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Kolumne von Laura Kopp

10.03.2012

Ein Jahr nach «Fukushima»

Gebannt und schockiert schauten wir vor einem Jahr nach Japan. Das schwere Erdbeben und der verheerende Tsunami führten uns deutlich vor Augen, dass nichts, aber auch gar nichts hundertprozentig sicher ist – weder erdbebensichere Häuser noch irgendwelche Kernkraftwerke. In der Folge wurde weltweit – zumindest für kurze Zeit – über die Sicherheit der Kernenergie diskutiert.


Demos wie diese der Jungen Grünen vor den Luzerner Kantonsratswahlen vom 10. April 2011 waren erste politische Reaktionen auf «Fukushima». Seither hat sich in der Schweizer Energiepolitik manches verändert.<br><br>Bild: Herbert Fischer

Demos wie diese der Jungen Grünen vor den Luzerner Kantonsratswahlen vom 10. April 2011 waren erste politische Reaktionen auf «Fukushima». Seither hat sich in der Schweizer Energiepolitik manches verändert.

Bild: Herbert Fischer

In den meisten Ländern blieben diese Diskussionen folgenlos. Nicht so in der Schweiz. Bundesrat und Parlament haben sich im vergangenen Jahr für den schrittweisen Ausstieg aus der Kernenergie entschieden. Dieser Entscheid wird von den Befürwortern der Kernenergie als Schnellschuss, verantwortungslos und als Fehler bezeichnet. Sie sind – allen Risiken zum Trotz – nach wie vor der Meinung, dass Kernenergie die beste Energiequelle ist. Sie sagen, sie sei kostengünstig und umweltfreundlich. Doch ist dem wirklich so? 

Kosten von Atomstrom

Energie, und damit auch Strom, ist in der Schweiz im Allgemeinen viel zu günstig. Gerade beim so genannten kostengünstigen Atomstrom fehlt eine Vollkostenrechnung. Die damit verbundenen Risiken oder auch die Kosten für die Endlagerungen werden fälschlicherweise nicht berücksichtigt. Während wir heute zum Beispielbeim Kauf eines neuen Fernsehers eine Recyclinggebühr bezahlen, soll die viel schwierigere Zwischen- und Endlagerung von Uran einfach gratis sein? Und ganz im Gegensatz zur üblichen Geschäftspraxis werden Kosten für die Behebung von Sicherheitsmängeln von KKW nicht dem Konsumenten überwälzt! Was das im Endeffekt bedeutet, ist wohl jedem klar: Es zahlt der Steuerzahler, ohne zu wissen wofür.

CO2-neutral

Ich kann mich noch gut an die Axpo-Werbung vor «Fukushima» erinnern. Atomstrom wurde als CO2-neutral und damit als umweltfreundlich verkauft. Natürlich wird Strom aus Kernenergie CO2-frei produziert und ist deshalb auch besser fürs Klima. Es stellt sich aber trotzdem die Frage, inwiefern radioaktives Material umweltfreundlich sein kann. Ein Blick nach Tschernobyl oder Fukushima sollten bei dieser Antwort helfen.

Niemand sagt, dass der Ausstieg aus der Kernenergie ein Spaziergang wird. Wir müssen nicht nur unser Energiesystem neu gestalten, sondern auch unseren Umgang mit Energie grundsätzlich überdenken. Denn die billigste und sauberste Energie ist jene, die nicht konsumiert wird.

Laura Kopp, Grossstadtrats-Kandidatin glp, Luzern


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Über Laura Kopp:

Laura Kopp (* 1973) ist Politikwissenschaftlerin. Sie arbeitet als Fachspezialistin Planung/Koordination beim Bundesamt für Energie, Abteilung Energieeffizienz und Erneuerbare Energien. Am 10. April 2011 hatte sie in Luzern für die Grünliberalen als Kantonsrätin kandidiert und den vierten Ersatzplatz erreicht. Bei den Nationalratswahlen vom 23. Oktober landete sie auf dem ersten Ersatzplatz. Am 6. Mai 2012 ist sie in den Grossen Stadtrat gewählt worden. 

Seit 29. Oktober 2012 ist sie Kantonalpräsidentin der glp.

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