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Kolumne von Beat Murer

14.05.2012

Wie bereits 13 mal: Wieder wird eine SVP-Kandidatur ins Leere laufen

Mit ihrem Aufrechterhalten an der Kandidatur Rolf Hermetschweiler ist sich die SVP ihrer Sturheit treu geblieben. Den Linken durch eine chancenlose Kandidatur in die Hand spielen: Ist es das, was diese Partei unter bürgerlichen Werten versteht?


13 Majorzwahlen, die zeigen, wie schwer es SVP-Kandidaturen haben, wenn die Persön-lichkeit und nicht die Parteizugehörigkeit entscheidend ist (zum Vergrössern anklik-ken).

13 Majorzwahlen, die zeigen, wie schwer es SVP-Kandidaturen haben, wenn die Persön-lichkeit und nicht die Parteizugehörigkeit entscheidend ist (zum Vergrössern anklik-ken).

Das Vorgaukeln der SVP-Exponenten, sie wären die alleinselig machende bürgerliche Partei, ist geradezu grotesk. Mit ihrem Verhalten auf eidgenössischer, kantonaler und kommunaler Ebene werden die Grundwerte unseres Staates und damit des Zusammenlebens immer wieder in Frage gestellt. Dass man unterschiedlicher politischer Meinung sein darf, ist unbestritten und auch die Essenz der Erfolgsgeschichte Schweiz. 

Mit Hetzparaden gegen alle Personen und Institutionen, die der SVP nicht passen, hat diese Partei unter der Federführung ihres Zürcher-Flügels jedoch massgeblich zu dem inzwischen unschweizerischen politischen Klima in diesem Land beigetragen. Ausgerechnet Bruder Klaus, auf den sich SVP-Exponenten so gerne berufen («Macht den Zaun nicht zu weit») würde sich im Grab umdrehen und mit aller Kraft gegen solche Zwietracht verursachende Dogmatiker antreten. 

Leider sind die Totengräber unserer demokratischen Kultur gerade in Kreisen zu suchen, welche sich gerne immer wieder als einzig wahrhafte Patrioten darstellen. So haben zum Beispiel SVP-Vertreter aus der Landschaft immer wieder gegen die Stadt Luzern Stimmung gemacht; unter anderem im Zusammenhang mit dem kantonalen Fusionsbeitrag an die Fusion Littau-Luzern. 

Sind sich diese Politiker eigentlich bewusst, dass viele städtische Bewohnerinnen und Bewohner in zweiter und dritter Generation bäuerliche Wurzeln im Luzerner Hinterland und im Entlebuch haben und dass deren Vorfahren froh waren, Arbeit und Wohnung in der Stadt zu finden?

Wo stünden viele Landgemeinden ohne den kantonalen Finanzausgleich, der massgeblich durch die städtischen Agglomerationsgemeinden gespiesen wird? Es macht seit längerem den Anschein, dass die SVP an schlecht funktionierenden öffentlichen Institutionen geradezu interessiert ist, um ihre politischen Süppchen zu kochen. Dabei ist und war ihr jedes Mittel Recht, beispielsweise auch das völlig unnötige Finanzreferendum gegen das Budget 2012 der Stadt Luzern zu ergreifen, welches allerdings durch das Stimmvolk am 6. Mai 2012 überdeutlich, nämlich mit 80 Prozent angenommen wurde.

Dass die SVP immer wieder bei Majorzwahlen (Bund, Kanton und Gemeinden) abgestraft wurde und wird, hatte und hat nebst der bescheidenen Auswahl an valablen Kandidaturen auch sehr viel mit deren Politstil zu tun. Siehe rechts die Zusammenstellung «Chronologie des Scheiterns von SVP-Kandidaten bei Majorzwahlen in Stadt und Kanton Luzern» (zum Vergrössern anklicken). 

Beat Murer, Luzern


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Über Beat Murer:

Beat Murer (*1949) ist in Luzern aufgewachsen, wo er nach dem Besuch der Zentralschweizerischen Verkehrsschule 23 Jahre bei den SBB diverse Funktionen - vom Betriebsdisponenten bis zum Liegenschaftsverwalter - ausübte. Als Weiterbildungen besuchte er den Verwaltungskurs für Luzernische Verwaltungsbeamte und den SVIT-Fachkurs für Immobilientreuhänder.

Bis zu seiner Pensionierung im Frühjahr 2011 leitete er 17 Jahre das Ressort  Wahlen und Abstimmungen der Stadt Luzern. Dies beinhaltete unter anderem die Organisation und Durchführung sämtlicher eidgenössischer, kantonaler und kommunaler Wahlen sowie diejenigen der katholischen und reformierten Kirchgemeinden. Zudem war er dort bis 2010 für die Prüfung von Initiativen/Referenden/Volksmotionen zuständig. 1990 bis 1992 vertrat er die SP im Grossen Stadtrat und von 1998-2006 war Beat Murer Mitglied des Grossen Kirchenrates der Katholischen Kirche Stadt Luzern.

Beat Murer kandidierte für die glp 2012 als Grossstadtrat.

Sein Motiv, bei lu-wahlen.ch als Kolumnist mitzuwirken: «Ich will so mithelfen, dass verantwortungsbewusste politische Diskurse möglich werden.»