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Kolumne von Katharina Hubacher

05.09.2011

Mehr Klarheit, bitte!

Die Kommission des Ständerats hat letzte Woche entschieden, dass beim Atomausstieg eine Hintertür offen bleiben soll. So dürften allenfalls irgendwann in der Zukunft Kernreaktoren einer neuen Generation gebaut werden, falls sie (vermutlich noch nicht formulierte) Bedingungen erfüllen.


Diese Entscheidung ist so unklar, dass jede Partei dazu eine eigene Erklärung hat: die einen meinen, wir würden vielleicht schon in 15 Jahren eine neue und sichere Generation von Atomkraftwerken zur Verfügung haben. Die anderen meinen, die Hintertüre sei zwar offen, es komme aber sicher nie dazu, sie zu benützen, weil es über 50 Jahre dauern würde, um überhaupt «sichere» AKW zu entwickeln, denn neue Reaktortypen gibt es erst auf Papier und im Versuch. Und die Kosten einer neuen AKW-Generation sind noch vollkommen offen.

Wenn die Ständeratskommission nun aber den konsequenten Ausstieg aus der Kernenergie in Frage stellt, dann ist das ein sehr schlechtes Signal. Wir brauchen eine klare, eindeutige Haltung zum Atomausstieg. Nur so werden alle Kräfte, Gelder und Ideen für den Umbau der Energiegewinnung zielgerichtet eingesetzt.

Und es macht keinen Sinn, jetzt noch Gelder in die Erforschung neuer Generationen von Atomkraftwerken zu investieren. Die Katastrophe von Fukushima ist schon längst nicht mehr in den Schlagzeilen. Aber nicht abschätzbare Folgen der Kernschmelze halten Bevölkerung und Fachleute dort noch immer in Atem. Wir wissen es seit Tschernobyl: Die Folgen für Mensch und Umwelt eines solchen Super GAUs reichen bis weit in die Zukunft.

Ein Restrisiko für einen unvorhersehbaren Unfall bleibt auch für neue Generationen von AKW bestehen. Zudem werden auch neue AKW weiterhin strahlenden Atommüll produzieren, für den wir nach wie vor keine sichere Entsorgung garantieren können. Also: Nur der Ausstieg ist der Weg der Zukunft. Dort muss investiert werden. Nicht nur Politikerinnen und Politiker müssen sich klar entscheiden. Wir alle sind gefordert. Wir müssen unseren Strom- und Energieverbrauch überdenken: Wo können wir Energie sparen? Wie organisieren wir unseren Konsum energiebewusst?

Für mich heisst das, dass ich beispielsweise möglichst viele saisonale Produkte aus der Region einkaufe, dass ich meinen Fleischkonsum reduziere, dass ich möglichst keine Plastiksäcke aus dem Supermarkt mitnehme, sondern, wenn überhaupt, gebrauchte benütze, frei nach dem Motto «Jute statt Plastik» aus den 70ern.  

Atomausstieg ist der richtige Weg in die Zukunft - für uns und unsere Kinder. Atomausstieg heisst, Energie effizient zu nutzen, heisst, den Verbrauch von Energie zu reduzieren und heisst, erneuerbare Energien zu fördern. Einzelpersonen, Parteien, Firmen, Unternehmen, Gemeinden, Kantone und der Bund müssen sich aktiv und klar für dieses Ziel einsetzen und seine Konsequenzen um- und durchsetzen. Das ist eine klare Politik!

Katharina Hubacher, Nationalratskandidatin (Grüne/Luzern)


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Katharina Hubacher ist Grossstadträtin der Grünen.