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Gastbeitrag von Alois Metz

Über den Autor:

Alois Metz
(*1971) stammt aus Bayern. Er wirkte zuerst in Allschwil BL und dann in Basel als Seelsorger. Seit 2006 ist er Gemeindeleiter der Pfarrei St. Johannes in Luzern. Mehr über Alois Metz auf dieser Seite unten unter «Dateien».

Bild: Herbert Fischer

19.04.2011

«Nacht der Nächte» bietet Besinnung und Erbauung

In der Nacht zum Ostermontag veranstalten Reformierte und Katholiken in Luzern gemeinsam die «Nacht der Nächte» und laden dazu ein, Ostern mit einem Weg von Mitternacht bis zum Sonnenaufgang zu feiern.

Immer wieder neue, rohe oder gewaltige Bilder aus Nordafrika und Japan. Bilder, die mir unter die Haut gehen und das seit Wochen. Schlafe deswegen eher schlecht. Bekannte von mir leben in Ägypten und Japan. Wie wird es ihnen wohl gehen? Versuche die Bilder, Situationen und Gefühle zu sortieren, lese bewusster und vermehrt Artikel in Zusammenhang der Krisengebiete und doch finde ich wenig Ruhe. Fange an andere zu nerven, weil ich immer wieder Fragen zu alternativen Energieformen oder kritische Fragen zu unseren Gesellschaftsstrukturen stelle. Was ist bloss los in unserer Welt?

Erschreckend, diese Gleichgültigkeit

Vier Wochen sind nun vergangen seit dem gewaltigen Erdbeben in Japan und seit zirka vier Monaten lehnen sich Bürgerinnen und Bürger gegen die Despoten in ihren Ländern Nordafrikas auf. Alles scheint in der Flut an Informationen im Alltag schneller denn je unter zu gehen. Das jetzige Japan und Afrika ist «normal» geworden. Schlimmer noch! Es gibt immer noch genügend Menschen unter unseren Reihen, die sich die Frage stellen, was das eigentlich mit mir hier zu tun hat. Diese Menschen gibt es tatsächlich und nicht mal wenige. Erschreckend diese Gleichgültigkeit, dieser Jägerzaunblick, wo der Horizont nicht über «Geiz ist geil» und «ich bin doch nicht blöd» hinausreicht.

Besonders in der Fastenzeit der christlichen Kirchen wird seit Jahren immer wieder gegen Verrohung und gegen die globale Ungerechtigkeit aufmerksam gemacht. Auf alles innerhalb der katholischen Kirche bin ich ja nicht unbedingt stolz, doch was hier Grossartiges unermüdlich jahrein jahraus geleistet wird, dafür bin ich sehr dankbar. Fastenopfer | Caritas | Brot für die Welt | Missio - um nur ein paar zu nennen - sammeln doch nicht nur Geld für Benachteiligte, sondern arbeiten hin zu einer Sensibilisierung. Jede und jeder Einzelne hat Verantwortung zu tragen. Es braucht Lebensschulen in allen Ländern, wo – so altmodisch es klingen mag – Menschen zu Persönlichkeiten erzogen werden. In einer immer mehr «globalisierten Welt» wird dies noch vermehrt an Bedeutung gewinnen. Dafür setze ich mich gerne eine, weil mir eine werthaltige Kultur und Welt wichtig sind. Die «Nacht der Nächte» ist eine gelungene Veranstaltung, die für mich das Prädikat Persönlichkeitsschule trägt.

Hochkultur – genussvoll auch zu Unzeiten

Seit sechs Jahren wird diese besondere Nacht in Luzern durchgeführt. Von beiden Kirchen getragen. In diesem Jahr steht sie unter dem Motto Made in Lucerne. Die Stadt hat soviel Potential. Die Sängerinnen und Sänger vom Chor molto cantabile kommen aus dem Kanton. Unter der Leitung von Andreas Felber hat dieser junge Chor schon mehrere Erfolge feiern können. Nun beginnt mit diesem Chor zu Unzeiten um 0.30 in der Jesuitenkirche die Nacht der Nächte. Vielleicht wagt sich der eine oder die andere in die Jesuitenkirche zum nächtlichen Ausgehen. So stilvoll geht es um diese Zeit nicht überall zu.

Thema Angst – gegen das Dunkel singen

In einer gestylten netten Welt hat dieses und das nächste Thema wenig Platz: Angst, Krebs und Umgang mit Tod. Schwierige Themen, die täglich passieren, ob wir wollen oder nicht. Keiner kann dem ausweichen, dessen bin ich mir todsicher. An Erfahrungen lernt und wächst man. Überall wird heute briefing gross geschrieben. Ohne briefing darf ich nicht mal mehr auf’s Velo steigen. Warum nicht auch in diesen existentiellen Bereichen Erfahrungen sammeln? Drei Stationen im Dreilindentunnel – im Dämmerlicht ausharren - und danach folgt der Film Stationspiraten. Übrigens wurde dieser Walt Disney Film von Lukas Hobi, einem Luzerner, produziert. Scherwin Amini (ausgezeichnet als bester Schauspieler mit dem Schweizer Filmpreis) wird um 4.00 im Verkehrshaus eine kleine Einführung vor dem Film geben.

Henrik Belden solo

Wiederum ein Luzerner Potential, der die Nacht ausklingen lässt. Eine Nacht durchgehalten und dann noch diesen Klängen zuhören. Das ist einfach etwas Spezielles.


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