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Kolumne von Beat Murer

10.09.2012

Carparkplatz über dem Casino-Parkhaus bleibt ungenutzt

Die Car-Debatte ist mit der Anstellung zusätzlicher Parkwächter am Schwanenplatz noch lange nicht vom Tisch.


In der Folge des tödlichen Carunfalls vom 4. August 2012 hat der Gratisanzeiger Luzerner Rundschau am 17. August einen grossen Artikel auf der ersten Seite unter dem Titel «Cardorado Luzern» publiziert mit der Aufforderung an die Leserschaft, ihre Meinung in der «Luzerner Rundschau» kundzutun («Ihre Meinung interesseriert uns!»). 

Ich wollte eine entsprechende Replik bei der «Luzerner Rundschau» tätigen, nachdem diese mich ohne Anfrage zitiert hatte. Ich bekam weder ein Feedback noch wurde etwas publiziert! 

In besagtem Artikel wurde mein früherer Vorstoss betreffs «Cityschiff» erwähnt. Im weiteren wurde auch auf eine Kolumne von mir auf lu-wahlen.ch Bezug genommen, deren Aussagen jedoch wurden auf den Vorschlag bezüglich des City-Schiffes ab Verkehrshaus bis Schwanenplatz reduziert, obwohl ich in besagter Kolumne auch als Minimallösung ein City-Schiff ab Inseli zum Schwanenplatz erwähnt hatte.

Nick Schwery von der «Luzerner Rundschau» zog diese Schlussfolgerung: «Ob die Touristenströme ins Schiff zu bewegen sind, das im Vergleich doch eher gemächlich unterwegs ist, bleibt aber fraglich.» Das ist falsch! Denn auch der Car braucht auf der verkehrsreichen Achse Bahnhofplatz Schwanenplatz via Luzernerhof geraume Zeit, um am Schwanenplatz Touristen abholen zu können. 

So wäre beispielsweise ein Schiff in der Grösse des neuen «Saphir» der SGV, welches Touristen von etwa fünf Cars aufnehmen könnte, in kürzester Zeit über dem See bei der Anlegestelle Schwanenplatz, von wo die Touristen den neuen zusätzlichen Fussgängerstreifen benützen können, dessen Realisierung im letzten Jahr übrigens auf ein Postilat von mir im Jahre 1992 im Grossen Stadtrat zurückgeht.

In der ganzen Diskussion wurde bis jetzt auch kein Wort über die vier bis sechs Carparkplätze über dem Parkhaus Casino an der Haldenstrasse gesprochen, welche seit geraumer Zeit nicht mehr in Betrieb sind. Am 22. September 1996 hatte das städtische Stimmvolk der Vorlage Parkhaus Casino-Palace deutlich zugestimmt, nicht zuletzt wohl auch wegen der dort in Aussicht gestellten Carparkplätze. In unmittelbarer Nähe befinden sich übrigens zwei Anlegestellen von privaten Schiffsunternehmungen, welche mit ihren Schiffen für Ihr Tourismusgeschäft mit allfälligen Zubringerfahrten nach dem Schwanenplatz Synergien erzielen könnten. 

Es wäre interessant zu wissen, warum dieser für Cars vorgesehene Platz an der Haldenstrasse für diesen Zweck praktisch nicht mehr benutzt wird.

Das Sicherheits- und vor allem auch das innerstädtische Verkehrsproblem werden mit dem Einsatz von mehr Parkwächtern wie jüngst beschlossen nicht gelöst. Diese können bezüglich des zeitlichen Verbleibens der Busse nur bedingt auf deren Chauffeure und insbesondere auf die Reiseleiter Einfluss nehmen. Inzwischen spricht auch die «Neue Luzerner Zeitung» gemäss Ausgabe vom 3. September 2012 Klartext über die Beweggründe der Reiseleiter, unbedingt am Schwanenplatz vorzufahren. Nämlich die happigen Provisionen, welche sie an den durch sie vermittelten Umsätze kassieren: Für diese Provisionen beschäftigt der Souvenirshändler Roberto Casagrande gemäss «10vor10» im Schweizer Fernsehen immerhin drei Angestellte, «welche welche nichts anderes machen, als Provisionen auszuzahlen».

Wenn - wie von gewissen Tourismus-Technokraten behauptet wird - die am Schwanenplatz mit Cars vorfahrenden Touristen ja tatsächlich nur Einkäufe tätigen wollten, könnten die einschlägigen Geschäfte beispielsweise auch ein «House of Swiss Souvenirs» in der  Nähe einer Autobahnausfahrt einrichten und dort adäquate Carparkplätze bereitstellen. Dies etwa im Gebiet Schlund oder alter Pilatusmarkt (also Kriens), neben IKEA in Rothenburg oder beim Ebisquare in Ebikon. Solche Beispiele gibt es auch im Ausland. 

Der Stadtrat tat gut daran, das Projekt zur Neugestaltung der Achse Grendel-Löwengraben und damit die Idee eines «Walk of Watches» am Grendel zurückzustellen. Die mehr als fünf Millionen Franken öffentlicher Gelder für das Gestaltungsprojekt wären sehr fragwürdig, wenn andererseits kein Geld mehr für den Unterhalt der Kinderspielplätze, für den Hirschpark etc. zur Verfügung steht. 

Beat Murer, Luzern  


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Über Beat Murer:

Beat Murer (*1949) ist in Luzern aufgewachsen, wo er nach dem Besuch der Zentralschweizerischen Verkehrsschule 23 Jahre bei den SBB diverse Funktionen - vom Betriebsdisponenten bis zum Liegenschaftsverwalter - ausübte. Als Weiterbildungen besuchte er den Verwaltungskurs für Luzernische Verwaltungsbeamte und den SVIT-Fachkurs für Immobilientreuhänder.

Bis zu seiner Pensionierung im Frühjahr 2011 leitete er 17 Jahre das Ressort  Wahlen und Abstimmungen der Stadt Luzern. Dies beinhaltete unter anderem die Organisation und Durchführung sämtlicher eidgenössischer, kantonaler und kommunaler Wahlen sowie diejenigen der katholischen und reformierten Kirchgemeinden. Zudem war er dort bis 2010 für die Prüfung von Initiativen/Referenden/Volksmotionen zuständig. 1990 bis 1992 vertrat er die SP im Grossen Stadtrat und von 1998-2006 war Beat Murer Mitglied des Grossen Kirchenrates der Katholischen Kirche Stadt Luzern.

Beat Murer kandidierte für die glp 2012 als Grossstadtrat.

Sein Motiv, bei lu-wahlen.ch als Kolumnist mitzuwirken: «Ich will so mithelfen, dass verantwortungsbewusste politische Diskurse möglich werden.»