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Kolumne von Yasikaran Manoharan

18.04.2011

Verdienter Lohn für harte Arbeit - Erfahrungen eines Anfängers

Erstmals habe ich aktiv an einem Wahlkampf mitgemacht; ich habe im Wahlkreis Luzern-Land für die Juso als Kantonsrat kandidiert. Erwartungsgemäss bin ich zwar nicht gewählt worden, aber ich blicke auf die letzten Monate mit Freude und Stolz zurück. Ich habe für mich Erfahrungen gemacht, die für die weitere politische Arbeit von uns JungsozialistInnen wertvoll sind.


Unterschriftensammlungen für Initiativen schaffen Diskussionsmöglichkeiten mit Leuten, die sich sonst kaum für Politik interessieren.<br><br>Bild: Herbert Fischer

Unterschriftensammlungen für Initiativen schaffen Diskussionsmöglichkeiten mit Leuten, die sich sonst kaum für Politik interessieren.

Bild: Herbert Fischer

Erfahrung 1: Ein gutes Klima untereinander motiviert. Wenn alle das gleiche Ziel vor Augen haben und sich dafür gemeinsam engagieren, kommts gut. Das zeigt unser Erfolg für die Unterschriftensammlung der 1:12-Initiative. Sie wissen: wir wollen, dass in einem Unternehmer der höchste Lohn maximal das zwölffache des tiefsten betragen darf. Auch wenn wir bei der Ausschaffungs- und der Waffenschutz-Initiative verloren haben, haben wir doch unser Potential in den Abstimmungskampf einbringen und unsere Argumente platzieren können. 

Erfahrung 2: Die Lancierung eines direktdemokratischen Mittels wie der Initiative im Vorfeld eines Wahlkampfs  schafft viele Publikumskontakte und ermöglicht Gespräche mit Leuten, die sonst kaum für solche Diskussionen anzusprechen sind. Nicht allein über das jeweilige Thema, sondern über Politik überhaupt. Und vor allem ebenso über die individuellen Lebenssituationen der Menschen. Ich habe Geschichten erfahren, die zu wissen wichtig sind. Ich weiss inzwischen aus mehreren Erzählungen, wie alleinerziehende Mütter «knapp durch müssen», wie Familien unter den Krankenkassenprämien ächzen, wie sich Schulabgänger ohne berufliche Perspektiven fühlen. Undsoweiter. 

Erfahrung 3: Die finanziellen Unterschiede unter den Parteien. Hier herrscht ein Ungleichgewicht, das die Demokratie gefährdet. Nicht von ungefähr sind die Bürgerlichen, allen voran die SVP, gegen Transparenz bei der Parteienfinanzierung. Unsere wiedergewählte Kantonsrätin Priska Lorenz (SP/Grosswangen) und andere KolumnistInnen haben auf lu-wahlen.ch auch schon darüber geschrieben. 

Erfahrung 4: Die Rolle der Medien und ihre Umfragen. Es ist erschreckend, mit welcher Selbstsicherheit sie Resultate irgendwelcher Umfragen verbreiten und – noch erschreckender – was hinterher wirklich geschieht. Wie eine Woche zuvor im Kanton Zürich ist im Kanton Luzern vieles ganz anders rausgekommen, als die Umfragen vermuten liessen. Also niemals aufgrund von Umfragergebnissen sicher fühlen und sich zurücklehnen.

Erfahrung 5: Die Rolle der Medien und ihre handwerkliche Seriosität. Es war nicht nur die Monopoltageszeitung, die nach dem Wahlsonntag eigenartige Bilanzen zog. Dass die Grünliberalen die Sieger sind, ist wohl unbestritten. Aber dass die Medien die SVP praktisch im gleichen Atemzug nannten und auf deren Zuwachs von vier Sitzen verwies (neu 27) kommt mir doch etwas seltsam vor. SP/Juso steigerte sich von 13 auf 16 Sitze und hat somit prozentual an Sitzen mehr zugelegt. Ebenso komisch rechneten die Medien, als sie die CVP als Partei mit den meisten Sitzverlusten hinstellten. Dabei schmolz die CVP im Kantonsrat von 45 auf 38 Sitze, die FDP hingegen von 29 auf 23. Es gäbe weitere Beispiele dafür, was unseriöser Journalismus ist.

Erfahrung 6: Auch wir Jungen müssen uns auf Köpfe konzentrieren. In der Stadt machten wir das erfolgreich, indem wir voll auf Hasan Candan setzen und ihn auch als Spitzenkandidaten pushten. Die Zeiten müssen vorbei sein, dass Linke von «Personenkult» spotten, wenn Kräfte und Mittel konzentriert werden. Voraussetzung ist freilich, dass eine solche Persönlichkeit eine hohe Integrationskraft hat und von allen AktivistInnen unserer Partei – eben: den JungsozialistInnen – unterstützt wird. Ich gratuliere Hasan Candan, aber auch David Roth und Priska Lorenz, unserer Juso-Kantonalpräsidentin, auch an dieser Stelle sehr herzlich. Und natürlich allen anderen 13 alten und neuen SP-KantonsrätInnen.  

Es hat sich gelohnt - ich mache weiter.


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Über Yasikaran Manoharan:

Yasikaran Manoharan (*1988, Kriens) ist gelernter Hochbauzeichner. 2015 hat er an der Hochschule für Technik und Architektur in Horw die Ausbildung zum Architekten abgeschlossen. 2014 ist er anstelle von Yanik Kloter (JUSO) in den Krienser Einwohnerrat nachgerückt und 2016 als SP-Vertreter bestätigt worden.