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Gastbeitrag von Marco Lehre

Über den Autor:

Marco Lehre
(*1973), Luzern, hat Physik studiert und ist Gründungsmitglied des LesBiSchwulen Festivals PinkPanorama. Er arbeitet an der ETH Zürich in der Hochschuldidaktik und unterrichtet Physik an der technischen Berufsmittelschule Luzern.

Bild: Herbert Fischer

01.11.2011

Das LesBiSchwule Festival PinkPanorama jubiliert

Im Mai 2002 ging im Luzerner Bourbaki-Panorama das erste LesBiSchwule Festival über die Bühne. Eine neue Offenheit gegenüber Menschen, die sich durch ihre sexuelle Orientierung von der Mehrheit unterscheiden, war vor zehn Jahren auch in der Zentralschweiz zu spüren. Wir wollten von Anfang an lesbische und schwule Themen nach Luzern bringen, Präsenz auch im politischen Umfeld markieren und «LesBiSchwules» Kulturschaffen mit dem Schwerpunkt Film in allen seinen bunten Facetten zeigen.

Ein Blick in unsere Programme der vergangenen zehn Jahre macht deutlich, dass PinkPanorama immer wieder aktuell war, in Kombination von Podium und Film kontroverse Themen aufgriff, die in der gesellschaftlichen und politischen Debatte aufgegriffen wurden. Erwähnt seien Themen wie das Partnerschaftsgesetz, «Kirche und Homosexualität» oder «lesbische und schwule Menschen mit Kindern».

PinkPanorama soll aber auch Raum für Begegnungen und Gespräche neben dem eigentlichen Programm geben. Aus diesem Grund erweiterten wir das Festival 2007 um die «PinkBar» im Kinofoyer, die während der Festivalwoche zum Treffpunkt vor und nach dem Film wird. 

In den letzten Jahren erschienen zwar immer mehr schwule und lesbische Figuren in Filmproduktionen für das breite Publikum und auch im Hollywoodkino. Leider sind die Rollen oft noch überzeichnet oder klischiert. Hier wollen wir weiterhin ansetzen, indem wir Filme mit differenzierten Charakteren zeigen, die das ganz «normale» Leben von homosexuellen Menschen erzählen. 

Heute hat PinkPanorama im Kulturprogramm Luzerns seinen festen Platz. Der Bekanntheitsgrad bei lesbischen und schwulen Menschen ist hoch. Wenn Sie nun zum erstem Mal von PinkPanorama lesen, sind Sie leider nicht allein. Es ist es uns bisher nicht gelungen, ein breites heterosexuelles Publikum zu erreichen.

Ich denke, dass sich hier ein Unterschied zwischen Luzern und Grossstädten zeigt. Während es in Grossstädten üblich ist, dass man Anlässe besucht, welche die Adjektive schwul oder lesbisch im Namen tragen, sind die Luzerner/innen hier reservierter.  Es stellt sich die Frage für die Zukunft: Wollen wir klein und fein bleiben oder möchten wir wachsen?  Und falls wir wachsen möchten: Wie können wir erreichen, dass die Leute ihre Scheu vor unserem Festival verlieren oder dass es sogar cool wird, PinkPanorama zu besuchen?

Gerade unser Jubiläumsanlass spricht Musikfreunde und eine breite Öffentlichkeit an. Am Samstag, 5. November ist schmaz, der Schwule Männerchor Zürich, mit seinem Programm «schmaz jubiliert» Gast im Südpol. Der Chor aus Zürich, der zu den besten Laienmännerchören der Schweiz zählt, ist bei vielen Leuten bekannt - auch weil er an der Eröffnung des KKL, an der Expo02 und sogar auf dem Rütli beim Staatsempfang von Vaclav Havel auftrat. Der 40-köpfige Chor präsentiert eine lustvolle Rückschau auf 20 musikalisch und gesellschaftspolitisch bewegte Jahre, tritt mit drei Musikern und in einer frisch-frechen szenischen Darstellung auf.

Kommen Sie vorbei und nehmen Sie an einem lesbischen oder schwulen Kulturanlass teil, sei es im Südpol, an der PinkBar oder im stattkino.

Das Gesamtprogramm und alle weiteren Informationen sind zu finden unter www.pinkpanorama.ch

Marco Lehre, Luzern 

 


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