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Kolumne von Sandor Horvath

09.04.2011

«Fremdländisch klingende Namen» haben es schwer

Familiennamen, deren Endungen auf den Balkan oder die Türkei hinweisen, können KandidatInnen massiv schaden


Eine Analyse der Zürcher Wahlen vom 3. April hat ergeben, dass KandidatInnen mit fremdländisch klingenden Namen – Namen, die beispielsweise mit «-ic» oder «-gül» oder wie auch immer enden – überdurchschnittlich oft von den Wahllisten gestrichen werden. Und zwar nicht nur auf den Listen der rechtslastigen Parteien (falls sie dort überhaupt vorkommen) sondern auch auf den Listen der linken, eher ausländerfreundlichen Parteien, wie zum Beispiel der SP.

Das stimmt mich traurig. In der Politik braucht es kompetente Persönlichkeiten mit Ideen und Visionen. Kritische Bürgerinnen und Bürger, die etwas zu sagen haben und unsere Zukunft aktiv mitgestalten wollen. Der Name, das Aussehen, die Zahnstellung spielen da keine Rolle und sind gewiss keine Indizien für politische Kompetenz. Ein Blick in das italienische Parlament vermag dies zu bestätigen.

«Sind sie ein richtiger Schweizer?»

In letzter Zeit kriege ich – Sandor Horvath, Sohn einer Walliserin, Enkel eines Luzerners, aber eben auch Sohn eines ungarischen Flüchtlings – vermehrt Anrufe von potentiellen Wählerinnen und Wählern, die wissen wollen, ob ich denn auch wirklich Schweizer sei; bin ich, denn sonst stünde mein Name nicht auf der Wahlliste der GLP im Wahlkreis Luzern-Land. Oder: Ob ich denn ein «richtiger» Schweizer sei; gibt es denn auch «falsche» Schweizer?

Ein solches Wahlverhalten befremdet mich – im wahrsten Sinne des Wortes.

Ich wünsche mir eine tolerante Schweiz mit toleranten Wählerinnen und Wählern und toleranten Politikerinnen und Politikern. Nur das bringt uns weiter. Fremdenfeindlichkeit war noch eine Triebkraft für Innovationen. Die Schweiz ist keine Insel. Sie war es nie und wird es auch nie sein. Die Schweiz liegt im Herzen Europas. «-ic» und «-gül» gehören genauso zur modernen Schweiz wie Müller und Meyer. Und Horvath.

Wir dürfen nun gespannt sein, wie die Luzernerinnen und Luzerner mit solchen Namen umgehen, wenn sie ihr neues Parlament wählen. In etwas mehr als 24 Stunden wissen wirs.

 


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Über Sandor Horvath:

Sandor Horvath (GLP/Ebikon) kandidierte am 10. April 2011 im Wahlkreis Luzern Land als Kantonsrat, ist aber nicht gewählt worden. Er präsidiert die Grünliberale Partei Ebikon.