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05.01.2012

Warum CVP-Persönlichkeiten das «Rössli» in Ruswil kaufen wollen

CVP-Kantonalpräsident Martin Schwegler sammelt Geld. Ausnahmsweise allerdings nicht etwa für einen Wahlkampf, sondern um ein Haus zu kaufen. Ein Haus mit Beiz, einer ganz besonderen Beiz in der Geschichte der Partei.


Thomas Stillhart von der «Surseer Woche» befragte dazu den CVP-Kantonalpräsidenten Martin Schwegler. Hier das Interview:

Im «Rössli» in Ruswil wurde 1840 das erste Parteiprogramm der nachmaligen CVP verabschiedet. Heute steht die Geburtstätte der Partei zum Verkauf. Im vergangenen Dezember hat sich eine Interessengemeinschaft gegründet, um das «Rössli» zu erhalten und die Aktien zu übernehmen. Mitinitiant Martin Schwegler über den Stand der Investorensuche und über den weiteren Zeitplan.

Martin Schwegler, warum will die CVP Geld für den Kauf des «Rössli» in Ruswil sammeln?

Halt, nicht die CVP als Partei sucht Geld. Aber viele der CVP nahe stehenden Personen wollen die Geburtstätte der CVP erhalten. Denn im «Rössli» wurde 1840 die «Ruswiler Erklärung» verabschiedet, eine Art erstes Parteiprogramm des damaligen «Ruswiler Vereins». Deshalb kam das Wirtepaar Erni auf uns zu. Hans Aregger und ich haben die Aufgabe übernommen, mögliche Investoren zu suchen.

Muss man CVP-Mitglied sein, um investieren zu dürfen?

Nein, wir machen keine Gesinnungsprüfung wie bei der «NZZ». Zudem ist die Zeit der klassischen roten oder schwarzen Restaurants vorbei.

Wie viel Geld haben Sie bisher gesammelt?

Momentan sind es gegen 300 000 Franken, die uns zugesichert wurden. Die meisten Zusagen stammen von Personen aus dem Kanton Luzern. Wenn wir 500 000 Franken erreicht haben, starten wir mit der Phase 2.

Phase 2?

Ja. Die erste Phase umfasst die Abklärung, ob es überhaupt Leute gibt, die wirklich Interesse haben. Da geht es darum, von «mer sett» zu «mer tüend» zu kommen. Haben wir genügend Geld zugesichert erhalten, erarbeiten wir in einer zweiten Phase  Betriebskonzept und Businessplan. Danach, in der dritten Phase, entscheiden dann die Interessierten definitiv, ob die Aktien des «Rössli» in Ruswil übernommen werden. 

Das tönt nach einer raschen Geschichte. Wann wollen Sie in die Phase 2 treten?

Vieles deutet darauf hin, dass wir die halbe Million Franken bis Ende Januar, Anfang Februar zugesichert erhalten. Bis im Frühling könnten wir dann das Konzeptionelle erledigen, so dass wir der Besitzerfamilie Erni das definitive Angebot unterbreiten können. Denn sie will möglichst bald aufhören.

Findet dann jede DV der CVP in Ruswil statt?

Nein. Um das Restaurant rentabel zu betreiben und die Bausubstanz erhalten zu können,  müssten wir aber schon aktiv werden. Mir schwebt die Gründung eines «Ruswiler Vereins» vor. Einerseits könnte man so Mittel für Renovationen generieren, andererseits bringt man so vielleicht auch mehr Gäste ins Haus, in dem man den Vereinsmitgliedern gewisse Vorteile gewährt.

Gibt es noch andere Ideen?

Wir möchten schon, dass im «Rössli» weiterhin oder gar intensiver politisiert wird. Wieso nicht jeweils am Freitagabend einen Stamm organisieren, an dem immer um 17 Uhr eine politische Grösse teilnimmt und mit den Leuten diskutiert. Die Ideen sind das kleinste Problem, die kommen uns dann schon in den Sinn, wenn wir das Geld beieinander haben.