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Kolumne von Yannick Gauch

24.01.2016

Mit Essen spielt man nicht

Die Spekulationsstopp-Initiative der JungsozialistInnen verlangt ein Verbot der Finanzspekulation auf Lebensmittelpreise, während die richtige und wichtige Preisabsicherung zwischen Händlern und Produzenten weiterhin bestehen bleiben wird. Sie wird von einem breiten Bündnis aus Hilfswerken, kirchlichen, gewerkschaftlichen und bäuerlichen Organisationen unterstützt.


Mehr als ein plumpes Nein haben die Gegner der JUSO-Initiative gegen die Spekulation mit Lebensmitteln nicht zu bieten; von substanziellen Argumenten weit und breit keine Spur.

Die schädliche und Hunger verursachende Nahrungsmittelspekulation muss unterbunden werden. Das ist nicht eine Frage von links oder rechts, das ist schlicht und ergreifend eine Frage des Anstands. 

2007 und 2008 kam es zu weltweiten Hungerkrisen und exorbitant ansteigenden Preisen für Nahrungsmittel. Dies hatte mehrere Ursachen. Unter anderem waren der Anstieg des Bevölkerungswachstums sowie unterdurchschnittliche Ernten wichtige Faktoren. 

Wie aber eine Studie der UNCTAD (der Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung) zeigt, können diese beiden Faktoren nicht alleine für die Hungerkatastrophen verantwortlich sein.

Vielmehr ist ein dritter Grund mitverantwortlich für den Hunger auf der Welt: Es ist die Spekulation mit Nahrungsmitteln.

Diese Spekulation lässt durch Finanzblasen, so beispielsweise geschehen in den Jahren 2007 und 2008, die Nahrungsmittelpreise in die Höhe schellen, was wiederum dazu führt, dass Menschen in Entwicklungsländern, die einen prozentual hohen Anteil ihres Einkommens für Grundnahrungsmittel ausgeben müssen, sich ihr Essen nicht mehr leisten können und Hunger erleiden müssen. 

Laut einer Studie von «Food and Argriculture Organisation of the United Nations» waren das in den Jahren 2012 bis 2014 rund  805 Millionen Menschen weltweit. Solche Machenschaften von ein paar wenigen profitgierigen Spekulanten sollen durch diese JUSO-Initiative unterbunden werden.

Einzelne Politiker und Parteien vermögen über ihren Schatten zu springen, sind fähig ideologische Gräben zu überwinden und haben sich mit der Materie und nicht nur mit dem «Absender» des Volksanliegens befasst. 

Sie sind denn auch – wie zum Beispiel die Junge CVP Kanton Solothurn oder der Walliser SVP-Nationalrat Oskar Freysinger – zum Schluss gekommen, die Initiative zu unterstützen. Die uneinsichtigen Gegner der Initiative hingegen, überzeugen nicht gerade mit einem guten politischen Stil. Weil sie offensichtlich keine Gegenargumente haben, arbeitet ihre Kampagne mit dem plumpen Slogan «JUSO NEIN». (siehe Bild rechts). Bei dieser Abstimmung geht es aber nicht um die Frage «JUSO: Ja oder Nein?», sondern es geht um ein wichtiges Volksanliegen, das die schädliche und Hunger verursachende Spekulation mit Grundnahrungsmitteln endlich verbieten will.

Agrarrohstoffe sind nicht Produkte wie alle anderen. Wenn durch Finanzspekulation und Profitgier von ein paar wenigen Leuten der Hunger in den Entwicklungsländern gefördert wird, muss ein Riegel geschoben werden. Diese einfache Botschaft haben auch schon mehrere Unternehmen verstanden und sie zeigen Verantwortungsbewusstsein, indem sie aus der Nahrungsmittelspekulation ausgestiegen sind. Darunter befinden sich beispielsweise der AHV-Fonds und die Crédit Suisse. 

Wir haben es doch alle als Kinder gelernt: «Mit Essen spielt man nicht». So ist es! Beizufügen ist dem bloss: Nicht am Tisch und nicht an der Börse. 

Oder um es in den Worten des Zürcher Pfarrers Res Peter zu sagen: «Eigentlech, wölls eifach nome aständig esch». 

In diesem Sinne: JA zur Spekulationsstopp-Initiative am 28. Februar.

Yannick Gauch, Kandidat der JungsozialistInnen für den Stadtrat und den Grossen Stadtrat, Luzern 


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Über Yannick Gauch:

Yannick Gauch (1994) war von 2011 bis 2014 Präsident der JungsozialistInnen (JUSO) der Stadt Luzern. 2015 hat er die vierjährige Ausbildung zum Grafiker abgeschlossen. Er arbeitet als politischer Sekretär bei der SP des Kantons Luzern und als selbständiger Grafiker.

Zudem wirkt er als Journalist und Moderator beim Luzerner Jugendradio 3FACH.

Seit anfangs November 2015 weilt er für einen Sprachaufenthalt in den USA. Spätestens Ende Februar 2016 ist er zurück, um am 1. Mai für die JungsozialistInnen als Stadtrat und Grossstadrat zu kandidieren.

Die Website von Yannick Gauch:
http://www.gauch.lu/