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Kolumne von Raffael Fischer

13.03.2011

Atomstrom-Ausstieg ist dringender denn je

Atomstrom ist eine höchst gefährliche Energiequelle, deren Einsatz unverantwortlich ist. Ganz sicher brauchen wir nicht neue Atomkraftwerke, denn es gibt gute Alternativen.


Der schwere Störfall in Japan zeigt, wie bedrohlich Atomkraftwerke sein können. Wenn nun sofort behauptet wird, die Schweizer Kraftwerke seien viel sicherer, dann müssen doch Zweifel angemeldet werden. Zugegeben: In der Schweiz gab es noch nie einen Tsunami, aber kann man deswegen auch alle anderen Risiken und Naturkatastrophen ausschliessen? Es kann jederzeit zu einem Unfall kommen, ein Restrisiko bleibt immer. 

Zunehmender Stromverbrauch ist kein Naturgesetz

Die Schweizer Stromkonzerne versuchen uns seit einiger Zeit einzureden, dass es zwei oder drei neue Atomkraftwerke brauche, wenn ab 2020 die heutigen Werke abgeschaltet werden. Sie reden von einer angeblich drohenden „Stromlücke“ und preisen gefährlichen Atomstrom überdies als ökologische, ja grüne Stromquelle an. Doch radioaktive Strahlung entweicht auch im «Normalbetrieb» und schon kleine Mengen davon sind schädlich. Es gibt neuere Studien, die zeigen, dass es weniger Geburten und mehr Krebsfälle im Umfeld von AKWs gibt. 

Schon in den 70er-Jahren behaupteten die Stromfirmen und manche Parlamentarier, dass die Schweizer im Kerzenschein lesen müssten, wenn nicht subito 10-15 Atomkraftwerke gebaut würden. Bekanntlich verlief die Geschichte nach der Besetzung von Kaiseraugst (1975) etwas anders. Die «Stromlücke»-Theorie basiert auf einer unwissenschaftlichen Extrapolation des Stromverbrauchs von heute auf morgen. Doch zunehmender Stromverbrauch ist kein Naturgesetz und zukünftiges Verhalten und somit auch Bedarf kann können nicht vorausgesagt werden. Die zukünftige Nachfrage hängt auch ganz massgeblich von Angebot und Preis ab. 

Atommüll-Entsorgung völlig ungelöst

Vehement widersprechen möchte ich der Behauptung, Atomstrom wäre eine klimafreundliche Technologie. Atomstrom ist keine erneuerbare Energie, da sie auf Uran basiert, das wie Erdöl endlich ist. Der Abbau von Uran zerstört ganze Landschaften, etwa in Niger, Kanada oder Australien, und er setzt grosse Mengen CO2 frei, genauso wie der weitere Transport zum Beispiel in die Schweiz. Hinzu kommt, dass Atommüll noch über Jahrtausende weiter strahlt. Niemand will ihn und es gibt keinen Ort, wo er für die nächsten 100'000 Jahre völlig sicher versorgt werden kann. 

Klimafreundlich heisst: Effizienz, Stromsparmassnahmen und erneuerbare Energien. Neue Atomkraftwerke würden den Prozess der Umstellung auf sauberen, grünen Strom nur behindern. Darum sagen wir entschieden Nein zu neuen AKW. 


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Über Raffael Fischer:

Der Historiker Raffael Fischer kandidierte für die Grünen im Wahlkreis Luzern für den Kantonsrat, wurde aber nicht gewählt. 

www.raffael-fischer.ch