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Kolumne von Pascal Merz

15.04.2012

Das bedingungslose Grundeinkommen (bGE) ist eine ernsthafte Debatte wert

Das bGE ist alles andere als eine Schnapsidee. Darum weigere ich mich, mich der Diskussion zu verweigern.


Schauen wir doch mal auf die Ist-Situation. Das kapitalische System moderner Prägung hat in den letzten Jahren schwere Rückschläge erlitten und stand gar vor dem Abgrund. Beim viel zitierten Homo Oeconomicus, dem ökonomischen Beispielsmenschen eines Nutzenmaximierers, fällt mehr und mehr der Lack ab. Die Burnout-Rate steigt von Jahr zu Jahr an. Menschen fühlen sich an ihrem Arbeitsort zunehmend überfordert. 

Unsere Sozialsysteme sind aufgrund der demographischen Entwicklung in dieser Form künftig nicht mehr finanzier- und tragbar. Die Schere zwischen arm und reich wird nicht kleiner. Unser westlich übersteigertes Wohlstandsstreben führt in eine Sackgasse. Wir brauchen also Anpassungen, ansonsten fällt der Faktor Mensch irgendwann unseren Technologien zum Opfer. 

Das bedingungslose Grundeinkommen ist ein den Ist-Zustand veränderndes Modell und hat wie jede Medaille zwei Seiten. Beispielsweise die Finanzierung. Wir können uns jetzt einer sachlichen Diskussion verschliessen, von einer «Schnapsidee» und von «Förderung der Faulheit» reden. Oder aber wir anerkennen, dass auch unser aktuelles Modell sehr viele Schwächen aufweist und dass prüfenswerte Alternativen sehr willkommen sind. 

Am bedingunglosen Grundeinkommen hängen zwei grundsätzliche gesellschaftliche Fragen: Was habe ich für ein Menschenbild und was soll die Wirtschaft für den Menschen sein? Ist der Mensch für die Wirtschaft da oder umgekehrt? Eine faire und scheuklappenfreie Diskussion hat das bedingungslose Grundeinkommen darum mehr als verdient.

Pascal Merz, Sursee


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Über Pascal Merz:

Pascal Merz (SP/Sursee) kandidierte am 10. April 2011 für den Kantonsrat, ist aber nicht gewählt worden.