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Kolumne von Rosy Schmid

26.03.2019

«Die Unternehmen sind der Kern unseres Wohlstandes»

Rosy Schmid (1961) kandidiert erneut als FDP-Kantonsrätin. Als Liberale sagt sie: «Ein schlanker, effizienter Staat und ein nachhaltiger Lebensraum sind für mich Grundanschauungen.»


Rosy Schmid im Herbst 2018 zusammen mit ihren Fraktionskollegen (von links) Georg Dubach (Triengen), Charly Freitag (Beromünster), Angela Pfäffli (GRosswangen) und Jim Wolanin (Neuenkirch).

Sitznachbar ist SP-Kantonsrat Hasan Candan.

Diese FDP-Crew siegte am Parlamentarierlauf des Citymarathons 2013.

Mit Fasnachtsmusik «Sürpris» unterwegs als Prinzen: Rosy Schmid ist die erste ganz rechts.

Rosy Schmid als Bauernfrau an der Fasnacht.

Rosy Schmid 2017 an der Fasnacht mit Gasttochter Nothasuang Duanchaemgram aus Thailand.

Riccarda Schmid, Rosy Schmid und Nicolas Schmid in den Sanddünen im Nationalpark von Colorado.

Interclubmannschaft 2. Liga, vorne (von links): Angela Zimmermann, Tanja Bänziger und Kerstin Herbst. Hinten: Natalie Gehrig, Anna Maria Zapolnik, Esther Schaller und Rosy Schmid.

Ein Traum wird wahr: Rosy Schmid und der «California».

Herbert Fischer: Wie sind Sie politisiert worden?

Rosy Schmid: Erst vor gut zehn Jahren. Über Sempachersee Tourismus, mein damaliges Steckenpferd, hatte ich viel mit Gemeindevertretern zu tun – und ja, da wurde ich hartnäckig für die Kandidatur für den Kantonsrat gefragt. Ich habe dann zugesagt und in diesem Sinne eine neue, spannende Welt kennengelernt.

«Liberal» oder «freisinnig»: wo ist der Unterschied? Und wo stehen Sie?  

Rosy Schmid: Liberal ist die Haltung, die zum Freisinn gehört. Unter Freisinn verstehe ich die politische Gruppierung, also die FDP. Ich denke und handle sehr liberal. Ich muss eher darauf achten, dass meine Türen nicht zu offen sind.

Welches sind Ihre Kernthemen?    

Rosy Schmid: .
. Attraktive Arbeitsplätze und dafür gute Rahmenbedingungen für die KMU.
. Wohneigentum für mehr Bürger
. Kindergerechte Bildung
. Ein schlanker, effizienter Staat und ein nachhaltiger Lebensraum sind für mich Grundanschauungen.

Warum ist dieser «Wahlkampf» so ruhig verlaufen?    

Rosy Schmid: Ich habe das bis jetzt nicht so gesehen. Die Bedeutung der Klimathemen hat sich im Januar abzuzeichnen begonnen und es war zu ahnen, dass die linken Parteien versuchen, daraus Profit zu schlagen. Das hat sich jetzt gezeigt. Im Anheizen solcher Themen, ihrer emotionalen Bewirtschaftung und wenn es darum geht, daraus Profit zu schlagen: Ja, das machen die linken Parteien mit vollem Engagement, da steht es wohl 1 : 0 für sie.

Geht es aber ums konkrete Umsetzen von Projekten und Massnahmen, also ums Handeln – was einiges schwieriger ist, als bloss darüber zu reden – ist es wohl 1 : 0 für die FDP und die Bürgerlichen. 

Die FDP steht voll hinzer der Steuerstrategie der Regierzung. Was hat sie bisher gebracht?

Rosy Schmid: Ich denke, der Urheber und erste Träger der Steuerstrategie ist die FDP. Das Referendum gegen die Steuererhöhung hat einige unschöne Folgen gehabt und den Bürgerlichen eher geschadet. Die Steuererträge der juristischen Personen sind jetzt leicht höher als 2012 bei deren Halbierung. Die Privatpersonen haben 75 Prozent von den Steuererleichterungen profitiert. Das ist gut so.

Die Unternehmen sind der Kern unseres Wohlstandes. Das darf man nie vergessen. Es schmerzt mich immer, wenn Firmen ihren Wegzug aus dem Kanton bekannt geben.

Sie haben sich letztes Jahr für «No Billag» engagiert – ihre Partei war dagegen. Kommt es oft vor, dass Sie von Parteiparolen abweichen?

