotelfachschule in Luzern (SHL). Martin Schwegler präsidierte von 2005 bis 2012 die CVP des Kantons Luzern. Er ist verheiratet und Vater dreier Kinder.

www.anwaltspraxis.ch

http://www.martinschwegler.ch/