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Kolumne von Marc Lustenberger

18.03.2016

Herausfordernd ist, dass man als Kandidat sein eigenes Produkt ist

Noch vor einem Jahr hätte ich nicht im Traum daran gedacht, dass ich einmal einen Wahlblog schreiben müsste. Doch es kam anders.


Ich bin nicht immer blau – und doch fühle ich mich jetzt oft so. Es gibt Dinge im Leben, die werden einem in die Wiege gelegt. Das sind Herkunft, Geschlecht, Konfession, aber auch Land und Kultur, in die wir geboren werden. Daneben gibt es vieles, das wir glücklicherweise selber wählen können. Dazu gehört auch die Parteizugehörigkeit. Ich habe mich für die FDP – und somit die Farbe blau entschieden. 

Es hätte auch anders kommen können. Etwa orange. Ich stamme aus einer CVP-Familie und wichtige Werte bleiben immer hängen. Ich bin aber auch grün. Meist per Velo unterwegs und meine Freizeit verbringe ich am liebsten draussen in der Natur.

Und früher als Gymnasiast und Philosophiestudent wollte ich die Welt auf den Kopf stellen. Das Herz schlug links, die Sehnsucht war rot. So habe ich viele Facetten. Ich kam zum Schluss, dass ich mit meinem Profil in einer bürgerlichen Partei wie der FDP am meisten bewirken kann.

Die Parteipolitik war nicht Liebe auf den ersten Blick. Es war vielmehr eine langsame Annäherung. Als Kind der 70-er und 80-er Jahre verstehe mich als freier und kritischer Geist. Daher tat ich mich lange schwer mit dem Gedanken, mit einer Parteifahne durch das Leben zu laufen. Irgendwann bin ich zum Schluss gekommen, dass mit 47 Jahren die Zeit gekommen ist, mich festzulegen. In einer Partei wird nicht nur diskutiert, sondern es werden Veränderungen angedacht und angestossen. 

Sich für liberale Werte einzusetzen bedeutet für mich, sich auch für gesellschaftliche und kulturelle Fragen zu engagieren und nicht nur für Wirtschaftsthemen. Stabile Finanzen sind aber die Voraussetzung für gesunde Institutionen.

Liberales Denken und Handeln bedingt Grosszügigkeit miteinander, heisst aber auch, dass jeder und jede die Pflicht hat, selber Verantwortung zu übernehmen. Als Unternehmer ist das für mich selbstverständlich, und ich bin überzeugt, das taugt auch als Gesellschaftsmodell.  

So bin ich vor einem Jahr einer Partei beigetreten – und zwar der FDP Stadt Luzern.

Damit hat mein Abenteuer Wahlkampf begonnen. Heutzutage gibt man so etwas auf Facebook bekannt. Rund zehn Prozent der sogenannten Freunde meldeten sich. Sie fanden es alle gut. Die anderen 90 Prozent schwiegen. Im März erschien die Wahlliste in der Zeitung. Seither sprechen mich Bekannte auf der Strasse drauf an. Eine Kandidatur ist so etwas wie ein politisches Coming Out. Sie hilft, eigene Positionen zu klären und neue Kontakte zu knüpfen.

Herausfordernd ist, dass man als Kandidat sein eigenes Produkt ist. Ich musste eine Strategie entwickeln, einen Flyer machen und auf verschiedenen Kanälen präsent sein. Nur wer sich ins Gespräch bringt, hat eine Chance gewählt zu werden. Und so ist dieses Abenteuer Wahlkampf so etwas wie eine Lebensschule, eine Erfahrung, die ich bereits jetzt nicht mehr missen möchte. Doch noch stehe ich am Anfang, noch hängt kein einziges Plakat. Ich bin gespannt auf die nächsten Wochen.

Marc Lustenberger, Grossstadtratskandidat FDP.Die Liberalen, Luzern


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Über Marc Lustenberger:

Marc Lustenberger (*1969) kandidiert neu als FDP-Grossstadtrat. Nach dem Studium in Basel arbeitete er zehn Jahre als Journalist und Korrespondent für verschiedene Schweizer Zeitungen. Seit 2008 ist er als Kommunikationsberater tätig und führt die Agentur media-work in Luzern. Er ist verheiratet und Vater zweier Kinder.

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