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Gastbeitrag von Rahel Estermann

Über den Autor:

Rahel Estermann
(*1988) studiert Politikwissenschaft und arbeitet teilzeitlich im Sekretariat der Grünen. Sie kandidiert in Luzern für den Kantonsrat.

25.03.2011

Im Auge des Hurrikans

116 000 Fr. investieren die Luzerner Grünen in die Regierungs- und Kantonsratswahlen – so war es diese Tage in der «Neuen Luzerner Zeitung» zu lesen. Erstaunlicherweise lagen denn die grösseren bürgerlichen Parteien mit Ausnahme der CVP kaum über diesem Betrag, auch wenn sie sich noch teilweise bedeckt hielten.

Sieht man sich im Kanton so um, würde man andere Dimensionen vermuten: SVP, FDP und besonders die CVP sind mit ihren Plakaten und Inseraten stark vertreten. Man darf davon ausgehen, dass viele KandidatInnen dieser Parteien, besonders die RegierungsratskandidatInnen, noch einiges an zusätzlichem Geld investieren. Interessant wäre es auch, zu wissen, woher dieses Geld kommt – doch in Luzern bleibt, wie in so vielen anderen Kantonen, die Parteien- und Wahlkampffinanzierung äusserst intransparent. Dabei geht es sich um wichtige Informationen, welche den WählerInnen vorenthalten wird. Das Wissen über Abhängigkeiten und Interessensbindungen ist ein wichtiger Faktor in der Entscheidungsfindung der WählerInnen. Transparenz gehört zu einem liberalen Demokratieverständnis.

Doch zurück zum Luzerner Wahlkampf. Wie also auf sich und vor allem seine Positionen aufmerksam machen, wenn Geld für Inserate- und Plakatkampagnen nur sehr beschränkt verfügbar ist?

Mit Sachkompetenz zum Beispiel. An diversen Podien kreuzen derzeit Regierungs- und KantonsratskandidatInnen die rhetorischen Klingen. Gut fundierte Argumente, rhetorisch gut vermittelt, punkten hier besonders stark. Besonders interessant sind dabei die Podien an den Berufsschulen, wo ein normalerweise bestenfalls mässig an Politik interessiertes Publikum mit dem Wahlkampf hautnah in Berührung kommt. Eigentlich sollten solche Veranstaltungen noch viel mehr gefördert werden, bleibt doch die Politikabstinenz der Jungen ein bedenkliches Phänomen in der schweizerischen Demokratie.

Ein zweites Mittel, um auf sich aufmerksam zu machen, sind ungewöhnliche Aktionen. Neben der beinharten Knochenarbeit auf der Strasse, die vor allem das Verteilen von Wahlmaterial beinhaltet, versuchen die Grünen auch die Lustkomponente zu fördern. So nahmen am Samstag, 12. März vor dem Luzerner Theater zum Wahlkampfauftakt 25 Personen aus Kultur und Politik je eine Minute lang Stellung zur Frage, wieso die Zeit reif ist für grün – einige Auszüge aus dieser Aktion gibt es hier zu sehen: http://www.gruene-luzern.ch/?p=w11&k=8.

Doch die Grünen schwangen nicht nur die Wahlkampfkeule, sondern auch das Tanzbein, eine Woche später bei den Spielleuten. Und zwar unter der Regie des Regierungsratskandidaten Adrian Borgula persönlich. Zur Musik seiner Blechblasbands tanzten sich unter anderen diverse LokalpolitikerInnen bis weit nach Mitternacht in den Wahlkampfrausch – eine Steigerung der Wahlkampf-Motivation war deutlich erkennbar!

Jetzt, da die Plakate hängen, die Inserate laufen, die Standaktionen organisiert sind, die Post es endlich auch noch geschafft hat, die Grünen KandidatInnen-Flyer korrekt zu verteilen, jetzt befinden wir uns auf dem Sekretariat der Grünen im Auge des Hurrikans – es herrscht Stille, die Bühne gehört den Kandidatinnen und Kandidaten. 

Uns bleibt nur das gespannte Warten auf den grossen Sturm vom 10. April.


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