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Kolumne von Adelino De Sa

01.04.2012

Was ist bloss mit Louis Schelbert los?

Der grüne Nationalrat stösst seine eigenen Reihen und weitere Leute vor den Kopf, die ihn bisher aktiv unterstützt haben.


Grosses Köpfeschütteln am Samstag (31. März 2012) am rot-grünen Wahlfest im «Vögeligärtli». Gesprächsthema Nummer eins war ein Inserat, das gleichentags in der «Neuen LZ» zu sehen war. Darin unterstützt  - man höre und staune – der grüne Nationalrat Louis Schelbert die grünliberale Stadtratskandidatin Manuela Jost.

Bei manchen Leuten löste diese Nachricht blankes Entsetzen aus, weshalb sie in den nahen Beizen die Zeitung höchstpersönlich in den Händen halten und mit eigenen Augen sehen wollten, was sie da eben Unglaubliches vernommen hatten. Und tatsächlich: Louis Schelbert ist für Manuela Jost!

Nun ist es bekanntlich ja zwar ein schöner Zug, wenn sich PolitikerInnen unterschiedlicher Couleur persönlich mögen. Ich habe ohnehin noch nie begriffen, warum sich rein zwischenmenschlich aus dem Weg gehen soll, was sich politisch beisst. Im Gegenteil: Wer sein Gegenüber besser kennt, kann auch dessen Argumente besser verstehen, besser darauf eingehen und so zu einem guten Gesprächsklima beitragen. Das ist umso wünschenswerter, als ja in den letzten Jahren das, was einst «politische Kultur» hiess, arg strapaziert worden ist. Eine bestimmte Partei scheint im übrigen ihre ganze Energie darauf zu konzentrieren, diese traurige Entwicklung keinesfalls stoppen zu wollen.

Manuela Jost aber steht nun einmal nicht als Person zur Wahl, sondern als Vertreterin einer bürgerlichen Partei, die – per Zufall – in der Frage der Atomenergie auf genau derselben Schiene fährt wie die Grünen. Ende der Durchsage.

In allen sozialpolitischen Fragen, bei den Steuern, vor allem auch bei nicht endenden Rundumschlägen mit der Sparkeule im Bereich der Bildung, des Gesundheitswesens, beim ÖV und beim Service public marschieren die Grünliberalen stramm bürgerlich, rechtsbürgerlich sogar, um genau zu sein. Mit anderen Worten: Wo grünliberal drauf steht ist allermeistens FDP drin. 

Frau Jost war es denn auch, die im Kantonsrat der Steuergesetzrevision zugestimmt hat, welche die Gemeinden nun schmerzlich ausbaden dürfen. Und die mitgeholfen hat, das Desaster bei der ZHB anzurichten. 

Kurzum: Manuela Jost ist weder aus sozialdemokratischer Sicht, noch aus JUSO-Optik, noch für einen Grünen wählbar. Louis Schelberts Wahlempfehlung für sie ist zudem ein absoluter Affront gegen die eigenen Reihen, die mit aller Energie darauf hinarbeiten, am 6. Mai im Stadtrat ene rot-grüne Mehrheit zu erreichen. 

Ich bin gespannt, ob sich Nationalrat Louis Schelbert dazu erklärt. Zum Beispiel hier auf www.lu-wahlen.ch. Das erwarten von ihm nicht nur seine eigenen ParteifreundInnen, sondern vor allem auch all jene vielen Leute aus der Gewerkschaftsbewegung, die ihn immer wieder sehr aktiv unterstützt haben und nun von ihm schwer enttäuscht ist. 

Adelino De Sa, JUSO-Kandidat für den Stadtrat und den Grossen Stadtrat, Luzern


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Kommentare:
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Edwin Beeler aus Luzern

Montag, 02.04.2012, 20:51 · Mail

Wenn ich die Wahl habe zwischen einer SP-Kandidatin, die sich keinen Deut um die Schulwegsicherheit unserer PrimarschülerInnen schert, indem sie beispielsweise keinerlei Initiative ergreift, sich die Schulwegsituation vor Ort selber anzusehen, sich ein Bild zu machen, allenfalls Alternativen zu rekognoszieren, und auf der anderen Seite einem FDP-Stadtratskandidaten, der sich sehr wohl für dieses Anliegen in seinem eigenen Quartier einsetzt, dann wähle ich jene Person, die entsprechende Initiative zeigt, und nicht jene Person, die sich im wohligen Büro hinter BfU-Parapgraphen verschanzt.

Wo SP drauf steht, ist leider nicht immer SP drin.

Dieses Links-Rechts-Schema und das ganze Parteiengezänk sollten eigentlich der Vergangenheit angehören, das bringt die Stadt nicht weiter.

Gute Grüsse, Edwin Beeler, Luzern

 

Jules Gut aus Luzern

Montag, 02.04.2012, 17:07 · Mail  Website

Mann kann sich auch die Frage stellen, warum Louis Schelbert in den Nationalrat gewählt wurde. Nämlich, weil er mit seinen pragmatischen Ideen bis weit in die Grünliberale Mitte Wähler anspricht. Der eine oder andere Politiker hat eben gemerkt, dass es für Veränderungen Mehrheiten braucht. Es gibt mehr Linke als Grüne, aber zusammen mit den Grünliberalen gibt es durchaus eine realistische Chance für grüne Mehrheiten. Auch in der Stadt Luzern.

Jules Gut, Grossstadtrat Grünliberale, Luzern

 

Philipp Federer aus Luzern

Sonntag, 01.04.2012, 17:19 · Mail  Website

Adelino hat vollkommen recht. Nebst dem Inhaltlichen erstaunt mich auch, wie die glp die Sozial-Grünen kopiert. Das hellere Grün war einmal unsere Farbe als Grüne. Andere Elemente im Inserat von Manuela Jost sind von der SP abgekupfert. «Mit Herz und Verstand» war unser alter Slogan.

Philipp Federer, früherer Grossstadtrat der Grünen, jetzt parteilos. Stadtratskandidat, Luzern

 
 
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Über Adelino De Sa:

Adelino Antonio de Sa (1988) ist in Luzern geboren. Die Primarschule hat er in Portugal im Colegio do Sardao angefangen. Im 97 kehrte er in die Schweiz zurück, wo er zuerst einen Intensiv-Deutschsprachkurs absolvieren musste. Die Primar- und Sekundarschule schloss er im Hubelmattschulhaus Luzern ab. Danach lernte er zwei Berufe: Montage-Elektriker und Elektroinstallateur EFZ.

Zurzeit leistet Adelino Zivildienst im Blindenheim Horw. Politisch aktiv ist er seit Ende 2010, seit Juni 2011 ist er Vorstandsmitglied der JUSO Stadt Luzern. Adelino De Sa kandidiert als JUSO-Stadtrat und -Grossstadtrat.

http://luzern.juso.ch/