Rosy Schmid: Nein, meine Grundhaltung ist klar liberal und wie schon «Globi» zu den Kindern sagte: «Wotsch en Brief, denn schrieb en Brief». Wenn Du etwas willst, musst Du Dich bewegen.

Das stimmt für die FDP genau so wie für mich. Für die Initiative «No-Billag» würde ich sofort wieder kämpfen. Diese Abgabe ist eine versteckte Steuer, viel zu hoch und mit einem grossen Teil dieser Gelder wird schon gar nicht sorgsam umgegangen. Und der Bürger kann die Gebühren lange bezahlen, allein deshalb schaut er nicht fern und hört auch nicht Radio. Er muss sich erst Apparate und Zugänge kaufen, sonst schaut und hört er gar nichts. So sollte der Staat nicht mit dem Bürger umgehen!

Ihre Partei war bis vor etwa einem Monat gesamtschweizerisch recht gut aufgestellt. Jetzt ist parteiintern eine klimapolitische Debatte entbrannt, in der offensichtliche Gegensätze aufeinander prallen: Wie ist Ihre Haltung dazu?

Rosy Schmid: Ich nehme die Gegensätze nicht so krass wahr. Die FDP vertrat die Haltung, in neue, schonende Technologien zu investieren und ihre Weiterentwicklung voran zu treiben. In der Basis erlebe ich, dass es insbesondere für viele FDP-ler selbstverständlich ist, bei Investitionen oder im täglichen Verhalten auf die Klimaargumente einzugehen, ohne von Gesetztes wegen dazu gezwungen zu sein.

Nun werden die Umweltthemen emotional bewirtschaftet, was den Medien gefällt – und eine Kernkompetenz der linken Parteien ist. Bestimmt hat die FDP die Gemeinsamkeiten zu wenig herausgefiltert und kommuniziert.

Zur Sache: In Wirklichkeit ist «das Klima» ein sehr ernsthaftes aber auch schwieriges Thema, vielleicht das schwierigste, das wir in der Politik haben. Wir stellen auf Fachwissen ab, das immer auch einseitig ist und sich oft widerspricht. Niemand garantiert zum Beispiel, dass die vielen Batterien, Sonnenkollektoren, undsoweiter  problemlos entsorgt werden können. Und wir sollten unsere Augen offen halten und fokussieren, wo wir unter dem Strich am meisten erreichen können.

Wie stehen Sie zum «AHV-Steuer-Deal (STAF)»?

Rosy Schmid: Die Verknüpfung dieser beiden Geschäfte gefällt mir nicht. Auf der anderen Seite wird seit Jahren eine Lösung für die Sicherung der AHV gesucht. Und vom Ausland werden wir gezwungen, Steuerprivilegien aufzugeben. Es ist höchste Zeit für eine Lösung. Deshalb unterstütze ich diesen «Deal».

Mit Blick auf die Eidgenössischen Wahlen (20. Oktober  2019): Ist es gut oder schlecht, für Ihre Partei, wenn in diesen beiden Fragen solche Grundsatzdebatten entflammen?

Rosy Schmid: Ich glaube, dass die Parteileitung auf die Fragen eingeht und Lösungen aufzeigt, die in der Sache stimmen und uns als Partei vorwärts bringen.

Liberal zu sein, heisst andere Meinungen und Haltungen zu akzeptieren, zu respektieren und es gehört dazu, dass aus verschiedenen Meinungen der richtige Konsens gefunden wird.

Was bringt der 31. März Ihrer Partei im Kanton Luzern?

Rosy Schmid: Leider fehlt mir die Kristallkugel – aber ich hoffe, dass sie das bekommt was sie verdient. Eine gute Stärkung.

Warum wird Fabian Peter bereits im ersten Wahlgang FDP-Regierungsrat?

Rosy Schmid: Das steht leider nirgends geschrieben. Schön wäre es, aber erst der Sonntag wird es zeigen.

Interview: Herbert Fischer, Redaktor lu-wahlen.ch, Luzern

Dieses Interview wurde vor den Wahlen im Kanton Zürich vom 24. März 2019 geführt. 


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Über Rosy Schmid:

Rosy Schmid (1961), Hildisirieden, ist Kantonsrätin der FDP.DieLiberalen.

Rosy Schmid auf der Website des Kantonsrates:
http://www.lu.ch/kr/mitglieder_und_organe/mitglieder/mitglieder_detail?

Die Website von Rosy Schmid:
http://www.rosy-schmid.ch/index.php?id=13380