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Kolumne von Yannick Gauch

09.01.2016

Luzern braucht eine konsequente Förderung des Langsamverkehrs

In letzter Zeit wurde in der Stadt Luzern wieder vermehrt über den Umgang mit verschiedenen Verkehrsteilnehmern (Fussgänger und Velo, ÖV und Autoverkehr) diskutiert. Dies einerseits wegen der von der SVP initiierten und an der Urne deutlich gescheiterten «Verkehrs-Initiative», andererseits durch das vom Stadtrat präsentierte «Veloparkierungskonzept Innenstadt Luzern».


Und auf eidgenössischer Ebene wird momentan heftig und emotional die Diskussion um eine 2. Gotthardröhre geführt. Eine solche hätte auch Auswirkungen auf den Grossraum Luzern, wie Thomas Bolli in seinem Interview mit lu-wahlen.ch erklärt (siehe unter «In Verbindung stehende Artikel»: Dem Grossraum Luzern drohen Dauerstaus). Ausstehend ist auch eine Volksinitiative von uns JUSO, die das unsägliche Car-Chaos in der Stadt Luzern endlich in den Griff bekommen will.

Förderung des Langsamverkehr ist zukunftsorientiert, nachhaltig und wirtschaftsfreundlich

Der Wirtschaftsstandort Luzern ist auf freie Strassen und auf flüssigen Verkehr angewiesen und es steht ausser Frage, dass auch gewisse Branchen auf den Autoverkehr angewiesen sind. Ich denke hierbei beispielsweise an Schreiner, Sanitärinstallateure, Elektriker und viele mehr; an Branchen, die Material transportieren und schnellstmöglich an verschiedenen Orten einsatzfähig sein müssen. Mit der Förderung des Velo- und des Fussverkehrs sowie mit dem Ausbau des Öffentlichen Verkehrs können wir nachhaltige und platzsparende Verkehrsmittel attraktiver machen. So kann man die Strassen entlasten, was ein grosser Vorteil für das hier ansässige Gewerbe ist. 

Dies bedeutet:

  • Sichere und mehr Velowege, wenn möglich auch abgeschirmt vom Strassenverkehr lancieren.
  • Mehr Veloparkplätze in allen prekären Zonen, zum Beispiel rund um den Bahnhof oder im Neustadtquartier.
  • Moderne Veloparkieranlagen mit verbessertem Diebstahlschutz (durch Parkierpfosten oder Hängebügel).
  • Durchgehende Bussspuren und ein möglichst effizientes Ein- und Aussteigen in den Bus ermöglichen; verhindern, dass der Bus blockiert ist beim Versuch, nach einer Haltestelle einzuspuren.
  • Gute ÖV-Erschliessung aller Wohn- und Arbeitsquartiere (wie zuletzt passiert, mit dem Bau der neuen Gütschbahn und der Erschliessung der neuen Wohneinheiten beim Hotel Gütsch).
  • Parkiermöglichkeiten ausserhalb der Stadt und regelmässig befahrene öV-Anbindungen ins Stadtzentrum.
  • Konsequente Einführung von 30-er-Zonen in Wohnquartieren und bessere Signaletik gefährlicher Fussübergänge; bessere Beleuchtung und in besonders gefährlichen Zonen mit LED ausgestattete Fussübergänge.  

Der Bau von Parkhäusern und Autobahneinfahrten führt immer zu Mehrverkehr

Das Bauen von neuen Autobahneinfahrten (Südzubringer, Spange Nord), sowie der Bau neuer Parkhäuser (zum Beispiel das angedachte Parkaus Musegg), führen garantiert zu einer Mehrbelastung der Strassen durch den Automobilverkehr. Neue Strassen und Parkiermöglichkeiten ziehen immer auch neue Autofahrer an. Zudem ziehen alle Strassenprojekte einen massive Mehrbelastung für die ansässigen Anwohner und die betroffenen Quartiere mit sich, weshalb ich gegen diese Projekte bin. 

