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Kolumne von Laura Kopp

12.04.2012

Prostitution: Verdrängung ist keine Lösung

Wie in anderen Städten erhitzt die Prostitution, insbesondere der Strassenstrich, auch in Luzern die Gemüter. Dies ist teilweise verständlich.


Auch ich bin der Meinung, dass der Strassenstrich nicht in Wohnquartiere gehört. Zu gross sind die damit verbundenen negativen Nebeneffekte (wie Suchverkehr, Lärmemissionen, Verschmutzungen). Und trotzdem: Die Prostitution ist das älteste Gewerbe der Welt. Ihr «Erfolg» liegt in der nicht enden wollenden Nachfrage. Sie sollte deshalb endlich als das wahrgenommen werden, was sie ist: ein Teil unserer Gesellschaft.

Ein legales Gewerbe

Prostitution ist in der Schweiz eine legale wirtschaftliche Tätigkeit. Sexarbeiterinnen und -arbeiter müssen die geltenden Vorschriften betreffend Ausübung dieser Tätigkeit berücksichtigen, ihr Einkommen als selbständig Erwerbende versteuern und Sozialabgaben abrechnen. Es stellt sich nun nur noch die Frage, wo diese Tätigkeit ausgeübt werden darf. Die Verdrängung des Strassenstrichs in abgelegene Gegenden ist keine Lösung. Wie andere Erwerbstätige sollten auch Sexarbeiterinnen und -arbeiter ein Recht auf «Sicherheit am Arbeitsplatz» haben. Wie für andere Branchen kann der Gesetzgeber dafür gesetzliche Rahmenbedingungen festlegen. Der Strassenstrich ist kein rechtsfreier Raum und sollte auch keinen derartigen Eindruck erwecken.

Es braucht eine echte Lösung

Der Strassenstrich wird weder durch «Abschiebung» in die Peripherie noch durch Stigmatisierung der Sexarbeit einfach verschwinden. Dasselbe gilt für Verbote. Die strafrechtliche Verfolgung der Sexarbeiterinnen und -arbeiter oder der Freier führen nur dazu, dass die Betroffenen kriminalisiert und in die Illegalität gedrängt werden. Doch an Nachfrage und Angebot ändert sich nichts. Deshalb sollte es auch in Luzern möglich sein, eine Lösung zu finden, die sowohl die Bedürfnisse der Wohnquartiere als auch jene des Strassenstrichs berücksichtigt.  

Laura Kopp, Grossstadtrats-Kandidatin glp, Luzern


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Über Laura Kopp:

Laura Kopp (* 1973) ist Politikwissenschaftlerin. Sie arbeitet als Fachspezialistin Planung/Koordination beim Bundesamt für Energie, Abteilung Energieeffizienz und Erneuerbare Energien. Am 10. April 2011 hatte sie in Luzern für die Grünliberalen als Kantonsrätin kandidiert und den vierten Ersatzplatz erreicht. Bei den Nationalratswahlen vom 23. Oktober landete sie auf dem ersten Ersatzplatz. Am 6. Mai 2012 ist sie in den Grossen Stadtrat gewählt worden. 

Seit 29. Oktober 2012 ist sie Kantonalpräsidentin der glp.

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