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Kolumne von Daniel Gähwiler

16.04.2012

Industriestrasse: Wieder weiss FDP-Präsident Daniel Wettstein nicht richtig Bescheid

In seiner Kolumne vom 6. April auf www-lu-wahlen.ch (siehe dazu unten: «In Verbindung stehende Artikel»: «Selbstverwirklichung auf Steuerkosten») beweist FDP-Grossstadtrat Daniel Wettstein völlige Unkenntnis der Situation an der Industriestrasse. Seine Vorwürfe kann er in dem äusserst knappen Text nicht begründen, gibt es doch auch deutlich mehr Argumente für als gegen die Initiative der IG Industriestrasse.


Die Industriestrasse gehörte über Jahrzehnte zu den wenigen Industriestandorten in der Stadt Luzern. Auch wenn die industrielle Nutzung ab den 1970-er-Jahren aufgegeben worden ist, so sind in der Industriestrasse auch heute noch verschiedene Gewerbebetriebe angesiedelt. Daneben dient die Industriestrasse auch als Heimat für Gruppen und Personen, die in den Bereichen Graphik, Illustration und Animation tätig sind und mit ihrer Arbeit den guten Ruf Luzerns als Illustrations- und Animationsstandort mitbegründet haben. Davon profitiert Luzern nicht nur als Kulturstadt.

Die Stadt hat eine Möglichkeit verpasst, städtebauliche Akzente zu setzen

Seit den 1990-er-Jahren war bekannt, dass die Industriestrasse in ihrer jetzigen Form nur eine Übergangslösung oder Zwischennutzung darstellt, bis auf dieser städtebaulich bedeutenden Fläche etwas Neues entsteht. Viele interessante Ideen und Projekte wurden über die Jahre ins Spiel gebracht und diskutiert, so beispielsweise die Idee des Wohnwerks Luzern für generationenübergreifendes Wohnen und Arbeiten. Trotzdem hat die Stadt im letzten Herbst beschlossen, das ganze Areal dem Meistbietenden zu verkaufen und hat damit die Möglichkeit, positive Akzente in der Stadtentwicklung zu setzen, vertan.

Störend an diesem Projekt ist vor allem, dass die Stadt eine der grössten zusammenhängenden Flächen an zentraler Lage verkauft und sich so jegliche Gestaltungsmöglichkeit für immer verbaut. Neben dem Verkauf wäre auch die Abgabe im Baurecht möglich gewesen, wie es auf der Allmend beim Stadion und den Hochhäusern erfolgreich gemacht wurde. Das im Wettbewerb der Stadt zweitplatzierte Projekt «Quartierwerk» hätte diese Möglichkeit geboten und war, abgesehen vom Preis, das nach Bewertungskriterien bessere Projekt.

Was im Initiativtext wirklich steht

Gegen den Verkauf dieses zentralen Grundstückes für ein Projekt, das keine Lösung für die Probleme der Stadt bezüglich preisgünstigen Wohnraums und Räumen für Kleingewerbe bietet, richtet sich die Initiative «Ja zu einer lebendigen Industriestrasse». So lautet dann auch der Initiativtext: «Das Areal Industriestrasse ist gemeinnützigen Wohnbauträgern im Baurecht abzugeben».

Anders als Daniel Wettstein meint, geht es den Initiantinnen und Initianten nicht um ihre Eigeninteressen oder das Verhindern jeglicher Stadtentwicklung, sondern um eine Stadtentwicklung, bei welcher der Kaufpreis nicht das entscheidende Argument ist; sondern, ob dadurch das Arbeiten und Wohnen in Luzern für alle möglich sein kann oder ein Privileg bloss für Wenige werden soll. Dass Daniel Wettstein – unter anderem auch Verwaltungsratsmitglied der Immobilien Emmenbrücke AG – da kein Einsehen hat, überrascht nicht. Für alle anderen gilt: Wer keine Stadt Luzern nur für die Meistbietenden will, soll sich auf der Homepage der IG Industriestrasse und mittels der weiteren Links unten auf dieser Seite selber ein Bild machen.

Daniel Gähwiler, Vizepräsident SP Kanton Luzern und Grossstadtratskandidat, Luzern


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Über Daniel Gähwiler:

Daniel Gähwiler (1983) arbeitet als Gewerkschaftssekretär bei der Unia Zürich-Schaffhausen. Er ist aktives Mitglied der SP Stadt Luzern.