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Kolumne von Markus Mächler

11.01.2019

Diese Initiative geht von falschen Grundlagen aus

Es ist im Grund ein berechtigtes Anliegen, das die Initianten der «Zersiedlungs-Initiative» vertreten. Nur haben sie nicht beachtet, dass die Problematik längst erkannt ist. Wir haben schweizweit im Jahre 2014 bereits zum Raumplanungsgesetz abgestimmt und dabei rigorose Massnahmen beschlossen.


Sämtliche Gemeinden müssen bis 2023 ihre Hausaufgaben machen und ihre Bauzonen überprüfen. Unter anderem hat das Kantonsparlament dem neuen Richtplan mit deutlicher Mehrheit zugestimmt. Damit können schon heute etwa die Hälfte der Luzerner Gemeinden gar nicht mehr einzonen und ungefähr ein Viertel der Gemeinden sind zum Auszonen von Bauland verpflichtet.

Die Folgen sind bereits spürbar: Seit drei Jahren liegt das jährliche Wachstum des Siedlungsgebiets weit unter einem halben Prozent, das Wachstum der Bevölkerung aber weit über einem Prozent! Die Massnahmen greifen. Die Ziele werden erreicht. Die Initiative geht von falschen Grundlagen aus.

Es gilt allerdings festzuhalten, dass ausserhalb der Bauzonen, nämlich im Landwirtschaftsland, seit mehreren Jahren deutlich mehr Kulturland verloren geht als mit den Bauzonen! Aber genau dort soll die Zersiedlungs-Initiative nicht greifen.

Im Übrigen verhindert die Initiative nicht, dass die derzeitig rege Bautätigkeit gestoppt wird und dass zweifelhafte sogenannte «innere Verdichtungen» ohne städtebauliche Konzepte entstehen. Im Gegenteil: sie fördert sogar das Bauen an falschen Orten und treibt die Grundstückpreise weiter in die Höhe.

Ich meine, die Initiative ist strikte abzulehnen. Dagegen sind die strengen Massnahmen gemäss dem kantonalen Richtplan umzusetzen. Damit wird nachweisbar Kulturland geschont, an den richtigen Orten gebaut und letztlich die Qualität der Landschaft als Ganzes geschützt.

Markus Mächler, alt CVP-Grossstadtrat, Architekt und Raumplaner, Luzern


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Über Markus Mächler:

Geboren 1953, Bürger von Luzern, wo er auch wohnt. 

Architekt HTL SIA, Raumplaner FSU. In diesen beiden Funktionen ist er heute beruflich tätig.

CVP-Grossstadtrat von 2000 bis 2006, 2002 bis 2011 Fraktionschef. Früherer Präsident der Verkehrskommission der Stadt Luzern seit 2005. Markus Mächler sagt:

«Zahlbarer Wohnraum und die Erreichbarkeit sind für mich zentrale Anliegen der Stadt für Bewohner, Arbeitsplätze und Freizeitangebote.

Als Präsident der SBL Wohnbaugenossenschaft Luzern (etwa 360 Wohnungen) interessieren mich speziell die Anliegen der Wohnbevölkerung (Quartierleben, Verkehrsverhältnisse, Stadtraumgestaltung und dergleichen). Ich unterstütze die Bemühungen der Agglomeration (und speziell der Stadt) im Bereich des zahlbaren Wohnraums.

Als ehemaliger Präsident von Borba Luzern unterstützt er «die vielfältigen Herausforderungen der Sportvereine und -verbände.»

http://www.cvp-stadtluzern.ch/home.html