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Kolumne von Markus Mächler

30.01.2014

Diese JUSO-Initiative ist nicht richtig durchdacht

Zur städtischen Abstimmung über «gemeinnützige Wohn- und Gewerberäume» in der Stadt Luzern vom 9. Februar 2014.


Mit der JUSO-Initiative soll die GSW (Gemeinschaftsstiftung) sofort 20 Millionen Franken erhalten und damit auf dem Immobilienmarkt preisgünstigen Wohn- und Gewerberaum zusammenkaufen oder sogar selber bauen.

Sicher, mit 20 Millionen könnte man viel bewegen. Zum Beispiel würde das Geld für die Finanzierung von etwa 300 bis 350 einfachen Vierzimmerwohnungen reichen. Fragt sich nur, was in Luzern geschehen würde, falls die GSW die 20 Millionen Steuergelder erhielte und umgehend anlegen müsste.

Der heute schon rare Wohnraum würde mit einem Schlag sehr teuer. Denn auch hier würde gelten: Grosse Nachfrage lässt die Preise steigen! Neuer, günstiger Wohnraum wäre in der Stadt nicht mehr zu finden.

Die gemeinnützigen Wohnbaugenossenschaften sind jetzt daran, zusammen mit der Stadtverwaltung die Umsetzung der Wohnraum-Politik voranzutreiben. Sie sind heute schon daran, Liegenschaften (alte und neue) zu suchen und zu kaufen. Kommt nun auch noch die Gemeinschaftsstiftung mit viel Geld ausgerüstet auf den Markt, wären die Baugenossenschaften konkurrenziert. Sie würden sich mit der GSW um die Liegenschaften streiten, die Preise würden hochgetrieben. Die Baugenossenschaften müssten darauf verzichten, in der Stadt weiterhin aktiv zu sein. Sie würden unweigerlich ihre statuarischen Verpflichtungen in der Agglomeration umzusetzen versuchen.

Wer das nicht will, der sagt am 9. Februar 2014 klar nein zur Initiative. Viel besser wäre der Gegenvorschlag, der verteilt auf die nächsten Jahre der GSW in kleineren Tranchen eine massvolle Entwicklung ermöglicht. Dies kann sie im Gleichschritt und abgesprochen mit den Genossenschaften machen. Zudem kann sie sich wie bisher auf Wohnraum konzentrierten, der für Einzelpersonen geeignet ist. Nur so wird sie zur Schaffung und zum Erhalt der günstigen Wohnungen beitragen können. Die gemeinnützigen Wohnbaugenossenschaften kümmern sich derweil um preisgünstigen Wohnraum für Familien und andere Lebensgemeinschaften. Oder um altersgerechtes Wohnen. 

Kommt noch dazu, dass die Stadtkasse in der jetzigen Verfassung kaum in der Lage wäre, die 20 Millionen Franken aufzubringen. Das ginge nur mit einem ganz massiven Verzicht bei anderen Aufgaben, was dann für die Bevölkerung sehr schmerzhaft wäre. 

Die Initiative ist eine nicht fertig gedachte Zwängerei. Sie würde mehr schaden als nützen. Lassen wir die Gemeinschaftsstiftung und die Baugenossenschaften das machen, was sie können und was sie erwiesenermassen auch gut machen. Dann ist  allen in der Stadt Wohnenden – ausser vielleicht der JUSO – am besten geholfen. 

Markus Mächler, Grossstadtrat CVP. Luzern


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Über Markus Mächler:

Geboren 1953, Bürger von Luzern, wo er auch wohnt. 

Architekt HTL SIA, Raumplaner FSU. In diesen beiden Funktionen ist er heute beruflich tätig.

CVP-Grossstadtrat von 2000 bis 2006, 2002 bis 2011 Fraktionschef. Früherer Präsident der Verkehrskommission der Stadt Luzern seit 2005. Markus Mächler sagt:

«Zahlbarer Wohnraum und die Erreichbarkeit sind für mich zentrale Anliegen der Stadt für Bewohner, Arbeitsplätze und Freizeitangebote.

Als Präsident der SBL Wohnbaugenossenschaft Luzern (etwa 360 Wohnungen) interessieren mich speziell die Anliegen der Wohnbevölkerung (Quartierleben, Verkehrsverhältnisse, Stadtraumgestaltung und dergleichen). Ich unterstütze die Bemühungen der Agglomeration (und speziell der Stadt) im Bereich des zahlbaren Wohnraums.

Als ehemaliger Präsident von Borba Luzern unterstützt er «die vielfältigen Herausforderungen der Sportvereine und -verbände.»

http://www.cvp-stadtluzern.ch/home.html