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Kolumne von Raffael Fischer

10.02.2011

Wieder ein fragwürdiger Entscheid

Das überraschende «Aus» für die Sanierung der Zentralbibliothek passt zur bürgerlichen Steuerpolitik und ihren Folgen.


Bereits werden die ZHB-Bestände in solchen Behältern nach Entlebuch gezügelt, wo sie nun zwei Jahre länger als geplant gelagert werden. Das ärgert ganz besonders die ZHB-Nutzer.<br><br>Bild: Herbert Fischer

Bereits werden die ZHB-Bestände in solchen Behältern nach Entlebuch gezügelt, wo sie nun zwei Jahre länger als geplant gelagert werden. Das ärgert ganz besonders die ZHB-Nutzer.

Bild: Herbert Fischer

Das Gebäude ist seit langem baufällig und zur 60-Jahr-Feier sollte das Sanierungsprojekt für die grösste Bibliothek des Kantons endlich starten. Obwohl der Kantonsrat im letzten Juni mit grosser Mehrheit diesem Vorhaben zustimmte, wurde nun eine zweijährige Verschiebung verkündet. Begründung: Der Kantonsrat sprach kaum Geld für den Immobilienbereich und der Regierungsrat fand, die ZHB-Sanierung, der Ausbau des Naturmuseums und einige andere Projekte könnten verschoben werden.

NutzerInnen müssen länger auf Bücher warten

Das ist allerdings bezüglich der ZHB ein Hohn, denn die Auslagerung der Bücher ins Aussenlager hat bereits begonnen und kann nicht gestoppt werden. Damit steht ein dringend sanierungsbedürftiges Gebäude mitten in der Stadt leer, der Bibliotheksbetrieb wird erschwert – tägliche Lastwagenfahrten vom und ins Entlebuch sind nötig, die NutzerInnen müssen länger warten. Es handelt sich nicht um eine Fehlplanung: Vor einem Jahr wurde die Immobilienstrategie des Kantons angenommen, aber mehrfach lehnte der Kantonsrat in der Folge die Bereitstellung von Mitteln ab.

Die Verweigerungshaltung aus kurzfristigen Sparinteressen spart mittelfristig nichts, sondern kostet mehr: Die volle Miete für die Aussenlager sowie hohe Kosten für aufwändige Transporte fallen noch zwei weitere Jahre an, während die notwendige Sanierung nicht günstiger wird.

Superreiche sind willkommen

Das ist leider kein Einzelfall, sondern gehört in eine lange Reihe äusserst fragwürdiger Entscheidungen im Bildungsbereich. Der Kanton Luzern baut für die junge Universität und die PHZ ein schönes Gebäude am Bahnhof, lässt aber gleichzeitig die Budgets kürzen, kündigt das PHZ-Konkordat einseitig auf und verärgert die Nachbarkantone. Zwar ist einerseits der Wille erkennbar, Luzern als Bildungszentrum der Innerschweiz zu profilieren, andererseits darf es aber nichts kosten. Das ist Folge einer aggressiven Steuerstrategie, die den Kanton Luzern vor allem für Unternehmen attraktiv machen will. Für private International Schools gibt es nämlich Kredite!

Daraus kann ich nur das Fazit ziehen: Die Ratsmehrheit will lieber ein paar Abzocker und Superreiche anlocken, die pauschal nur wenig (wenn überhaupt im Kanton) Steuern bezahlen, als für Universität und Hochschulen gute Rahmenbedingungen zu schaffen. Dazu würde uunter anderem auch eine Zentralbibliothek gehören, die diesen Namen verdient.


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Über Raffael Fischer:

Der Historiker Raffael Fischer kandidierte für die Grünen im Wahlkreis Luzern für den Kantonsrat, wurde aber nicht gewählt. 

www.raffael-fischer.ch