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Gastbeitrag von Hanns Fuchs

Über den Autor:

Hanns Fuchs
(1943) ist Freier Journalist und aktiver Ruderer. Er schreibt seit mehr als 40 Jahren über den Rudersport und verfolgt seit Jahrzehnten politische Prozesse in der Raumplanung, der Stadtentwicklung und im Sport.

Bild: Herbert Fischer

15.04.2012

Rot-grüner Machtanspruch zeugt von gesundem Selbstbewusstsein

Nun lässt sich das nicht mehr länger hinausschieben. Die Wahlunterlagen liegen auf dem Tisch. Wunder geschehen jetzt keine mehr. Die Listen sind geschlossen. Ein besseres Personal-Tableau kriegen wir in der Stadt nicht mehr. Nach welchen Kriterien also soll ich wählen, wenn sich meine Begeisterung über die Auswahl in ziemlich engen Grenzen hält?

Es geht um die Wahl in die Exekutive, den Stadtrat und ins Präsidium. Das sind Majorzwahlen. Es ginge also um Persönlichkeiten. Leider stehen nur Personen zur Wahl. Da spielt es dann halt auch bei Majorzwahlen eine Rolle, welche Parteien wie stark Einfluss nehmen sollen auf die Stadtratspolitik. Und da kommen Überlegungen zur parteipolitischen Zusammensetzung der Exekutive ins Spiel. Da helfen die Wähleranteile (KR-Wahl 2011): SP 22 Prozent, CVP 18, Grüne 16.8, SVP 16.5, FDP 14. Übersetzt auf den proportionalen «Anspruch» auf eine Vertretung in der Exekutive bedeutet das: SP 1.1, CVP 0.9, Grüne 0.8, SVP 0.8, FDP.Die Liberalen 0.7. Das wären dann fünf Sitze für die fünf stärksten Parteien in der Stadt Luzern.

Aus der Zahlenspielerei ergibt sich auch: Der Anspruch der SP auf zwei Sitze im Stadtrat und von Rot-Grün auf eine absolute Mehrheit in der Stadtregierung zeugt von einem – wohlwollend interpretiert – ausserordentlich gesunden Selbstbewusstsein der linken Politstrategen. Weniger wohlwollend kann man es auch als arroganten Machtanspruch bezeichnen.

Ach ja, da ist ja auch noch die Wahl ins Präsidium. Natürlich wäre es aufgrund der Parteistärken nicht unlogisch, da mal die SP ranzulassen. Nun kann man aber wohl davon ausgehen, dass dieses Büro nicht schon im ersten Wahlgang besetzt wird. Da man diesen Job nicht mehr proportionalisieren kann, sollte man vielleicht den ersten Wahlgang und dort vor allem die «Rangliste» bei der Stadtratswahl abwarten. Daraus wird man sehen, ob die Wählerinnen und Wähler in den zur Wahl stehenden Personen auch schon eine Persönlichkeit erkennen.

Hanns Fuchs, Luzern 


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Kommentare:
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Hanns Fuchs aus Luzern

Montag, 16.04.2012, 14:59 · Mail

Über Titel streiten ist müssig, lieber Herbert, aber einfach einen Halbsatz aus einem Ganzsatz zu schränken ist zu einfach, weil der Titel dann eben nicht bloss eine halbe, sondern gar keine Wahrheit mehr widergibt.

Um es also klar zu sagen (falls das jemanden interessiert): 2 von 5 Stadtratssitze für eine 22-Prozent-Partei und 3 von 5 für den rot-grünen 39-Prozent-Block zu reklamieren zeugt von der Arroganz von machthungrigen Politstrategen.

Hanns Fuchs, Luzern

 

Herbert Fischer aus Luzern

Montag, 16.04.2012, 09:54 · Mail  Website

Die «Qual der Wahl» als Titel, lieber Fochshanns, ist ja nun doch definitiv eine ausgelutschte und substanzfreie Floskel. Welche Wahl denn? Die Wahl vielleicht zwischen Valium und Seresta?

Dass ein Beitrag über seinen Titel «verkauft» werden kann, soll, muss, weisst Du doch genausogut. Warum also soll ein potenzieller Leser von einem solchen Beitrag wie dem Deinen ums Verrecken ferngehalten werden? Warum soll er nicht auf ihn aufmerksam und so zu dessen Lektüre animiert werden?

«Arroganz» in den Titel zu setzen haben ich mir übrigens zuerst überlegt, habs aber nicht gemacht, weil ich fand, ein so pointiertes Wort im Titel treffe die gesamte Tonalität Deines Beitrages nicht wirklich.

Du irrst übrigens, lieber Fochshanns, wenns Du meinst, ich würde eine rot-grüne Mehrheit im Stadtrat befürworten. Ich rede im Gegenteil seit Wochen dagegen an, wenn ich dazu gefragt werde. Ich erachte Beat Züsli und Adrian Borgula als zwei ausgewiesene und glaubwürdige Vertreter ihrer Parteien und werde sie wählen, wovon Borgula auch als Stapi. Du siehst, das ist keine rot-grüne Mehrheit.

Dazu werde ich auf der anderen Seite - Stand heute - Martin Merki, den ich seit vielen Jahren kenne und schätze, und Stefan Roth, den ich nicht näher kenne, wählen. Es ist für mich aber gar keine Frage, dass erstens die CVP in den Stadtrat gehört und dass zweitens Littau wiederum einen Sitz haben muss.

Eine rot grüne Mehrheit wäre das - jedenfalls nach meiner Rechnung - nicht und was mit dem fünften Sitz passieren soll, lässt sich eh erst nach dem ersten Wahlgang beurteilen.

Herbert Fischer, Redaktor www.lu-wahlen.ch

 

Hanns Fuchs aus Luzern

Montag, 16.04.2012, 08:28 · Mail

Der Beitrag handelt von der Schwierigkeit, angesichts der aktuellen Personalauswahl eine Personenwahl zu treffen. Mein Titel hiess darum «Qual der Wahl».

Der vom Redaktor gesetzte Titel hingegen lautet: «... zeugt von gesundem Selbstbewusstsein». Das ist willkürlich. Meine Kernaussage dazu: Man kann dem Machtanspruch von SP bzw. Rot-Grün auch Arroganz sagen. Aber das passt wohl nicht ganz ins Meinungsbild von lu-wahlen.ch-Redaktor Herbert Fischer.

Hanns Fuchs, Luzern

 
 
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