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Kolumne von Priska Lorenz

18.04.2014

Darum beschloss die SP das Referendum gegen die Wirtschafts-Fakultät an der Uni

Geht es nach dem Regierungsrat und dem Kantonsrat, soll die Uni Luzern eine Wirtschaftsfakultät bekommen. Weil der Kanton Luzern dafür kein Geld zur Verfügung stellen kann, müsste der Aufbau der Fakultät rein aus Drittmitteln finanziert werden. Die Uni muss dafür rund 5 Mio. Franken sammeln.


SozialdemokratInnen wie Mario Stübi sam-meln zurzeit die für das Referendum erfor-derlichen 4000 Unterschriften, damit das Volk über die neue Wirtschaftsfakultät an der Uni entscheiden kann. Zugleich wehren sie sich mit solchen Flyern gegen die Über-führung der städtischen Heime und Alters-siedlungen (HAS) in eine Aktiengesellschaft.

Bild: Herbert Fischer

Geht es nach dem Regierungsrat und dem Kantonsrat, soll die Uni Luzern eine Wirtschaftsfakultät bekommen. Weil der Kanton Luzern dafür kein Geld zur Verfügung stellen kann, müsste der Aufbau der Fakultät rein aus Drittmitteln finanziert werden. Die Uni muss dafür rund 5 Mio. Franken sammeln. 

Schon vor der Errichtung der Wirtschaftsfakultät müssen erste Abstriche gemacht werden: war ursprünglich ein Betreuungsverhältnis von 60 Studierenden pro Professor vorgesehen (was dem Zielwert der Regierung entsprechen würde), geht man jetzt von einem Professor pro rund 80 Studierenden aus. Das kostet natürlich merklich weniger, bedeutet aber auch markant schlechtere Bedingungen für die Studierenden. So wird die Wirtschaftsfakultät an der Uni Luzern kaum attraktiv genug sein, um im Vergleich mit den etablierten wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten bestehen zu können.

Der Aufbau eines neuen Angebots, für das nur knapp Geld zur Verfügung steht, wird unweigerlich zu einem Verteilungskampf innerhalb der Uni führen. Ob Gemeinkosten und Infrastrukturkosten auch privat finanziert werden können, ist unklar. Es droht die Gefahr, dass das bestehende Angebot leidet oder aber schlussendlich doch der Kanton einspringen muss.

Gemäss Regierung sollen bei der Sammelaktion für die Wirtschaftsfakultät private Geldgeber im Vordergrund stehen. Damit setzt sie die Unabhängigkeit von Lehre und Forschung aufs Spiel. Insbesondere Unternehmen werden nicht ohne Hintergedanken spenden, sondern sind auf Return on Investment angewiesen. Wohin das führen kann, zeigte die UBS mit ihrem Sponsoring der Uni Zürich. Der mittlerweile veröffentlichte Vertrag zeigt auf, dass die UBS sehr wohl Einfluss nimmt; sie bestimmt beispielsweise welche Themengebiete sie finanziert und welche nicht.

Mit der gezielten Finanzierung von bestimmten Projekten kann eben auch mit relativ kleinen Beträgen gesteuert werden, wie sich eine Fakultät ausrichtet. Angesichts dessen ist die Transparenzbestimmung, welche das neue Unigesetz vorsieht, unzureichend.

Erst über Beträge ab 500‘000 Fr. muss im Geschäftsbericht Rechenschaft abgelegt werden. Und zudem kann die Regierung noch die Einzelheiten bestimmen, «unter Berücksichtigung schutzwürdiger Interessen». Namen von Geldgebern müssen so beispielsweise nicht zwingend veröffentlicht werden. Verträge werden keine offengelegt, es wird also immer nur gefiltert über den Drittmitteleinsatz informiert. Die Frage ist erlaubt, was es denn zu verheimlichen gibt. Der neue Rektor der Universität Zürich, Michael Hengartner, sagte dazu in einem Videointerview mit «NZZ Campus»: «Unsere Verträge sollten offen sein. Ich sehe nicht ein, was wir geheim halten sollen.»

Für die SP ist klar: Bildung ist eine Aufgabe der öffentlichen Hand und soll dies auch bleiben. Deshalb haben wir gegen die drittmittelfinanzierte Wirtschaftsfakultät das Referendum ergriffen. Unterschreiben Sie es jetzt!

Priska Lorenz, Fraktionschefin der SP-JUSO-Fraktion im Kantonsrat, Grosswangen


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Über Priska Lorenz:

Priska Lorenz (SP/Grosswangen) ist im April 2011 im Wahlkreis Sursee als Kantonsrätin wieder gewählt worden.