Erfreuliche Vorschläge des Stadtrates im «Veloparkierungskonzept Innenstadt Luzern»

Am 11. Dezember 2015 hat der Stadtrat sein Veloparkierungs-Konzept präsentiert. Die Stadt will den Autoverkehr bis 2020 von 41 Prozent auf 36 Prozent senken, der ÖV soll von 45 auf 47 Prozent steigen und der Veloverkehr von 2 auf 4 Prozent erhöht werden – bis 2035 sogar auf 10 Prozent. Um die Attraktivität des Velos zu steigern, sieht der Stadtrat mehrere Projekte: Einerseits braucht es bessere Veloverbindungen, aber auch bessere Veloparkieranlagen. So will die Regierung unter anderem bis in fünf Jahren rund 1’950 zusätzliche Parkplätze schaffen. Auch die Optimierung bestehender Parkplätze durch das Erstellen von Velopfosten oder Anlegebügel (sorgen für mehr Ordnung und einen besseren Diebstahlschutz) sind sehr zu befürworten.

Das der Stadtrat Gebühren für Veloparkplätze ablehnt (rechtlich nicht möglich und schon gar nicht durchsetzbar ohne einen enormen bürokratischen Mehraufwand) ist ebenso zu begrüssen. Es gilt, den nachhaltigen Verkehr zu fördern und nicht mit Parkplatzgebühren das Velofahren unattraktiver zu machen.  

Deutliches Nein zur «Verkehrs-Initiative» – SVP und FDP politisieren an der Bevölkerung vorbei

Am 15. November 2015 haben sich die Stimmbürger der Stadt Luzern von der SVP und ihrer radikalen «Verkehrs-Initiative» nicht täuschen lassen und dieses Anliegen deutlich, mit wuchtigen 68 Prozent, bachab geschickt. Die SVP hat sich mit ihrer Initiative unglaubwürdig gemacht und ihr Präsident und notabene Stadtratskandidat Peter With musste eine massive Schlappe hinnehmen. In der Verkehrspolitik politisieren die rechts-bürgerlichen Kräfte völlig an der Bevölkerung vorbei und vertreten hierbei eine Minderheits-Meinung, dass man mit mehr Verkehr, die Probleme lösen könne.

Erfreulich ist das Zeichen, das die Bevölkerung gesetzt hat: Sie steht hinter der städtischen Verkehrspolitik, einer Verkehrspolitik, die den Langsamverkehr fördern und weiter ausbauen will. Die Bevölkerung hat gezeigt, dass sie einsteht für eine zukunftsorientierte Verkehrs-Politik und bestätigte fünf Jahre später das «Reglement für eine nachhaltige städtische Mobilität» in der selben Form.  

Dank JUSO-Initiative: Car-Chaos auf dem «Inseli» kann endlich gestoppt werden

Die am 13. Mai vergangenen Jahres eingereichte Volksinitiative «Lebendiges Inseli statt Blechlawine» will das unsägliche Car-Chaos auf dem Inseli lösen und gleichzeitig die Lebensqualität rund um das Gebiet Bahnhof-KKL-Uni ausbauen und die bereits bestehende Grünfläche am See erweitern. Die 32 Car-Parkplätze auf dem Inseli sollen verschwinden und als Alternative soll der Stadtrat einen Car-Parkplatz auf der Allmend prüfen: Die Car-BenutzerInnen und die TouristInnen kommen von der Allmend, mit der Zentralbahn, in wenigen Minuten zum Bahnhof Luzern und somit direkt ins Zentrum. Eine Erleichterung des Car-Aufkommens im Stadtzentrum sorgt für einen flüssigeren Verkehr, lässt die Lebensqualität steigen und ist wichtig für eine erhöhte Verkehrssicherheit. 

Yannick Gauch, Kandidat der JUSO für den Stadtrat und den Grossen Stadtrat, politischer Sekretär SP Kanton Luzern


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Über Yannick Gauch:

Yannick Gauch (1994) war von 2011 bis 2014 Präsident der JungsozialistInnen (JUSO) der Stadt Luzern. 2015 hat er die vierjährige Ausbildung zum Grafiker abgeschlossen. Er arbeitet als politischer Sekretär bei der SP des Kantons Luzern und als selbständiger Grafiker.

Zudem wirkt er als Journalist und Moderator beim Luzerner Jugendradio 3FACH.

Seit anfangs November 2015 weilt er für einen Sprachaufenthalt in den USA. Spätestens Ende Februar 2016 ist er zurück, um am 1. Mai für die JungsozialistInnen als Stadtrat und Grossstadrat zu kandidieren.

Die Website von Yannick Gauch:
http://www.gauch.lu/