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Kolumne von Joël Mayo

09.03.2016

Die Altstadt ist tot und wenn es so weitergeht die Neustadt bald auch

Wer vom «lebendigen Luzern» spricht, meint damit kaum die Altstadt. Wer sich keine Uhr kaufen möchte und mit Cars als ästhetischen Objekten nichts anfangen kann, der verbringt seine Freizeit kaum im mittelalterlichen Stadtkern Luzerns.


Die verbreitete These, dass das Problem praktisch allein bei der hohen Konzentration von Ladenketten und Uhrengeschäften liege, greift zu kurz um zu erklären, weshalb die Altstadt als lebloser Fleck wahrgenommen wird. Und wer sich den Fragen nach zahlbaren Räumen zum Wohnen, für Gewerbe und Kultur verweigert, wird die Neustadt und die neuen Stadtteile dem gleichen Schicksal zuführen, wie es der Altstadt widerfahren ist.

Ein guter Branchenmix belebt keine Stadt, belebt wird sie von ihren Bewohnerinnen und Bewohnern und deshalb darf sie nicht als Konsumzentrum gedacht werden, sondern als Lebens- und Begegnungsraum. Daher gilt es bei der Bevölkerung anzusetzen. Zahlbarer Wohnraum, günstige Gewerbeflächen für Start-Ups und Kleingewerbe sind gefragt, wie auch zahlbare Raumangebote für Kulturschaffende.

Erst wenn Menschen in der Stadt wohnen und arbeiten können und Kultur nicht nur verwaltet wird sondern geschaffen werden kann, wird eine Stadt oder ein Stadtteil attraktiv und lebendig.

Es ist eine Aufgabe der Politik, Rahmenbedingungen zur Verwirklichung dieses Ziels zu setzen. Es ist ebenso Aufgabe der Politik, allenfalls kaum belebte Stadtteile aufzuwerten. Car- und Autoparkplätze laden weder zum Flanieren, noch zum Verweilen ein. Hier machen andere europäische Städte vor, wie attraktive Begegnungszonen geschaffen werden können: Der Freizeitverkehr gehört in Parkhäuser ausserhalb des Stadtzentrums, Velowege werden ausgebaut, die Frequenz der öffentlichen Verkehrsmitteln wird gesteigert.Dies sind nur einige Massnahmen, welche zusätzlichen Raum in einer Stadt schaffen und deren Attraktivität steigern.

Bürgerliche Politikerinnen und Politiker neigen gerne dazu, in das Wehklagen einzustimmen, wenn einem unbelebten Stadtteil nachgetrauert wird. Konkrete Massnahmen dafür, dass Stadtteile sich zu vitalen Orten entwickeln können ergreifen sie jedoch in den meisten Fällen nicht.

Wer nicht möchte, dass die Neustadt, Littau und Reussbühl in 10-20 Jahren genauso tot sind wie die Altstadt, muss links wählen.

Joël Mayo, Grossstadtratskandidat SP, Luzern


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Über Joël Mayo:

Joël Mayo (1989) ist gelernter Buchhändler. Zurzeit absolviert er an der Pädagogischen Hochschule die Ausbildung zum Sekundarlehrer. Er war Präsident der JungsozialistInnen des Kantons Luzern und 2015 Spitzenkandidat auf der JUSO-Liste im Wahlkreis Luzern-Stadt für den Kantonsrat.